„Team Osttirol“ präsentiert 50 Unterstützer
Das „Team Osttirol‘‘ tritt bei den Wahlen in die Gremien des Tourismusverbandes an. Am 15.11. präsentierte man 50 Unterstützer, als Kandidaten outeten sich erst vier Personen. Am Donnerstagvormittag, 15. November 2012, lud das „Team Osttirol – Die Tourismus-Offensive“ zur Teampräsentation. „Wir wollen einen Aufbruch im Osttiroler Tourismus erreichen. Ohne Veränderungen im Führungsteam ist Stillstand vorprogrammiert“, erklärte Joachim Defregger, Wirt vom Straganzhof in Iselsberg, einleitend. Martin Gratz, Musiker und diplomierter Freizeitdesigner aus Kals, erläuterte die Philosophie der Liste. „In der Vergangenheit standen nicht Sachthemen, sondern vor allem persönliche Befindlichkeiten im Vordergrund. Dadurch haben wir in den letzten 20 Jahren viele Nächtigungen und vor allem viel Potenzial verloren“, so Gratz. Osttirol könne sich in Zukunft nicht mehr mit einer „One-Man-Show“ präsentieren. „Wir bieten mit unserem Team viele motivierte, junge Unternehmer, frei denkende Menschen, Top-Netzwerker und vor allem auch sehr viele `alte Hasen`auf. Der Tourismusverband sollte in Zukunft nur mehr von professionellen Touristikern geleitet werden“, betonte Gratz. Er forderte eine strikte Trennung der normativen und der operativen Ebene im Osttiroler Tourismus. Die Geschäftsführung müsse professionell arbeitenden MitarbeiterInnen obliegen, die von einem Marketingteam unterstützt werden. Vom Mitarbeiter-Abbau in den einzelnen TVB-Büros, wie ihn kürzlich der Lienzer Unternehmer Christian Zanon forderte, wollte Gratz nichts mehr wissen. „Wir brauchen motivierte, professionelle MitarbeiterInnen und vor allem auch Strukturen in den Tälern, die eine optimale Betreuung des Gastes vor Ort gewährleisten“, meinte er.
Vor allem müsse aber auch das „Vertrauen nach innen“ wieder zurückgewonnen werden. „Die Motivation der kleinen Unternehmer und Vermieter in den Tälern ist in letzter Zeit in Richtung Null gesunken. Wir müssen auch vor allem die Jugend wieder verstärkt für den Tourismus gewinnen und vermitteln, dass es im Tourismus wertvolle und gute Arbeitsplätze gibt“, sagte Gratz, der auch als Vize-Bgm. in der Gemeinde Kals tätig ist. In Richtung der derzeitigen TVBO-Führung meinte Gratz: „Ich schätze Franz Theurl sehr. Aber die Zeiten ändern sich, und man kann heute Tourismus nicht mehr als Hobby betreiben. Um aus diesem Sog herauszukommen, appelliere ich an Franz Theurl, bei uns im „Team Osttirol“ Mitglied zu werden!“
Hotelier Josef Kreuzer (links) hielt fest, „dass er nicht mehr kandidieren würde“. Der Innervillgrater Unternehmer Josef Schett sagte seine Kandidatur hingegen fix zu.
Präsentiert wurde eine Liste mit 50 Personen (hier zum Download), wobei man betonte, dass es noch keine konkrete Reihung innerhalb der Liste gebe. Dass sie konkret bei den Wahlen kandidieren, bestätigten lediglich vier Personen – Joachim Defregger (Straganzhof, Iselsberg; Skishop, Lienz), Josef Schett (Villgrater Natur, Innervillgraten), Anton Tschurtschenthaler (Feriendorf Hochpustertal, Heinfels) und Josef Senfter (Schuistlhof, Sillian).
Martin Graz sprach auch die finanzielle Situation des Tourismusverbandes Osttirol an. „Bei einer Standortbestimmung haben wir schockierende Zahlen zu Gesicht bekommen. Angesichts dieses Verschuldungsszenarios sind uns die Hände gebunden und Marketingpotenzial geht verloren. Investitionen in die Infrastruktur müssen transparent, ehrlich und gut abgestimmt werden. Privaten Projekten, wie dem geplanten Erlebnisbad in Matrei, wird das „Team Osttirol“ sicher keine Zustimmung geben“, so Gratz abschließend.
Petra Wolffhardt MBA (rechts): „Als Tirol-Werberin habe ich Osttirol lange von außen wahrgenommen, Ich orte wenig Zusammenarbeit und Stagnation.“
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images
