Tourismus in Osttirol beinahe wieder auf „Vor-Corona-Niveau“

Mit 886.218 Nächtigungen verzeichnete Osttirol im vergangenen Winter nur 1,3 Prozent weniger Buchungen als im Rekordwinter 2018/2019. Auch die Buchungslage für den Sommer ist gut.

Einen Rückblick auf den vergangenen Winter und einen Ausblick auf die bevorstehende Sommersaison gaben Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes Osttirol, und Marketingleiter Bernhard Pichler am Dienstag, 23. Mai, gegenüber Medienvertretern. „Der vergangene Winter entwickelte sich äußerst erfreulich. Mit 886.000 Nächtigungen konnten wir fast an den Winter 2018/2019 – den Rekordwinter vor Ausbruch der Corona-Pandemie – herankommen. Schneetechnisch war der Winter eine Herausforderung, große technische Probleme gab es vor allem in Lienz“, so Franz Theurl einleitend.

Die Qualität in Osttirols Beherbergungsbetrieben hätte laut Theurl zugenommen, der Anteil der von Privatvermietern angebotenen Unterkünfte würde zurückgehen. „Auffallend ist der steigende Anteil an Inlandsgästen. Im Winter beträgt der Anteil der Österreicher schon rund 21 Prozent, im Sommer liegt er bei ca. 28 Prozent. Gäste aus Wien und Ostösterreich reisen verstärkt mit dem Zug an. Wir werden uns in diesem Zusammenhang ein neues Angebotspaket überlegen. Bei den Inlandsgästen ist im Sommer der hohe Anteil von Gästen aus Nordtirol interessant. Sie schätzen genau das, worauf wir schon seit Jahrzehnten setzen – nämlich die unverbrauchte Natur und den Umstand, dass man bei uns auch noch viele ruhige Plätze sowie Wander- und Radwege findet, die nicht überlaufen sind“, so Theurl.

 

Marketingleiter Bernhard Pichler (links) und TVBO-Obmann Franz Theurl berichteten von einer guten vergangenen Wintersaison und zeigten sich auch für den bevorstehenden Sommer optimistisch.

 

Rund 170.000 Nächtigungen werden in Osttirol jährlich über „Urlaub am Bauernhof“ erzielt. „Das entspricht einem Anteil von 7 Prozent an den Gesamtnächtigungen. Rund 75 Prozent der Nächtigungen entfallen in Osttirol auf den gewerblichen Bereich. Der Anteil der Privatquartiere nimmt weiter ab. Nur etwa 1,7 % der Nächtigungen werden mit klassischen Privatzimmern mit Frühstück (ca. 1.300 Betten) erzielt. Der Anteil der privaten Ferienwohnungen (ca. 4.300 Betten) beträgt etwa 5,3 %“, erklärte Bernhard Pichler.

Die nächtigungsstärkste Region in Osttirol war im vergangenen Winter (November bis April) die Nationalparkregion (276.966 Nächtigungen), gefolgt vom Hochpustertal (254.778 Nächtigungen), dem Defereggental (180.163 Nächtigungen) und den Lienzer Dolomiten (174.311 Nächtigungen). Die Gemeinde St. Jakob i. Def. war mit 147.981 Übernachtungen der nächtigungsstärkste Ort. Obertilliach erreichte mit 85.044 Nächtigungen das stärkste Ergebnis aller Zeiten.

Für den bevorstehenden Sommer zeigten sich Franz Theurl und Bernhard Pichler äußerst optimistisch. „Die allgemeine Buchungslage für den Sommer ist gut“, berichtete Pichler.

„Durch Investitionen in die Infrastruktur wurde Osttirol in den letzten Jahren stark aufgewertet. Die Iseltrail-Hängebrücke im Virgental wird Mitte August eröffnet werden. Die Glocknerkrone ist ein neues attraktives Weitwanderangebot. Investiert wird unter anderem auch in den Weg der Sinne in Virgen. Die Galitzenklamm verfügt über eine neue Kinderlandschaft, und auch der Familienpark am Zettersfeld wurde ausgebaut. Besonders freuen wir uns auch über das neue Freilichtmuseum in Innervillgraten. Hier kann man in die faszinierende Geschichte alpinen Lebens und bäuerlicher Arbeitskultur eintauchen“, so Theurl.

Nächtigungsstatistik Regionen und Orte November 2022 bis April 2023

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: TVB Osttirol/Elias Bachmann, Osttirol heute/Mühlburger

23. Mai 2023 um