Starkes Borkenkäferjahr erwartet: Die Arbeiten im Wald beginnen wieder
Der Schadholzanteil lag im Vorjahr in Tirol bei rund 75 Prozent des Holzeinschlages. Rund ein Drittel aller Fördergelder für den Tiroler Wald floss 2023 in den Bezirk Lienz.
Über zwei Millionen Festmeter Holz betrug der Holzeinschlag in Tirol im vergangenen Jahr. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen durch den Forstdienst. Drei Viertel der Erntemenge war allerdings Schadholz infolge von Wetterereignissen und Käferbefall. Und die Sturmschäden des vergangenen Jahres sind noch nicht zur Gänze beseitigt. Zudem gilt es, den Borkenkäfer so gut wie möglich in Schach zu halten und mit der Aufforstung der Schadflächen zu beginnen. Im heurigen und im kommenden Jahr sollen dazu in Tirol rund 4,4 Millionen klimafitte Bäume gepflanzt werden.
Drei Viertel des Sturmholzes aufgearbeitet
„Nach einer kurzen Winterpause beginnt die Arbeit im Wald jetzt wieder. Unser oberstes Ziel ist ein funktionsfähiger und stabiler Schutzwald. Seitens der öffentlichen Hand stehen rund 23 Mio. Euro an Fördergeldern insbesondere für die Wiederbewaldung, die weitere Schadholzbeseitigung und die Borkenkäferbekämpfung zur Verfügung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Bereich der sogenannten Flächenwirtschaftlichen Projekte mit dem Fokus zur Sicherung der Schutzwirksamkeit der Wälder für den Siedlungsraum“, gibt LH-Stv. Josef Geisler einen Ausblick auf das Forstjahr 2024.
2023 ist von allen Beteiligten Unglaubliches geleistet worden, und so war es möglich, rund drei Viertel des durch die Sturmereignisse im vergangenen Sommer angefallenen Schadholzes aus dem Wald zu bringen. Ende November lag der Aufarbeitungsrad bei zwei Drittel.
Waldfonds ermöglicht Rekordinvestition in Tiroler Wald
Mehr als 31 Mio. Euro haben Tirols WaldbesitzerInnen im vergangenen Jahr mit Unterstützung von Bund, Land und EU in den Schutzwald investiert. Der vom Bund aufgestockte und verlängerte Waldfonds hat bei der Schadensbewältigung massiv geholfen. Rund ein Drittel aller Fördergelder ging 2023 nach Osttirol. „Die Borkenkäferbekämpfung und die Wiederbewaldung gehen in Osttirol auch im heurigen Jahr mit Nachdruck weiter. Doch auch in Nordtirol – und hier vor allem in den Bezirken Imst, Innsbruck Land und Schwaz – ist viel zu tun. Wir müssen das restliche Schadholz aufarbeiten, um dem Borkenkäfer möglichst wenig Angriffsflächen zu bieten“, erklärt Landesforstdirektor Josef Fuchs.
Starkes Borkenkäferjahr erwartet
Für die weitere Borkenkäferentwicklung ist vor allem die Witterung der kommenden Wochen und Monate entscheidend. „Die milden Temperaturen der vergangenen Tage und Wochen hatten noch keinen Einfluss auf die Borkenkäferentwicklung, da diese Insekten erst mit zunehmender Tageslänge wirklich aktiv werden. Geht es aber so warm weiter und fehlt die entsprechende Wasserversorgung, erwarten wir ein äußerst starkes Käferjahr. Dann ist Eile geboten. Befallene Bäume müssen umgehend gefällt und aus dem Wald gebracht werden“, betont der Landesforstdirektor.
Durch die gehäuften Schadereignisse der letzten Jahre konnte sich regional ein höherer Ausgangsbestand an Borkenkäfern entwickeln. Parallel zu den Aufräumarbeiten wird die weitere Entwicklung über ein Borkenkäfer-Monitoringsystem des Landesforstdienstes genau im Auge behalten, um rasch und gezielt agieren zu können.
Text: Redaktion, Foto: Osttirol heute/Mühlburger