Vordenken für Osttirol: „Digitale und technische Kompetenzen stärken!“

Auf das Ergebnis der Studie „OsttirolerInnen umadum – Eine Untersuchung zur Abwanderung“ wird mit einem Maßnahmenpaket zur Aus- und Weiterbildung reagiert.

Die Hauptgründe für die Abwanderung aus Osttirol sind eindeutig: „Bildung und Beruf“. Dies geht aus einer Studie von Umwelt- und Politikökonom Florian Bottner hervor. Er führte im Herbst 2022 eine Befragung mit 60 OsttirolerInnen durch, die den Bezirk bereits verlassen haben. „50 % der Befragten führen ihr Studium und die Weiterbildung als Gründe an“, berichtet Bottner.

Dabei verschlägt es die AbwandererInnen meist in die Städte, wie Wien oder Innsbruck. 25 Prozent ziehen nach Deutschland, der Rest bleibt in Zentraleuropa. Die Heimatverbundenheit und das Interesse der Befragten an Nachrichten aus Osttirol sind nach wie vor groß: „So reisen sie mehrmals im Jahr in ihre Heimat zurück und informieren sich regelmäßig über Familie, Freunde, Online Plattformen oder die Zeitung, was es Neues im Bezirk gibt“, so der Umwelt- und Politikökonom.

Maßnahmenpaket zur Aus und Weiterbildung

Mit Angeboten zur Aus und Weiterbildung im digitalen und technischen Bereich möchte die ARGE der Abwanderung im Bezirk entgegensteuern: „53 Prozent der Beschäftigten in der Osttiroler Wirtschaft sind im produzierenden Gewerbe tätig, wo die Arbeit vielfach automatisiert und computergesteuert ist bzw. wird. Damit die jungen Menschen nicht bereits mit 14 oder 15 Jahren außerhalb Osttirols einer Aus- oder Weiterbildung nachgehen müssen, möchten wir hier ansetzen. Wir wollen Osttirol als MINT Region stärken, gemeinsam mit den Schulen und Ausbildungsstätten die Digitalkompetenz in Richtung Programmierung, IT und Technik forcieren und Schwerpunkte in diesen Bereichen setzen“, informiert Reinhard Lobenwein, Geschäftsführer der INNOS GmbH. „Osttirol soll auch nach außen als innovativer und zukunftsweisender Bezirk wahrgenommen werden“, so Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Wilfried Kollreider.

Netzwerktreffen mit OsttirolerInnen weltweit umadum (OWUs)

„Wir verfügen über eine Datenbank von über 200 OsttirolerInnen weltweit umadum, davon haben 60 Personen an der Studie teilgenommen. Unser Ziel ist es, dieses Netzwerk zu vergrößern und sie als BotschafterInnen für Osttirol zu aktivieren“, erklärt Johann Kollreider, Leiter der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Lienz. Barbara Hassler von der Felbertauernstraße AG: „In einem Netzwerktreffen am 28. Juli 2023, einer Sonderveranstaltung des OLALA Straßentheaterfestivals, laden wir alle VordenkerInnen und OsttirolerInnen weltweit umadum ein, sich zu treffen und auszutauschen.“

 

Text: Redaktion, Foto: Vordenken für Osttirol/Elias Bachmann

05. Juli 2023 um