Stadtwärme Lienz feiert 15-Jahr-Jubiläum

Am tirolweiten „Tag der offenen Heizwerke“ am 1. Oktober beteiligen sich auch die Biomasseheizkraftwerke in Lienz, Dölsach sowie Matrei und öffnen ihre Pforten.      

Als eine „Erfolgsgeschichte“ bezeichneten die Bgm. LA DI Elisabeth Blanik (Lienz) und Ing. Andreas Pfurner (Nußdorf-Debant) sowie Ing. Hermann Unsinn, Geschäftsführer der Stadtwärme Lienz, das Biomasseheizkraftwerk in Lienz/Peggetz, das am 1. Oktober 2001 seiner Bestimmung übergeben wurde, bei einem Medientermin. Alleineigentümer ist seit dem Jahr 2008 die Tiroler Wasserkraftwerke AG (TIWAG). 51 Mio. Euro wurden in 15 Jahren investiert, 62 Kilometer beträgt die Leitungslänge. Mit Wärme versorgt werden 75% der erschließbaren Haushalte in Lienz und Nußdorf-Debant – ganzjährig, weil einen wichtigen Teil auch die Versorgung mit Warmwasser ausmacht.

Nach sechs Monaten Bauzeit wurde am 1. Oktober 2001 die Stadtwärme Lienz mit 2 Biomassekessel und 18 Megawatt Leistung eröffnet. 2005 kam ein weiterer Kessel mit 8,7 MW Leistung, ein ORC-Prozessor mit 1,5 MW Leistung und ein ORC-Prozessor hinzu. 2015 wurde die Versorgungssicherheit durch Werk III noch einmal verbessert.

Nach sechs Monaten Bauzeit wurde am 1. Oktober 2001 die Stadtwärme Lienz mit 2 Biomassekesseln und 18 Megawatt Leistung eröffnet. 2005 kam ein weiterer Kessel mit 8,7 MW Leistung, ein ORC-Prozessor mit 1,5 MW Leistung und eine Kraftwärmekoppelung hinzu. 2015 wurde die Versorgungssicherheit durch Werk III und ein Notfallheizwerk noch einmal verbessert.

„Die Luftgüte war vor dem Bau des Werkes ein großes Problem für Lienz. Die Errichtung des Biomasseheizkraftwerkes sehe ich als Vorzeigebeispiel für Bürgerbeteiligung – es wurde damals ein eigener Energierat installiert. Inzwischen hat sich die Stadt als Eigentümerin zurückgezogen und die Anteile – wie alle anderen Gesellschafter – an den Landesenergieversorger übertragen. Die Lösung des Problems mit der Luftgüte und die wirtschaftliche Entwicklung sehe ich als Erfolgsgeschichte“, so die Lienzer Bürgermeisterin. Auch ihr Amtskollege aus Nußdorf-Debant stieß in dasselbe Horn. „Ich bin sehr froh, dass wir 2004 die Chance bekommen haben, bei der Stadtwärme Lienz mitzumachen. Auch die neuesten Großgebäude Wohn- und Pflegeheim sowie Feuerwehr in unserer Gemeinde werden über die Stadtwärme Lienz versorgt“, berichtete Andreas Pfurner.

Ing. Thomas Mühlmann ist der neue Betriebsleiter des Biomasseheizwerkes in Lienz/Peggetz.

Ing. Thomas Mühlmann ist der neue Betriebsleiter des Biomasseheizkraftwerkes in Lienz/Peggetz.

Seit die TIWAG 2008 Alleineigentümerin wurde, sei es auch mit der wirtschaftlichen Entwicklung bergauf gegangen, so Geschäftsführer Hermann Unsinn. „Seit zwei Jahren wirtschaften wir positiv, und es bleibt unterm Strich ein kleiner Überling. Jedes Jahr realisieren wir neue Projekte, die wir nun aus eigener Kraft finanzieren können. Dass der Holzpreis und die Zinsen derzeit eher niedrig sind, kommt uns dabei sehr entgegen“, so Unsinn. Mag. Oskar Januschke, Leiter der Abteilung Umwelt und Zivilschutz bei der Stadt Lienz, hob besonders die regionale Wertschöpfung hervor. „3 Mio. Euro werden jährlich allein für den Biomasseeinkauf aufgewendet. 80% stammen aus der Nahregion – das sind Rundholz und Waldhackgut – und 20% aus Forstbetrieben im Umkreis von 100 km. Etwas über 48% werden Industriehackgut – großteils von der Firma Theurl Holz – verarbeitet“, erklärte Januschke.

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Auch DI Andreas Moser, Koordinator des Tiroler Heizwerkverbandes, lobte die Entwicklung der Stadtwärme und der Regionalenergie Osttirol. „Begonnen hat die Entwicklung 1994 mit der Lichtgenossenschaft St. Jakob. Bei der Errichtung der Stadtwärme in Lienz waren Einzelkämpfer und Idealisten am Werk. Unsere 58 Anlagen von 28 Betreibern in Tirol leisten wichtige Beiträge zur Vermeidung von Treibhausemissionen, schaffen regionale Wertschöpfung und Beschäftigung, stärken die regionale Kaufkraft und erhöhen die Versorgungssicherheit“, so Moser.

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Am Samstag, 1. Oktober 2016, öffnen 17 Tiroler Biomasseheizwerke – unter ihnen auch die Werke in Lienz, Dölsach und Matrei – ihre Tore.  Man kann sich dabei nicht nur die Heizwerke anschauen, sondern erhält auch Informationen über den Prozess „Tirol 2050 energieautonom“ und über e-Mobilität. Das Werk in Lienz/Peggetz ist von 10.00 bis 16.00 Uhr, das in Matrei von 14.00 bis 17.00 Uhr und jenes in Dölsach von 9.00 bis 12.00 Uhr für Besucher geöffnet.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger