Tag des Apfels: „Osttirol Obst“ trägt seit 25 Jahren reichlich Frucht

Am Obsthof Webhofer in Gaimberg betreiben die Familien Koller, Kuenz und Webhofer gemeinsam ein Kühllager, eine Sortieranlage und eine Saftpresse.

Der 2. Freitag im November ist traditionell der Tag des Apfels und wird standesgemäß von den Osttiroler Obstbauern gefeiert, heuer aufgrund der besonderen Situation zumindest geehrt. Dieses Jahr gibt es zudem einen zweiten Grund, worauf man stolz sein darf. Bereits seit 25 Jahren arbeiten die regionalen Produzenten im Bereich der Lagerung und Verarbeitung erfolgreich zusammen.

Der Apfel – das beliebtestes Obst Österreichs

Ca. 80 kg Obst verzehrt jeder Österreicher pro Jahr, knapp 20 kg davon sind Äpfel. Damit führt die heimische Vitaminbombe das Ranking der Obstarten an. „Der Apfel ist nicht nur gesund, sondern auch das einzige Obst, dass es ganzjährig aus heimischer Produktion zu kaufen gibt,“ erklärt DI Johannes Kuenz. Und tatsächlich lassen sich gesunde Äpfel bei den richtigen Bedingungen ganzjährig lagern. „Möglichst kalt und feucht, dann bleiben sie knackig und frisch,“ so Kuenz weiter. Die optimalen Lagerbedingungen liegen bei 2° C und einer Luftfeuchtigkeit von ca. 90 %. Idealweise sollen Äpfel also im Kühlschrank oder einem nicht geheiztem Keller gelagert werden.

Osttirol Obst – 25 Jahre Zusammenarbeit verbindet

Um die optimalen Lagerbedingungen für die Früchte zu garantieren, machten Osttiroler Obstbauern im Jahr 1995 aus der Not eine Tugend und gründeten „Osttirol Obst“. Friedrich Webhofer, Gründungsmitglied der Gemeinschaft, erinnert sich an die Anfänge: „Bei den ganzen Besprechungen hat uns die gemeinsame Herausforderung, vor der wir standen, verbunden. Zusammen mit den Familien Kuenz und Koller sowie anderen Betrieben haben wir dann viel Geld in modernste Technik für die Lagerung, Verpackung und Verarbeitung gesteckt. Für einen einzelnen Betrieb wären die Investitionen damals wie heute viel zu groß.“

 

v.l.n.r.: DI Florian Kuenz, DI Johannes Kuenz, Franz Koller, Friedrich Webhofer

 

Gemeinsam wird nunmehr seit einem Vierteljahrhundert am Obsthof der Familie Webhofer in Gaimberg ein Kühllager für knapp 150.000 kg Äpfel, eine Sortieranlage und eine Saftpresse betrieben. Laufend wird in neue Anlagen und Systeme investiert, um am Stand der Technik zu bleiben. In der „Osttirol Obst“ arbeiten heute die Familie Kuenz aus Dölsach, die Familie Webhofer aus Gaimberg und die Familie Koller aus Tristach zusammen. In Summe betreuen die Betriebe ca. 15 Hektar Obstgärten, immerhin drei Viertel der Osttiroler Erwerbsobstbaufläche, wenn man Erdbeeren nicht mitrechnet.

Nach dem Kaltlufteinbruch bei der Blüte, der zum Glück größtenteils abgewehrt werden konnte, freuen sich die drei Betriebe, dass sie auch heuer wieder weit bis in das nächste Frühjahr heimische Äpfel liefern können. „Der Frost hat bei den meisten Sorten zum Glück nur leichte, oberflächliche Schäden an der Schale verursacht. Nachdem diese Frostzungen den Geschmack nicht beeinflussen, wurden die Äpfel bei der Ernte aussortiert und zu Apfelsaft oder Schnaps verarbeitet. Dennoch kann es sein, dass der eine oder andere Apfel beim Stängel eine etwas rauere Schale hat,“ erklärt DI Florian Kuenz die Herausforderung der heurigen Ernte.

Alle drei Betreibe verkaufen ihr Obst ab Hof und haben zum „Tag des Apfels“ eine besondere Aktion angekündigt: Von 13. bis 20. November gibt es beim Kauf von 5 kg Äpfeln eine Flasche Apfelsaft GRATIS dazu. „Auch wenn die Zusammenarbeit der Osttirol Obst zu Beginn eine rein geschäftliche war und es auch heute noch darum geht, vor allem Kosten zu verteilen, freut es mich, dass unabhängig davon inzwischen langjährige Freundschaften verbinden. Diese gehen inzwischen über Generationen“, erzählt Franz Koller begeistert von der langjährigen Zusammenarbeit.

 

Text: Redaktion, Fotos: AdobeStock/kaninstudio, Kuenz

13. November 2020 um