Tischlerei Wieser: Qualitätsvolle Ausbildung für junge Handwerks-Talente

Die Tischlerei Wieser in Strassen setzt auf die Lehrlingsausbildung. In der über 55-jährigen Firmengeschichte wurden bereits über 70 Lehrlinge ausgebildet.

„Der Facharbeitermangel wird zwar auch im Tischlergewerbe und in der Region immer drastischer, für unseren Betrieb finden wir aber nach wie vor genügend Lehrlinge. Ich beobachte, dass sich junge Menschen in Osttirol immer noch gerne für einen Handwerksberuf und eine entsprechende Lehre entscheiden”, sagt Firmenchef Friedrich Wieser. Der Tischlermeister, der sich auch als  Bezirksinnungsmeister für das Tischlergewerbe engagiert, hat den 1963 von seinem Vater gegründeten Betrieb im Jahre 1998 übernommen. Das Familienunternehmen in der Pustertaler Gemeinde Strassen ist breit aufgestellt und eine der wenigen Bau- und Möbeltischlereien in Tirol, die noch alle Bereiche in Eigenfertigung abdecken.

 

Kreativ gearbeitet wird nicht nur in der Werkstatt, sondern auch im hauseigenen Planungsbüro.

 

28 Mitarbeiter beschäftigt Friedrich Wieser derzeit, davon fünf Lehrlinge und sechs Mitarbeiter im hauseigenen Planungsbüro. „Unser Anspruch, höchste Qualität – von der Planung bis zur Montage – sicherzustellen, prägt den abwechslungsreichen Arbeitsalltag unseres Teams. Die Vielseitigkeit ist natürlich auch für unsere Lehrlinge Motivation. Als Betrieb schaffen wir die Rahmenbedingungen für eine qualitätsvolle Ausbildung. Stark bringen sich aber auch unsere Mitarbeiter ein, die die tagtägliche Arbeit mit den Lehrlingen mit eigenen Ideen aktiv mitgestalten”, hält der Tischlermeister fest. Das Faszinierende am Tischlerberuf ist für ihn vor allem die Möglichkeit, die eigene Kreativität ausleben zu können. „Aus den rohen Naturmaterialien entstehen durch handwerkliches Wissen und die Einbeziehung eigener Ideen Werkstücke, Möbel und ganze Einrichtungen. Das Ergebnis aus diesem Prozess stellt etwas Nachhaltiges und Wertbeständiges dar, an dem man sich jeden Tag wieder aufs Neue erfreuen kann.”

 

 

Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit sind, so Wieser, solche kreativen Prozesse, aus denen z.B. eine Stubeneinrichtung resultiert, die über Generationen Bestand hat, von großer Bedeutung für die Freude am Beruf – insbesondere auch für junge Menschen. „Derzeit arbeiten wir z.B. auch an der Sanierung der Burg Heinfels mit. Mich persönlich fasziniert die Geschichte dieser jahrhundertealten Burganlage. Darin involviert zu sein und die handwerkliche Geschichte weiterzuschreiben, ist etwas sehr Erbauendes.“ Seine Lehrlinge beschreibt Friedrich Wieser als sehr interessiert am Handwerk und bestrebt, etwas aus sich zu machen. „Lehrlinge auszubilden, ist die wichtigste Maßnahme, um dem  Facharbeitermangel entgegenzuwirken. Jeder Betrieb ist dafür mitverantwortlich, dass die Ausbildung junger Handwerker im gesamten Land funktioniert”, ist er überzeugt.

 

 

2015 wurde der Tischlerei Wieser als einzigem Osttiroler Tischlereibetrieb das Prädikat „Ausgezeichneter Tiroler Lehrbetrieb” verliehen. 2018 hat das Land Tirol das Prädikat verlängert. Dass seine Lehrlinge an Lehrlingswettbewerben teilnehmen, ist Wieser ein besonderes Anliegen. „Die jungen Tischler messen sich auch innerhalb des Betriebes und erhalten ein Feedback, wo ihre Fähigkeiten und Talente im Speziellen liegen und wo sie sich noch weiterentwickeln können”, erklärt er und betont, dass jungen Menschen mit einer abgeschlossenen Tischlerlehre alle Türen offen stehen.

 

 

„Im Lehrberuf Tischlereitechniker können die jungen Menschen nach der 3-jährigen Lehrzeit ein viertes Jahr anhängen und ihr bisher erworbenes Wissen in den Bereichen Planung oder CNC-Technik vertiefen. Der nächste Schritt in der fachlichen Ausbildung ist die Meisterprüfung. Das Angebot ,Lehre und Matura‘ stellt nur eine der vielen Weiterbildungsmöglichkeiten dar, die sich den jungen Tischlern erschließen”, hält Friedrich Wieser abschließend fest.

 

Der 16-jährige Lukas Kollreider aus Anras absolviert derzeit das 2. Lehrjahr in der Pustertaler Bau- und Möbeltischlerei. „Ich habe immer schon gerne mit Holz gearbeitet – als Kind gemeinsam mit meinem Papa und meinem Opa. So war es für mich keine Frage, eine Tischlerlehre zu beginnen, und ich habe diesen Schritt nie bereut. Jeder Tag hier in der Tischlerwerkstatt ist anders – es wird einem nie langweilig. Ich kann meine eigenen Ideen einbringen und freue mich immer, wenn wieder ein Werkstück fertig gestellt ist. In der Berufsschule interessiert mich neben dem Fach Werken vor allem auch das Computerzeichnen.“

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger

25. Januar 2019 um