Lienzer Sparkasse: Modern, traditionsbewusst, regional

Die Lienzer Sparkasse AG ist knapp 140 Jahre alt und dennoch eine junge Bank, die sich den Herausforderungen des sich ständig wandelnden Umfeldes erfolgreich stellt.

„Ersparnisse ohne Schwierigkeit und Zeitverlust als Kapital sicher und fruchtbringend anzulegen und nach Bedarf wieder beheben zu können und den örtlichen Kreditbedürfnissen zu dienen“ – so lautete u.a. der Gründungszweck der Lienzer Sparkasse im Jahre 1878. Heute hat dieser, wie die beiden Vorstände der Lienzer Sparkasse AG, Mag. Anton Klocker und Mag. (FH) Martin Bergerweiß, betonen, nichts an Aktualität verloren, wenngleich auch viele andere Aufgaben im Laufe der Jahrzehnte hinzu gekommen sind. „Wir haben uns immer den Herausforderungen der Zukunft gestellt. Wir versuchen, die sich ändernden Rahmenbedingungen, aber auch die Kundenbedürfnisse vorausschauend zu erkennen und für die Wirtschaft und die Bevölkerung unserer Region optimale Lösungen zu entwickeln und anzubieten.“ Gerade in den letzten Jahren sei der gesamte Bankensektor einem rasanten Wandel unterworfen worden, so die beiden Bankexperten. Im Osttirol heute-Interview nehmen Sie auf die Bedeutung der Lienzer Sparkasse als regionaler Dienstleister, auf die Digitalisierung und auf die Rolle der Bank als Stabilitätsfaktor in Zeiten des Umbruchs Bezug.

Die Lienzer Sparkasse tritt als Universalbank mit starker regionaler Verankerung auf. Wie wichtig ist es, über die Zentrale am Johannesplatz, aber auch die Bankstellen in Lienz, im Puster-, Defereggen- und Iseltal sowie in Nußdorf-Debant in unmittelbarer Nähe zu den KundInnen zu sein?

Mag. Anton Klocker: Unabhängig davon, wo unsere Kunden wohnen, gewährleistet die Lienzer Sparkasse AG mit ihren sieben Bankstellen und aktuell rd. 60 MitarbeiterInnen, dass wir die finanziellen Bedürfnisse direkt vor Ort verlässlich und bestens erfüllen können. Wir verstehen uns als Partner für Privatkunden- und Unternehmenskredite, decken aber auch die Bereiche Leasing, Versicherung, Bausparen, Zahlungsverkehr oder Wertpapiere bestens ab. Es entspricht unserer Unternehmsphilosophie, dass wir Geld aus der Region holen, um es bestens zu verwalten und hier auch wieder zu investieren. Wir sind ein universeller Komplettanbieter, für den, leger ausgedrückt, die Bezeichnung `Finanzkreisler` ganz gut passt. Schließlich wollen wir nahe an den Menschen bleiben, mit ihnen interagieren, den persönlichen Kontakt pflegen und auf die jeweils individuellen Fragen antworten können.

Woher kommen die Kunden der Lienzer Sparkasse AG?

Mag. (FH) Bergerweiß: Wir betreuen Menschen und Betriebe aus dem gesamten Bezirk Lienz, aber auch aus Oberkärnten. Schließlich haben viele Pendler aus dem Drau- und Mölltal in Osttirol ihren Arbeitsplatz. Wir pflegen aber auch gute Kontakte in den oberitalienischen Raum, u.a. zu Kunden in Südtirol. Hat sich die Art und Weise, wie die Menschen auch bei uns Ihre Finanzen regeln, nicht durch die Digitalisierung stark verändert?

Spielt der direkte und persönliche Bank-Kunden-Kontakt in Zeiten des Online-Bankings überhaupt noch eine Rolle?

Mag. Anton Klocker: Ähnlich wie in anderen Wirtschafts- und Lebensbereichen ist die Digitalisierung und damit die Verlagerung vieler Bankgeschäfte auf das Mobiltelefon und ins Internet ein Megatrend, dem auch wir uns nicht entziehen können. Mit dem modernsten Banking Österreichs – „George“ – tragen wir dieser Entwicklung, im Verbund der Sparkassengruppe, Rechnung. Bei aller Technologie bleibt der Mensch aber im Fokus unserer Beratung. Erfahrungsgemäß sind es v.a. junge Menschen, die mehr denn je nicht einfach technisches Wissen benötigen, sondern generell erfahren wollen, wie man richtig wirtschaftet. Smarte Bankprodukte wie „George“ sind also nur die eine Seite, smarte Bankberater, wie z.B. in unserer Jugendbank spark7, eine andere. Am Ende profitiert jede Generation unserer Kunden!

Setzen die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), aber auch die vielfältigen Regulierungsmaßnahmen den Banksektor nicht unter starken Druck?

Mag. Anton Klocker: Natürlich sind die Gewinnspannen der Banken europaweit durch die zuletzt fixierte Nullzins-Politik der EZB gesunken bzw. stellen auch die massiv gestiegenen Anforderungen, die sich aus den Banken-Regulatoren ergeben, jedes Institut vor große Herausforderungen. Ich denke hier u.a. an die aufsichtsrechtlichen Aufgaben an das Management, an die Absicherung von Liquiditäts-, Marktpreis-, und operationellen Risiken, ebenso wie an sämtliche Themen rund um die Bankenaufsicht durch die EZB und die nationalen Behörden. Wir als Lienzer Sparkasse können im Verbund der Sparkassengruppe diesbezüglich Synergien nützen und so auch den damit verbundenen höheren Kosten besser begegnen.

2003 wurde die Privatstiftung der Lienzer Sparkasse gegründet. Was sind die Zielsetzungen dieser Institution?

Mag. (FH) Bergerweiß: Die Privatstiftung Lienzer Sparkasse sieht es als ihre Aufgabe an, die Grundidee der Gründer der Sparkasse – die Gemeinwohlorientierung – auch einem breiten Publikum zu vermitteln. Dieses klingende Wort „Gemeinwohlorientierung“ wird von der Stiftung Jahr für Jahr in konkrete Taten umgesetzt. Wir fördern gemeinnützige Projekte, Events und Vereine, unterstützen notleidende Menschen und haben mit unserem Projekt „Talentscouts“ auch eine besondere Initiative für junge Menschen gestartet. „Talentscouts“ ist zwischenzeitlich nicht nur sehr erfolgreich, sondern wurde auch bereits mehrfach preisgekrönt. Mit unserer regionalen Gemeinwohlarbeit schließt sich letztendlich auch wieder der Kreis für die Lienzer Sparkasse – als starkes, regionales und sicheres Unternehmen!

Text: Wirtschaftsredaktion, Foto: EXPA/Groder

24. März 2016 um