Tourismuswahl: Kulinarik-Liste wünscht sich zwei Aufsichtsrats-Mandate

Verstärkte Werbung in den Bereichen Kulinarik und Regionalität sowie die Wiedereröffnung der Hotelfachschule Lienz sind zwei der Hauptanliegen von Ernst Moser und Hans-Peter Sander.

Bei einem Mediengespräch im Tirolerhof in Dölsach stellten Ernst Moser und Hans-Peter Sander Freitagnachmittag ihre „Unabhängige Liste für Kulinarik und Regionalität” für die Tourismuswahl am 29. Jänner 2019 vor. Die Liste kandidiert in den Stimmgruppen 2 mit Hans-Peter Sander an erster Stelle und in der Stimmgruppe 3 mit Ernst Moser an erster Stelle. „Ich bin jetzt mehr als ein Jahr im Aufsichtsrat des TVBO und habe öfters versucht, Kulinarikthemen zu positionieren. Es war aber nicht einfach, hier durchzudringen”, sagte Ernst Moser einleitend. Aus diesem Grund habe er die Liste mit seinem Kollegen Hans-Peter Sander und anderen gegründet.

 

Ernst Moser: „Regionen – wie die Südsteiermark oder Friaul – profitieren bereits seit Jahren vom Gourmet-Tourismus. Mit diesem könnten wir in Osttirol insbesondere auch in der Vor- und Nachsaison den Tourismus beleben. Ich habe auch in diesen Zeiten mein Lokal geöffnet – bisher hatte ich dann natürlich hauptsächlich einheimische Gäste.”

 

„Wir verfügen im Bezirk über eine große Dichte an Haubenbetrieben sowie ausgezeichneten Gasthäusern und Restaurants, die in hohem Maße auf frische Produkte setzen. Diese Qualität wird unserer Meinung nach zu wenig beworben. Essen und Trinken liegt im Trend, Kochsendungen boomen. Auch unsere Gästeschichten werden in den nächsten Jahren immer älter, und speziell diese legen großen Wert auf Kulinarik. Hier haben wir in der Tourismuswerbung Aufholbedarf”, sagte Haubenkoch Ernst Moser. Ein besonderes Anliegen ist es ihm und Hans-Peter Sander, sich mit den Produzenten – und hier hauptsächlich mit der Landwirtschaft – besser zu vernetzen. „Hier mangelt es insbesondere auch an der Verfügbarkeit. Wir können den Bauern durch unser Wissen, was der Markt braucht, auch Planungssicherheit geben. Vielleicht gelingt es dadurch auch dem einen oder anderen Landwirt, seinen Betrieb wieder im Vollerwerb zu führen”, so Moser.

 

Haubenkoch Hans-Peter Sander: „Ohne perfekt ausgebildete Fachkräfte ist Qualitätstourismus nicht möglich. Wir fordern die Wiedereröffnung der Hotelfachschule. Vielleicht gelingt das jetzt, weil die Mindestschülerzahl gefallen ist. Unsere Vision ist eine Hotelfachschule in Lienz mit einer 3-jährigen Ausbildung und wahlweise einem 2-jährigen Aufbaulehrgang mit Maturaabschluss.”

 

Ein großes Anliegen ist es den beiden Spitzenköchen, die Wiedereröffnung der Hotelfachschule Lienz zu erreichen. „Man hat es verabsäumt, auf die Hotelfachschule acht zu geben. Inzwischen ist auch die Politik draufgekommen, dass wir verstärkt Handwerker – vor allem auch in der Gastronomie – brauchen. Vielleicht können wir die Wiedereröffnung der Schule erreichen”, so Hans-Peter Sander. Der Facharbeitermangel in der Gastronomie hätte laut den beiden Spitzengastronomen sicher auch mit der fehlenden Tourismusgesinnung in der Bevölkerung – im Speziellen bei der Jugend – zu tun. „Wir müssen diese Arbeitsplätze wieder attraktiver machen und gemeinsam nach Lösungen – auch was z.B.  Arbeitszeit und Entlohnung betrifft – suchen”, so Moser.

Mit 10 Haubenlokalen sei man laut Ernst Moser in den letzten Jahren in Osttirol sehr gut gewachsen. Man trete für den weiteren Ausbau von Infrastruktureinrichtungen ein. „Alle Regionen müssen gleichermaßen von den Investitionen und den Tourismusgeldern profitieren. Ein Problem ist, dass allein im Lienzer Raum 2.000 Gästebetten fehlen”, so Sander. Der Hochstein müsse als Erlebnisberg für das ganze Jahr ausgebaut werden. „Hier ist schon einiges geschehen. Es braucht aber noch Investitionen – ob aus eigener Kraft oder auch mit einem Investor”, so Moser.

Bei der Tourismuswahl am 29. Jänner wünschen sich die beiden Gastronomen zwei Mandate. „Es wäre schön, wenn wir in beiden Stimmgruppen ein Mandat erreichen würden und dann unter anderem auch die wichtigen Bereiche Kulinarik und Regionalität in den nächsten Jahren im Osttiroler Tourismus stärker positionieren könnten”, betonten Sander und Moser abschließend.

 

Text: Raimund Mühlburer, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

18. Januar 2019 um