Trost GmbH: Vom Zwei-Mann-Betrieb zum weltweit agierenden Top-Unternehmen
Das vor 20 Jahren von Markus Trost und seinem Schwager Günther Niederegger gegründete Unternehmen hat sich zu einem Global Player mit über 50 Mitarbeitern entwickelt.
Markus Trost führt uns durch die Hallen des Betriebes in Matrei/Seblas und erklärt uns begeistert, wie sich das Unternehmen im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte entwickelt hat. „Durch die Größe der Aufträge, die Anforderungen am Markt und unseren eigenen Anspruch, die Qualität laufend zu verbessern, haben wir uns im Vorjahr wieder zu einem Erweiterungsbau entschlossen. Zwischenzeitlich wird in den neuen Hallen bereits gearbeitet”, informiert der Firmenchef. Das gesamte Werksgelände im Matreier Industrie- und Gewerbegebiet umfasst etwa 8.500 Quadratmeter, die Produktionsfläche wurde um 750 m², die Bürofläche um 240 m² und die Lagerfläche um 200 m² vergrößert und zusätzlich eine moderne Lackierhalle mit 120 m² errichtet.
Markus Trost und Günther Niederegger sind gelernte Schlossermeister und waren vor der Firmengründung im Jahre 1998 für ein großes Metallbau-Unternehmen als Montageleiter und Obermonteur viel im Ausland unterwegs – in ganz Europa und auch in Russland. „Vor 20 Jahren entschlossen wir uns dazu, uns mit einer Montagefirma selbstständig zu machen. 1998 starteten wir als Zwei-Mann-Betrieb, Ende des Jahres beschäftigten wir schon vier Mitarbeiter. Unser erster großer Kunde war die Firma RHI Magnesita, die auch heute noch einer unserer wichtigsten Auftraggeber ist“, erklärt Markus. Ihre erste Werkstätte richteten die beiden Unternehmer später in der Virgenerstraße ein. Sie wurde mit rund 400 m² Fläche jedoch bald schon zu klein.
2006 übersiedelte der Betrieb in das Matreier Industrie- und Gewerbegebiet. Eine Halle mit 1.500 m² Produktionsfläche und 300 m² Bürofläche entstand. 26 Mitarbeiter gehörten in dieser Zeit dem Trost-Team an. Einen besonders guten Ruf erarbeiteten sich die findigen Matreier Unternehmer von Beginn an auch im Bereich Tunnelbau. Den ersten Großauftrag in diesem Bereich stellte die Aufrüstung der Sicherheits- und Brandschutztechnik im Felbertauerntunnel dar. „Durchschnittlich 20 unserer Mitarbeiter haben später 2,5 Jahre lang an der Infrastruktur des Gotthard Basistunnels gearbeitet. Es ging bei diesem Großauftrag um Versorgungsleitungen für Tunnelbohrmaschinen. Aus dem Kreis von 196 Lieferanten erhielten wir damals das beste Rating”, berichtet Markus Trost nicht ohne Stolz.
Tunnellöschanlagen hat der Osttiroler Vorzeigebetrieb inzwischen nicht nur für den Felbertauerntunnel, sondern auch für den Öresundtunnel, der Dänemark mit Schweden verbindet, sowie für den Citytunnel in Bregenz, den Arlbergtunnel und den Tunnel Liefering in Salzburg errichtet. Heute beschäftigt Trost in Matrei über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu denen auch die vier Kinder der beiden Geschäftsführer gehören. Derzeit bildet der Betrieb sechs Lehrlinge aus. „Das Wichtigste sind zufriedene Kunden“, definiert Markus die oberste Maxime der Firmenphilosophie. Er verweist darauf, dass in der neuen Montagehalle heute auch sehr große und hohe Baugruppen erstellt werden können.
„Diese werden nach der Überprüfung demontiert und am jeweiligen Bestimmungsort wieder aufgebaut. Aktuell erstellen wir Anlagen für die Vergnügungspark-Industrie in Zusammenarbeit mit unserem Partner V&P Rides GmbH. Diese werden in Dubai und China installiert.“ Technische Herausforderungen liegen dem Matreier sichtlich. „Tüfteln und dabei die beste technische Lösung auszuarbeiten – das ist die Herausforderung, die mich und mein Team motiviert”, betont er. Und spricht gleichzeitig die Schnelllebigkeit der Branche – auch infolge der zunehmenden Digitalisierung – an: „Besonders wichtig ist mir, die jungen, gut ausgebildeten MitarbeiterInnen verantwortungsvoll in Entscheidungen miteinzubeziehen. So können wir den Esprit der nächsten Generation für die Verwirklichung unserer Unternehmensziele nutzen. Neben meiner Schwester Barbara, die im Unternehmen seit der Gründung als tragende Stütze tätig ist, zählen inzwischen Tochter Ina und Prokurist Martin Köll zu den Verantwortungsträgern in der Führungsebene.“
Besonderen Wert legt die Trost GmbH auch auf die Zusammenarbeit mit anderen Firmen oder mit Ausbildungsstätten wie dem neuen Campus Technik Lienz. Gemeinsam mit der Automationstechnik Thomas Lederer und der MG Metalltechnik hat Trost Anfang 2018 die AMT TEC SOLUTIONS gegründet. Die Kooperation der drei Spezialisten entwickelte sich aus der mehrjährigen Tätigkeit für verschiedenste Kunden. „So entstand die Vision, die Synergien im Planungs- und Arbeitsprozess sowie die interne Kommunikation auf die gleiche Ebene zu setzen wie die jeweiligen Kernkompetenzen – und in einer Arbeitsgemeinschaft zu bündeln”, sagt Markus dazu. Das Ergebnis ist ein Dienstleister mit 70 Mitarbeitern und 4.000 m² Produktionsfläche sowie mit entscheidenden Kompetenzen in den Bereichen Konstruktion und Fertigung von Bauteilen, Sondermaschinen- und Anlagenbau sowie Automations- und Steuerungstechnik. „Von der Planung über die Fertigung bis zur Montage sind alle drei Fachbereiche involviert, die Arbeitsprozesse aufeinander abgestimmt und rationalisiert. So können wir mit einer Gesamtlösung aus einer Hand noch professioneller am Markt auftreten.“
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger











