Vordenken: Vorträgen und Themenwerkstätten
Die Arbeitsgemeinschaft „Vordenken für Osttirol“ präsentierte am 29. März das Programm für 2016 und gab eine Übersicht über bisherige Resultate und Erfolge.
Zukunftsbilder für Regionen Realität werden zu lassen bedeutet, einen langen Weg zu beschreiten. Erste Erfolge wurden bereits erzielt, und Projekte sind in Arbeit. Vor allem die Vernetzung innerhalb der Arbeitsgemeinschaft mit den einzelnen Partnern funktioniert hervorragend und hat wesentliche Erleichterungen bei der Umsetzung von Ideen gebracht. Das sind die Kernaussagen eines Mediengespräches mit der Arbeitsgemeinschaft „Vordenken für Osttirol“ rund um RMO-Geschäftsführer DI Michael Hohenwarter und Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Mag. Reinhard Lobenwein. „Die Geldmittel wurden durch das neue LEADER-Programm und mit Unterstützung der Partner für 2016 bis 2018 sichergestellt. Das erarbeitete Zukunftsbild 2025 soll eine Richtschnur für unsere LEADER-Strategie sein. Nachdem viel Papier produziert wurde, geht es nun darum, Inhalte in der Region umzusetzen“, so Michael Hohenwarter einleitend.
RMO-Geschäftsführer DI Michael Hohenwarter: „Durch den Prozess ist eine positivere Hintergrundmusik in der Region zu hören. Bei den Veranstaltungen kommen viele verschiedene Leute miteinander ins Gespräch, und inspiriert durch Vorträge konnten schon einige positive Impulse gesetzt und Projekte gestartet werden.“
Mit sechs Vorträgen wird im heurigen Jahr neues Wissen in die Region gebracht. Bei so genannten Themenwerkstätten soll dieses Wissen vertieft werden und in konkrete Projekte einfließen. „Es geht nicht um vollkommen neue Themen, sondern es sollen Schwerpunkte des Leitbildes vertieft werden. Es sind mit der Globalisierung sogar schon die von der europäischen Strategie bevorzugten Zentralräume ins Hintertreffen geraten. Erst recht müssen sich die peripheren Regionen ihre Zukunft und ihre Projekte selbst organisieren“, so Lobenwein. Als konkrete Projekte, die unter Beteiligung des Vordenken-Prozesses umgesetzt bzw. in Arbeit sind, nannten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft das E-Carsharing „Flugs“, die hochkarätige Fachtagung „Holzverbindet“ bei Theurl Holz, den Eiskletterpark im Tauerntal oder das „Osttirol Frühstück“. „Bestehende Projekte können durch den Vordenken-Prozess besser platziert werden, weil verschiedene Organisationen zusammenarbeiten. Schulungen für Vermieter organisieren wir schon seit Jahren. In letzter Zeit haben diese mehr Dynamik bekommen, weil die Touristiker auch von anderen Plattformen darauf angesprochen werden“, nannte Mag. Barbara Nußbaumer, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Osttirol, konkrete Erfolge.
WK-Bezirksstellenleiter Mag. Reinhard Lobenwein: „Die Politik wird in Zukunft nur mehr mit Regionen zusammenarbeiten, die wissen, was sie wollen. Ein Erfolg des Prozesses ist unter anderem auch, dass man nicht mehr diskutiert, wer zuständig ist, sondern dass die einzelnen Organisationen intensiv zusammenarbeiten.“
Am Projekt „Strategische Neuausrichtung von Familienbetrieben im Tourismus“ werde derzeit intensiv gearbeitet, berichtete Reinhard Lobenwein. „Ich orte eine gute Resonanz aus der gewerblichen Wirtschaft. Speziell im produzierenden Bereich beobachte ich Mut zur Investition. In Sachen Selbstbewusstsein – also am Bewusstsein, wie werthaltig die Region wirklich ist – müssen wir noch die eine oder andere Saite anschlagen, um die Resonanz zu erhöhen“, so Lobenwein. Man brauche in der Regionalentwicklung einen langen Atem, betonte Michael Hohenwarter. „Für einen derartigen Prozess muss man mit einer Zeitspanne von zehn Jahren rechnen. Ein erstes gutes Resultat ist, dass Osttirol auf Landesebene anders und vor allem positiver wahrgenommen wird“, so der Regionalmanager.
Insgesamt stehen für die nächsten drei Jahre für den Prozess 240.000 Euro zur Verfügung, 75% davon sind gefördert. Zum Auftakt für das Programm 2016 spricht am Mittwoch, 6. April, Mag. Angelika Kirchmaier in der LLA über die gesundheitliche Seite von regionalen Produkten, über Allergen- und Nährwertangaben sowie die Wertigkeit von Zusatzstoffen.
Weitere Vorträge:
„Gästeerwartungen und Urlaubsglück im Wandel“, Prof. Hubert J. Siller, 19. April, Wirtschaftskammer
„Lehre im Blickpunkt“, Dr. Norbert Lachmayr, 7. Juni, Arbeiterkammer
„Kommunalpolitik im Wandel“, MMag. Dr. Kathrin Stainer-Hämmerle, 20. September, Ratsaal Lienz
„Die Finanzierung von Innovationen, die Planung des Nichtplanbaren“, Dr. Bernd Litzka, 20. Oktober, PHTL Lienz
„Digitale Transformation“, Dr. Kurt Matzler, 24. November, Osttiroler Wirtschaftspark
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger