Martin Gratz: „Wir müssen den Tourismus neu und moderner denken!“
Ohne Nervosität, aber durchaus zuversichtlich geht Martin Gratz mit seinem Team in den heutigen Abend. „Es ist Zeit für eine echte Veränderung im Osttiroler Tourismus!“
Herr Gratz, Sie haben ein klares Bild davon, wie die Arbeit im TVBO künftig gestaltet werden soll, wenn es gelingt, heute Abend einen Wechsel herbeizuführen?
Wenn es der Wunsch der Wählerinnen und Wähler ist, werde ich mich als Obmann mit voller Kraft für den Osttiroler Tourismus einsetzen. Mein Team und ich haben als einzige Liste ein umfassendes Zukunftsprogramm mit konkreten Eckpunkten präsentiert. Uns geht es um eine langfristige Planung, um mehr Professionalität als bisher und um eine notwendige Modernisierung des Tourismusverbandes.
Was meinen Sie konkret mit mehr Professionalität und einer Modernisierung im Verband?
Wir müssen die Destination Osttirol wesentlich besser als bisher als Marke am Markt positionieren. Unser Bezirk bietet enorme Entwicklungsmöglichkeiten, hat aber mit zwei Millionen Nächtigungen noch viel Luft nach oben. Um das Potenzial Osttirols richtig nützen zu können, braucht es klare Strategien und Visionen. Den TVBO wollen wir zu einer modernen Firma entwickeln, die handlungsfähig ist und flexibel und rasch auf Veränderungen reagieren kann. Im Verband benötigen wir dafür neue Organisationsstrukturen mit klaren Prioritäten- und Aufgabenverteilungen für die Teams und Mitarbeiter mit Entscheidungskompetenz. Die operative Zusammenarbeit zwischen Leistungsträgern, Ortsausschüssen und Partnern muss auf eine neue Ebene gehoben werden. Marketingpläne etwa sollen den Mitgliedsbetrieben zugänglich sein, mehr Transparenz soll das Vertrauen in den TVB und die Akzeptanz für touristische Vorhaben erhöhen. Wir wollen gut vorbereitete Projekte, in die alle Beteiligten von Beginn an miteinbezogen werden. Nur eine Veränderung im Tourismusverband kann die Wertschöpfung für die heimische Wirtschaft steigern.
Was waren aus Ihrer Sicht die größten Fehler der letzten Jahre?
Ich befasse mich nicht mit Fehlern, die sicherlich auch gemacht worden sind, sondern beschäftige mich ausschließlich mit den Möglichkeiten und Chancen, die Osttirol bietet. Daran wollen und müssen wir arbeiten! Wichtig wäre es mir, wenn wir dies gemeinsam machen, denn ich bin davon überzeugt, dass eine erfolgreiche touristische Entwicklung die Zusammenarbeit aller Kräfte braucht. Von der Polarisierung „Täler – Stadt“ halte ich überhaupt nichts. Lienz profitiert genauso von der Wertschöpfung in den Tälern wie umgekehrt. Ich wünsche mir ein Osttirol-Denken und einen Bezirk, in dem alle – zum Vorteil aller – an einem Strang ziehen!
Danke für das Gespräch!
Text: J. Hilgartner, Foto: Expa Groder