Virgen stand ganz im Zeichen des Obstes

Vor 15 Jahren wurde der Verein für Obst-, Gartenbau und Landschaftspflege Virgental gegründet – am 14. Oktober beging man das Jubiläum mit einer Obstsortenausstellung.

Im Jahr der Gründung 1997 zählte man 40 Mitglieder, heute ist der Obst- und Gartenbauverein Virgental auf 260 Mitglieder angewachsen. „Wir haben den Verein damals auf Initiative der Gemeinde gegründet, unsere Mitglieder kommen aus Virgen, Prägraten, Matrei, Kals und auch aus dem Defereggental“, erzählt der Landwirt Ludwig Wurnitsch, der seit der Gründung Obmann des Vereines ist. Ziel der Vereinigung ist es, Interessierte über die Themen Obst- und Gemüseanbau, Pflanzenschutz, Düngung, Ziersträucher und ähnliches fachkundig zu informieren, dazu werden zahlreiche Kurse und Vorträge angeboten. „Informationsveranstaltungen organisieren wir aber auch zu den Schwerpunkten Obstverarbeitung, Marmeladen- und Likörerzeugung oder den Einfluss des Mondes auf das Wachstum und die Ernte“, so Wurnitsch. 2010 wurde in Virgen eine Obstverarbeitungsanlage in Betrieb genommen. Private Obstliebhaber können ihre Früchte dort pressen lassen. Das gepresste Obst wird erhitzt und anschließend in so genannte Bag-in-Boxen verpackt. Im Jahr 2011 wurden 106 Tonnen Obst – vor allem Äpfel und Birnen – verarbeitet, 62 000 Liter Saft konnten die Hobbygartler mit nach Hause nehmen. „Heuer werden es wohl 150 Tonnen werden, das Ausmaß hängt stark von der Ernte ab, und heuer war ein relativ gutes Jahr“, meint der Vereins-Obmann. Durch die Obstpresse bleibt auch immer weniger Obst auf den Bäumen, sondern wird geerntet und verarbeitet.

Ludwig Wurnitsch ist seit der Gründung im Jahre 1997 Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Virgental.

Ludwig Wurnitsch ist seit der Gründung im Jahre 1997 Obmann des Obst- und Gartenbauvereins Virgental.

Bei der großen Obstsortenausstellung zum 15-Jahr-Jubiläum am Sonntag, 14. Oktober 2012, im Foyer der Hauptschule Virgen wurden heimische Fruchtsorten von Pomologen des Tiroler Baumwärterverbandes bestimmt und der Öffentlichkeit präsentiert. Jeder, der wissen wollte, welche Sorte genau in seinem Garten wächst, konnte seine Früchte zur Artbestimmung vorbeibringen. „Über hundert Obstproben wurden abgegeben und mehr als 70 verschiedenen Äpfel- und Birnensorten festgestellt“, berichtet Wurnitsch. Hauptsorten im Virgental sind bei den Äpfeln der Berner Rosenapfel, der Gravensteiner und der Steinpepping, der auch „Osttiroler Maschanzker“ genannt wird. Bei den Birnen kommt in den heimischen Gärten am häufigsten die Pastorenbirne und die Gellert‘s Butterbirne vor. Und auch für die Zukunft hat der Obstbauverein viel vor. Im Pfarrgarten von Virgen soll ein Schulgarten eingerichtet werden. Zahlreiche Obstbäume stehen schon dort, einige sollen noch gepflanzt werden. „Die Kinder und Jugendlichen sollen im Anschauungsunterricht einen Bezug zum Wachsen und Gedeihen bekommen, nicht nur in Biologie, auch in anderen Fächern, wie Zeichnen, Mathematik oder Deutsch können diese Themen eingearbeitet werden“, betont Wurnitsch. Auch Möglichkeiten der Produktveredelung und der Nutzen der Bienen sollen im Schulgarten thematisieret werden. „Dazu wollen wir verstärkt auch mit unseren heimischen Imkern zusammenarbeiten“, so Obmann Ludwig Wurnitsch abschließend.

Text und Fotos: Raimund Mühlburger

15. Oktober 2012 um