Tierheim Osttirol nimmt in Kürze Betrieb auf

Der Neubau des Osttiroler Tierheims am Standort an der westlichen Stadteinfahrt von Lienz im Ortsteil Pfister befindet sich aktuell auf der Zielgeraden.

Seit vielen Jahren kümmert sich der Osttiroler Tierschutzverein ehrenamtlich um entlaufene, ausgesetzte und streunende Tiere. Lange Zeit fanden heimatlose Hunde und Katzen bei Vereinsmitgliedern Unterschlupf, dem Wunsch nach einer dauerhaften Bleibe wurde bezirksweit wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Es ist der Hartnäckigkeit und kontinuierlichen Lobbyarbeit durch engagierte Persönlichkeiten des Tierschutzvereines zu verdanken, dass im Herbst 2013 mit der Aufstellung von zwei Containern im Lienzer Ortsteil Pfister ein erster Schritt in Richtung einer adäquaten Unterbringungsmöglichkeit für die Tiere gesetzt werden konnte. Drei Jahre später, im November 2016, schritt man zum Spatenstich für das Tierheim Osttirol – ein wichtiger Tag, wie Tierschutzverein-Geschäftsführerin Christine Zangerl berichtet. Die Finanzierung des eingeschossigen und in Holzriegelbauweise ausgeführten Gebäudekomplexes war, wie sie erzählt, kein leichtes Unterfangen. „2016 haben wir die Förderzusage des Landes Tirol für den rd. 500.000,- Euro teuren Bau und im Anschluss daran auch die tierschutzrechtliche Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft Lienz erhalten. 236.000,- Euro schießt das Land zu, 50.000,- Euro kommen aus dem Gemeindeausgleichsfonds.“ Die Zustimmung und Beschlüsse der einzelnen Osttiroler Gemeinden ließen hingegen, wie die Lienzerin betont, auf sich warten. „Inzwischen haben annähernd alle Kommunen zugestimmt, sich an den Baukosten zu beteiligen. Die Stadtgemeinde Lienz unterstützt das Tierheim Osttirol darüber hinaus auch durch die Bereitstellung des Grundstückes.“

Beim Baufortschritt selbst – der Großteil des Rohbaues stand Ende 2016 – musste man bautechnisch bedingte Verzögerungen hinnehmen. Christine Zangerl: „Ursprünglich sind wir von einem Eröffnungstermin im Juli 2017 ausgegangen. Jetzt peilen wir den Termin Anfang Dezember an und hoffen, dass dann mit dem Einzug alles klappt.“ Derzeit wird noch an allen Ecken des Osttiroler Tierheimes gearbeitet. Trotzdem sind die Struktur und Konzeption der Einrichtung bereits klar erkennbar. Große Fensterflächen, die bis zum Boden reichen, sorgen für Licht und Transparenz. Für die Unterbringung und Versorgung von bis zu 100 Katzen und acht Hunden wurden fünf Katzen- und drei Hunderäume im Gebäudeinneren eingerichtet. Diese werden durch noch zu gestaltende Freigehege ergänzt. Im Tierheim befinden sich zudem ein Sozialbereich mit Büro, sanitäre Einrichtungen, ein Lager- und ein Quarantäneraum sowie ein großzügiges Zugangsareal. Schließlich soll der Neubau nicht nur den Tieren eine geschützte Unterkunft sichern, sondern auch als Vermittlungsstelle dienen. Vorgesehen sind des Weiteren ein Stall für Hasen und andere Kleintiere sowie eine Voliere.

Wichtig wäre, so die Tierschutzverein-Geschäftsführerin, dass sich noch weitere Gönner für die Baustein-Aktion zugunsten des Tierheimes Osttirol finden. „Wir benötigen weitere Mittel für die Innenausstattung, aber auch für laufende Kosten.“ Wer sich an der Finanzierung beteiligen will, kann symbolische Bausteine zu 20,-, 50,- und 100,- Euro erwerben. Ab einer Spende von 1.500,- Euro werden die Namen, etwa von Firmen, auf einer Tafel im Tierheim verewigt.

Nähere Informationen dazu erhält man unter den Telefonnummern 0664/9163342 oder 0664/4433919.

Text: J. Hilgartner, Foto: Osttirol heute

26. Oktober 2017 um