Südtiroler Waffelproduzent Loacker feierte 25 Jahre Standort in Heinfels
Im Sommer 1999 wurde die neue Produktionsstätte in Osttirol in Betrieb genommen. Im Vorjahr wurden in Heinfels mit knapp 400 Mitarbeitern über 23.000 Tonnen der weltbekannten Waffel- und Schokoladenspezialitäten hergestellt.
Leicht bekömmlicher, natürlicher Genuss, höchste Qualität und die Liebe zur Natur vereint in köstlichen Waffel- und Schokoladenspezialitäten – dafür steht Loacker bereits seit 1925. Das von Alfons Loacker gegründete Familienunternehmen entwickelte sich über die letzten 90 Jahre von einer kleinen, regionalen Konditorei in der Bozner Altstadt zu einer weltweit bekannten Marke, deren Produkte in über 100 Ländern exportiert werden.

1998 ging das Unternehmen Loacker nach Osttirol: In Heinfels wurde mit dem Bau eines neuen Werkes begonnen. 1999, nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit, konnte es bereits in Betrieb genommen werden. „Geeignetes Wasser, kalte und saubere Luft, qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte, verfügbarer Grund und die Unterstützung von Gemeinde und Region – das alles hat uns motiviert, uns für diesen Standort zu entscheiden. Es war eine tolle Zusammenarbeit von allen Beteiligten, eine Art gemeinsame Aufbruchstimmung, die uns half, in Rekordzeit den Bau trotz widriger Wetterbedingungen hochzuziehen und die Inbetriebnahme zu meistern“, erinnert sich Andreas Loacker, der Vizepräsident Verwaltungsrates, zurück.
v.l.n.r.: Ulrich Zuenelli (Präsident des Verwaltungsrates) und sein Cousin Andreas Loacker (Vizepräsident des Verwaltungsrates)
Loacker kann heute zufrieden auf seine Entwicklung am Standort Heinfels zurückblicken: Das Betriebsgrundstück umfasst jetzt rund 6,3 Hektar Fläche, aus den anfänglichen 70 Mitarbeitern wurden knapp 400. Und auch die Produktionszahlen spiegeln den erfolgreichen Werdegang wieder – den im Jahr 2000 produzierten 6.046 Tonnen stehen 23.229 Tonnen im Jahr 2023 gegenüber.
Äußerst erfolgreich entwickelten sich auch die Besucherzahlen der Genusswelt und der Mitmach-Konditorei: 2010 besuchten 4.345 Personen die Genusswelt, im vergangenen Jahr waren es 77.527. Die Besucher der Mitmachkonditorei erhöhten sich von knapp 1.400 im Jahr 2014 auf über 8.000 im Vorjahr. Damit hat sich Loacker in den letzten 15 Jahren als touristische Destination etabliert, die Besucher aus aller Welt anzieht.

Die Entwicklung des Werksverkaufs ist eine eigene, interessante Geschichte: „Angefangen hat es hinter Zäunen und Toren, dann kam ein geliehener Traktor mit Verkaufsanhänger auf der Wiese. Weiter ging es mit der Gartenhütte an der südöstlichen Grundstücksecke bis zur Moccaria und dem heutigen Loacker Cafè. Dieses entwickelte sich äußerst erfolgreich: Der Umsatz konnte von 471.000 Euro im Jahr 2009 auf über 3 Millionen gesteigert werden“, informiert Andreas Loacker.
Nach vielen erfolgreichen Jahren mit dem bisherigen Konzept will Loacker seinen Kunden in Zukunft in Heinfels ein noch überzeugenderes Genusserlebnis bieten. „Wir bauen das Café um. Die Bagger sind bereits aufgefahren, und die Fertigstellung des Um- und Ausbaus ist bereits rund um die Weihnachtszeit geplant“, so Loacker.

2009 wurde massiv ausgebaut, um die Kapazitäten zu verdoppeln. Als der nächste große Erweiterungsschritt anstand, gab es verschiedene Szenarien: Um vorhersehbaren Engpässen rechtzeitig entgegenzuwirken, war eine Erweiterung der Produktionsflächen und -kapazitäten unumgänglich – an einem bestehenden oder einem neuen Standort. Heinfels konnte sich durchsetzen, und im Herbst 2013 wurde mit dem Bau der neuen Produktionshalle begonnen. Auf ca. 16.000 m² bebauter Fläche – etwa 2 Fußballfeldern – entstand ein Gebäude mit knapp 36.000 m² Bruttogeschossfläche auf drei Ebenen.
Gerhard Figl übernahm im Mai die gewerberechtliche, Tinneke Gies die kaufmännische Geschäftsführung im Loacker-Werk in Heinfels.
„Vor 25 Jahren im Juni 1999 in Betrieb genommen, hat sich unser Werk in Heinfels zu einer Perle der Süßwaren-Industrie entwickelt. Dies spiegeln uns die vielen Auditoren wider, die dieses Prunkstück der Branche immer wiederkehrend in Bezug auf Qualitätsmanagement, Lebensmittelsicherheit, Umweltmanagement, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, soziale Standards und religiöse Anforderungen der Kosher- und Halal-Märkte zertifizieren. Vom Hochpustertal aus finden unsere Waffel- und Patisserie-Spezialitäten ihren Weg in über 100 Länder, und damit ist dieses Werk ein Eckpfeiler für unsere globale Qualitäts- und Marktführerschaft als welt-umsatzstärkste Premium-Waffelmarke “, betont Ulrich Zuenelli, der Präsident des Verwaltungsrates.
Frank Hess übergab die kaufmännische Geschäftsführung an Tinneke Gies.
Mit dem 25-Jahr-Jubiläum des Standortes Heinfels, das mit Mitarbeitern und Partner bei einem Sommerfest auf Burg Heinfels gefeiert wurde, stand auch ein Wechsel an der Führungsspitze an: Im Mai haben Tinneke Gies und Gerhard Figl die Geschäftsführung übernommen. Sie lösen damit das langjährige Führungsteam Frank Hess und Andreas Burger ab. „Frank Hess war von Anfang an dabei und kann auf bewegten Zeiten, seine großartige Aufbauarbeit und eine erfolgreiche Entwicklung des Standortes zurückblicken, wofür wir ihm Dank, Lob und Anerkennung aussprechen wollen“, Ulrich Zuenelli und Andreas Loacker.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Loacker