#Tu es Tag: Flurreinigungs-Aktionen in allen Osttiroler Gemeinden

Vom AWV Osttirol gemeindeübergreifend unterstützt, machten sich BürgerInnen aller Osttiroler Gemeinden auf den Weg, um die Natur von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien.  

Bereits in der Vergangenheit standen in vielen Osttiroler Gemeinden im Frühjahr gemeinsame Flurreinigungs-Aktionen auf dem Programm. Doch dieses Jahr wurde die Aktion vom Abfallwirtschaftsverband kurzerhand umgetauft und durch ein gemeindeübergreifendes Marketing unterstützt.

Unter dem Motto „#Tu es Tag – mach Osttirol rein“ machten sich im April BürgerInnen aus 30 Gemeinden auf den Weg, um die Natur von achtlos weggeworfenem Müll zu befreien – drei Gemeinden werden ihre Flurreinigungs-Aktion noch im Mai durchführen.

 

Oberlienz

 

„Derartige Aktionen dienen der Sauberhaltung des Gemeindegebiets, langfristig sollen sie aber auch zu einer Verhaltensänderung in der gesamten Bevölkerung führen. Um eine möglichst breite Masse über die Problematik des sogenannten Litterings (= achtloses Wegwerfen von Abfall) zu informieren, hat der Abfallwirtschaftsverband Osttirol die Aktionen mit einer breiten Marketing-Kampagne über die lokalen Medien sowie Instagram und Facebook begleitet“, erklärt Umweltberater Gerhard Lusser.

 

Tristach

 

Die TeilnehmerInnen wurden mit Greifzangen, Handschuhen und Müllsäcken ausgestattet. Bei der Auswahl der Produkte wurde darauf geachtet, dass diese möglichst nachhaltig sind und regional produziert wurden. Die Müllgreifzangen stellten die SchülerInnen der LLA Lienz mit viel Fleiß her. Die Handschuhe können nach dem Gebrauch beispielsweise im Garten weiterverwendet werden.

Welche Probleme bringt das Littering mit sich?

Müll in der Natur sieht nicht nur unschön aus, sondern hat auch einen negativen Einfluss auf unsere Umwelt und uns Menschen. Vielen ist die Gefahr der gelitterten Abfälle gar nicht gewusst. Die Getränke-Dosen am Feldrand beispielsweise können zur tödlichen Gefahr für Tiere werden, wenn sie von Mähwerken zu scharfkantigen Metallsplittern zerkleinert werden und so ins Tierfutter gelangen.

 

Lienz

 

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes setzen sich Littering-Abfälle größtenteils aus Verpackungen (Plastik, Metall, Glas, Karton) zusammen, wobei die Kunststoffverpackungen trotz des geringen Gewichts mengenmäßig überwiegen. Die Kunststoffe zerfallen mit der Zeit in immer kleinere Teile (sogenanntes Mikroplastik), und es kommt zum Eintrag in Böden und Gewässer. Täglich gelangen 4 Tonnen Plastik über die Donau ins Schwarze Meer – auch die Drau mündet in Kroatien schlussendlich in die Donau.

 

Gaimberg

 

Die Ursachen und Beweggründe des Litterings sind vielfältig. Neben unbeabsichtigtem Littering, wenn man etwas unbemerkt verliert oder Gegenstände vom Wind vertragen werden, wird der überwiegende Teil des Littering-Abfalls absichtlich in der Natur weggeworfen. Eine deutsche Umfrage hat gezeigt, dass der häufigste Beweggrund für das Wegwerfen von Abfällen schlichtweg Faulheit bzw. Bequemlichkeit ist, gefolgt von Gleichgültigkeit und dem Fehlen eines Abfallbehälters. Zigarettenkippen und Take-Away-Verpackungen sind dabei die am häufigsten gelitterten Abfälle.

 

Text: Redaktion, Fotos: AWV Osttirol

02. Mai 2023 um