TAL: „Sicherer und nachhaltiger Transport des Rohöls hat oberste Priorität!“

37,4 Mio. Tonnen Rohöl transportierte die TAL 2021 von Triest zu acht Raffinerien – weniger als vor der Corona-Pandemie. Heuer soll der Öldurchsatz wieder leicht ansteigen.

Bei einem Pressegespräch in Lienz informierte Alessio Lilli, General Manager der TAL, über das Geschäftsjahr 2021 und aktuelle Entwicklungen auf dem Energiesektor. „Die TAL-Gruppe besteht aus drei Gesellschaften in Österreich, Deutschland und Italien. Sie betreibt die Transalpine Pipeline, die den Hafen von Triest mit der Mitte Europas verbindet und dadurch den Rohölbedarf von Österreich (90 %), Tschechien (50 %) und Süddeutschland (100 %) deckt. Im Vorjahr transportierte die TAL 37,4 Mio. Tonnen Rohöl zu acht Raffinerien in Österreich, Deutschland und der Tschechischen Republik. In den Covid-Jahren 2020 und 2021 wurde etwas weniger Rohöl transportiert. Heuer wollen wir wieder auf rund 39 Mio. Tonnen kommen“, so Lilli einleitend.

 

Durch die Pipeline der TAL wird Rohöl vom Triester Hafen zu acht Raffinerien in Deutschland, Österreich und Tschechien transportiert. Foto: TAL

 

425 Schiffe wurden im Vorjahr im Hafen von Triest entladen. „2021 feierte die TAL ihr 55-jähriges Bestehen. Seit 1967 sind etwa 1,6 Milliarden Tonnen Rohöl durch die Pipeline geflossen, das entspricht in etwa dem weltweiten Verbrauch von 4 Monaten. Rund 21.000 Tanker wurden in den 55 Jahren in Triest entladen“, erklärte Lilli.

2021 investierte die TAL länderübergreifend 14 Mio. Euro, in Österreich waren es rund 2 Mio. Euro. „Oberste Priorität hat der sichere und nachhaltige Transport des Rohöls. Bei den Investitionen geht es uns vorrangig darum, die Qualität der Anlagen zu erhöhen“, so Lilli. Aber auch die Investition in nachhaltige Projekte hat für den TAL-Manager einen hohen Stellenwert.

 

Das erste Rohöl-Laufkraftwerk der Welt befindet sich im Bereich Taimeralm auf der Salzburger Seite des Felbertauern im Gemeindegebiet von Mittersill. Foto: Martin Lugger

 

Seit 2018 nutzt die TAL im weltweit ersten und einzigen Rohölkraftwerk das Gefälle zwischen Felbertauern-Nordportal und Mittersill, um im Bereich Taimeralm mit einem Kraftwerk Strom zu erzeugen. „Allein im Vorjahr haben wir etwa 11,8 GWh Strom produziert. Das entspricht etwa einem Achtel des Stroms, den die TAL für das Pumpen benötigt. In Italien arbeiten wir am enerProject. Geplant sind dabei hocheffiziente Wärme-Kopplungsanlagen, die langfristig mit Biomethan betrieben werden und Strom für den Betrieb der Pipeline liefern sollen“, erklärte der General Manager.

Zum Abschluss gab Alessio Lilli noch einen Überblick über die aktuelle Situation am Energiesektor. Auf die Frage, ob der Nachschub mit Rohöl durch die europäischen Wirtschaftssanktionen gegen Russland und durch die Einstellung des Öl-Terminals in der südrussischen Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer gefährdet sei, meinte der TAL-Manager: „Der Ölmarkt ist ziemlich flexibel. Das russische Öl hat für die TAL nur etwa einen Anteil von 8 Prozent. Über die Route Schwarzes Meer beziehen wir Öl aus Kasachstan und Aserbaidschan – etwa 40 Prozent des gesamten Rohöls. Der Rest kommt aus Libyen, Mexiko, den USA, Westafrika und weiteren Ländern. Im Übrigen rechne ich nicht damit, dass das Öl-Terminal in Noworossijsk längerfristig geschlossen bleibt.“

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger, TAL, Martin Lugger

07. Juli 2022 um