Wichtige Investition in die Zukunft bei Wiedemayr Landtechnik in Heinfels
Um das Betriebsgebäude den heutigen Anforderungen und zukünftigen Aufgaben anzupassen, hat Familie Wiedemayr zuletzt en ein großes Ausbau- und Modernisierungsprojekt umgesetzt, das derzeit knapp vor Fertigstellung steht.
Ihren eigentlichen Ursprung hat die Leidenschaft der Familie Wiedemayr zur Landtechnik im Jahr 1763. Damals erwarb ein Vorfahre der heutigen Inhaber, Johann Wiedemayr, eine Dorfschmiede in Kartitsch, die durchgehend bis 1959 als Familienbetrieb weitergeführt wurde. Zu dieser Zeit erlebte die Landwirtschaft im alpinen Gelände einen technischen Aufschwung, sodass Ludwig Wiedemayr sen. 1959 das Gewerbe zum Landmaschinenbauer anmeldete. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurde im Familienunternehmen, in dem mit Ludwig Wiedemayr jun. schon die dritte Generation tätig ist, laufend in professionelle Ausstattung, Technik und Fortbildung investiert. Damit stellte man für Kunden wie Partner eine hohe Produktund Dienstleistungsqualität sicher, für die auch kompetente Verkaufsberater und ein bestens geschultes Serviceund Werkstatt-Team sorgen. Als Gründe für den nunmehr realisierten Um- und Ausbau nennt Firmenchef Ludwig Wiedemayr den Bedarf an mehr Raum für die betriebseigene Werkstatt sowie für die notwendige Erweiterung der Bürobereiche für Ersatzteile, Werkstatt, Reparaturannahme und Verkauf. „Außerdem wollten wir zusätzliche, geschlossene und beheizte Ausstellungs- und Lagerflächen haben und nicht zuletzt ging es um die Anpassung der Gebäudestrukturen, um eine effizientere Organisation an Arbeitsabläufen und Logistikaufgaben sicherzustellen.“ Die Entscheidung, das Vorhaben umzusetzen, fiel 2019. Im Jahr darauf arbeitete das Nordtiroler Architekturbüro Wurzer Nagel ZT GmbH bereits erste Konzepte aus. „Mit der konkreten Planung starteten wir, verzögert durch die Herausforderungen, die die Pandemie mit sich brachte, 2022“, informiert der Unternehmer. Er berichtet, dass der eigentliche Baubeginn, nach Abschluss der Abbrucharbeiten an Halle West, im November 2022 angesetzt wurde. Im Frühjahr 2023 folgte der Abbruch des Altgebäudes von Halle Süd. „Die Bauarbeiten schritten rasch voran, der Großteil der Maßnahmen konnte bis Ende 2023 abgewickelt werden. Aktuell steht der finale Bauabschluss unmittelbar bevor“, freut sich Ludwig Wiedemayr. Er verweist darauf, dass, ungeachtet der großen Baustelle, das Tagesgeschäft im Betrieb uneingeschränkt weiterlaufen musste. „Dank unserer engagierten Mitarbeiter:innen und der ausgezeichneten Arbeit der Bauunternehmen konnte alles ohne größere Probleme und Verzögerungen und vor allem unfallfrei über die Bühne gehen.“
Die Montagehalle wurde im Westen an das Bestandsgebäude angeschlossen und dient zur Endmontage von Geräten und Maschinen und
als Manipulationsfläche für angelieferte und auszuliefernde Ware
Im Zuge des Um- und Ausbaues wurde die Gesamtnutzfläche im Bestandsgebäude der Firma Wiedemayr von bisher 2.225 m² auf nunmehr 2.750 m² und jene der Werkstatt von bisher 820 m² auf 1.270 m² erweitert. Die neu errichtete Halle Süd weist eine Nutzfläche von 1.150 m² auf, Halle West inkludiert im Erdgeschoss 300 m² und auf der Galerie über 150 m². Insgesamt umfasst die Fläche aller geschlossenen Firmengebäude nun knapp 4.000 m². Diese Zahlen belegen, wie groß der Umfang und Aufwand des realisierten Bauprojektes war. Konkret konnte eine Erweiterung der Werkstatt durch den Ausbau einer Montagehalle sowie die Entlastung der Werkstattflächen durch Schaffung weiterer Manipulationsflächen erreicht werden. Hierfür wurde im Westen des Bestandes Halle West errichtet, die gleichzeitig als zusätzliche Manipulationsfläche dient und mit Stapler und LKW jederzeit erreichbar und befahrbar ist. Im Erdgeschoss der Halle erstrecken sich Manipulations- und Montageflächen, was deshalb wichtig ist, weil der Großteil der verkauften Maschinen halbfertig angeliefert wird und zu montieren ist. Zusätzlich wurde im EG von Halle West ein Lagerraum für leicht brennbare Flüssigkeiten eingerichtet. Die Galerie, entstanden durch das Einziehen einer Zwischendecke, wird als Lagerfläche genützt.


Die neu errichtete Halle Süd bietet im Erdgeschoss ausreichend Ausstellungsfläche für Neu- und Gebrauchtmaschinen.
Im Erdgeschoss der neuen Halle Süd erstreckt sich eine saubere, beheizte Ausstellungs- und Präsentationsfläche in der Größe von knapp 550 m². Hier können sich die Kunden der Fa. Wiedemayr ein Bild von Neu- und Gebrauchtmaschinen für die Landtechnik und für den Kommunaleinsatz sowie von Forstmaschinen machen. Insbesondere werden hier auch jegliche Modelle von Motormähern mit diversen Anbaugeräten und Heugeräte präsentiert.
In der bestehenden Ausstellungshalle im Norden wurden Büroräumlichkeiten und Umkleide- und Sanitärräume erweitert.
Der Ausstellungsraum ist überdacht und geschlossen, damit Maschinen und Geräte nicht der Witterung ausgesetzt sind und im besten Zustand und ohne Qualitätseinbußen an die Kunden übergeben werden können. Als Lager und Manipulationsfläche, ausgestattet mit Palettenregalen und rund 600 m² groß, dient das erste Obergeschoss der neuen Halle Süd. Es kann von außen über einen Scherenhubtisch (Lastenaufzug) unkompliziert beschickt werden. Im zweiten Obergeschoss des Hallenbaus wurde eine private Wohnung errichtet, welche von Ludwig Wiedemayr jun. und seiner Partnerin bewohnt wird.
Die Werkstätte der Firma Wiedemayr wurde weiter modernisiert und unter anderem um einen Rollenbremsprüfstand erweitert.
Weiters stand eine Modernisierung von Werkstatteinrichtung und Arbeitsumgebung mit Nachrüstung eines Rollenbremsprüfstandes in der Montagegrube auf dem Programm. Dadurch kann die Prüfung der Bremsen vom Schmalspurtraktor bis hin zum Großtraktor durchgeführt werden. Dies bringt eine enorme Sicherheitssteigerung bei Landmaschinen, welche im Gelände im Einsatz sind. Ebenso konnte dadurch die Begutachtungsstelle auf gebremste Anhänger, vom PKW-Anhänger bis zum großen Traktor-Anhänger, erweitert werden. Die Ausstattung der Schlosserei wurde u.a. um eine neue Plasma CNC-Schneidanlage und einen Schweißtisch ergänzt. Dies stellt sicher, dass Individualanfertigungen und Aufbauten in kürzester Zeit erledigt werden können. Im Bestandsgebäude wurden Umkleide- und Sanitärbereiche erweitert, das Ersatzteil- und Werkstattbüro neu strukturiert und eine neue Reparaturannahme sowie ein weiteres Verkaufsbüro installiert. Die Reparaturannahme, welche von der Werkstatt, vom Außengelände und vom Shop unkompliziert erreichbar ist, dient als zentrale Anlaufstelle für Werkstattkunden und Zulieferer. Bereits geplant und noch vor der Umsetzung ist die Vergrößerung und Modernisierung des Besprechungs- und Schulungsraumes sowie eines weiteren Büros.
Die neu errichtete Halle Süd wurde doppelstöckig über die gesamte Fläche ausgeführt – mit Ausstellungsfläche im Erdgeschoss und Lagerfläche im Obergeschoss.
Mit dem Ergebnis des Großprojektes zeigt sich Firmenchef Ludwig Wiedemayr sehr zufrieden. „Alles ist wie gewünscht umgesetzt worden und hat sich im Arbeitsalltag auch bereits bewährt. Die Zusammenarbeit mit den ausführenden Firmen war sehr gut, alle waren sehr bemüht und lösungsorientiert!“ Die aktuelle Anzahl der Mitarbeiter:innen beziffert er mit 31. „Acht davon sind Lehrlinge. Für unsere langjährige Ausbildungsarbeit wurden wir 2023 vom Land Tirol mit dem Prädikat ‚Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb‘ geehrt.“
Das Leistungsspektrum der Firma Wiedemayr, die nun für alle gegenwärtigen Herausforderungen und zukünftigen Aufgaben bestens gerüstet ist, ist breit gefächert. Im Bereich Reparatur ist man vor allem auf die Reparatur von Produkten/Marken aus dem eigenen Verkaufssortiment spezialisiert, kann aber auch die Wiederherstellung nach Schäden bei sämtlichen Fremdmarken von Landmaschinen und Kleingeräten ausführen. Über greifende Diagnosesysteme und die jahrelange Erfahrung erlauben es dem Werkstatt-Team, höchste Servicequalität auch bei Fremdmaschinen sicherzustellen. Im Verkauf gelten Steyr/Case, Reform, Brielmaier, Pöttinger und Stepa als Hauptmarken des Osttiroler Unternehmens. Mit diesen Firmen verbindet Familie Wiedemayr eine jahrelange Partnerschaft auf Augenhöhe. „Mit unseren Hauptmarken sind wir in unserem Verkaufsgebiet in der Marktführerschaft“, lässt Ludwig Wiedemayr wissen. Er betont aber auch, dass die Produktpalette wesentlich weitreichender ist. „Neben den Landmaschinen pflegen wir Partnerschaften mit den Forstgeräteherstellern Stihl, Honda, Husqvarna, Pfanner und Tajfun, sowie im Sektor Holzbearbeitungsmaschinen mit den Firmen Felder und Hammer. Eines haben unsere Produkte alle gemeinsam: Es handelt sich vorwiegend um österreichische Produkte und Produkte europäischer Hersteller, die sich durch eine nachhaltige Qualität auszeichnen. Dies garantiert auch eine gut funktionierende Ersatzteilversorgung sowie Reparatursicherheit.“ Eine jahrzehntelange Erfahrung und Expertise mit über 1.500 bereits ausgeführten Aufträgen hat die Firma Wiedemayr Landtechnik in Hinblick auf Heukrananlagen vorzuweisen. Ludwig Wiedemayr dazu: „Wir bieten von der Beratung, Planung und kompletten hauseigenen Montage bis hin zum Rundum-Kundendienst alles aus einer Hand an.“ Er spricht des Weiteren die firmeneigenen Kompetenzen im Bereich der landwirtschaftlichen Innenmechanisierung (Heubelüftung und -trocknung, Fütterungsautomation und Stalltechnik) an: „Wir planen dies firmenintern, was für die Kunden kurze Wege und eine unkomplizierte Abwicklung bedeutet.“ Auch für Privatkunden ist das Produktsortiment der Firma Wiedemayr sehr interessant: Im Betrieb findet man moderne Gartentechnik rund um Rasenmäher, Rasentraktoren und Schneefräsen. Gerne angenommen wird von den Kunden das Komplettpaket für Mähroboter inklusive kostenlosem Gartencheck und Beratung für die richtige Modellwahl sowie Installation vor Ort mit unterirdischer Kabelverlegung. Nicht unerwähnt soll schließ- lich das Angebot an EGO Power-Akkugeräten sein. EGO Power gilt als Akku-Hersteller der ersten Stunde mit einem umfangreichen Akku-Sortiment für Großgeräte.
Text: E. Hilgartner, Fotos: Florian Wiedemayr