Schindel & Holz feierte 20-Jahr-Jubiläum
In den 20 Jahren seines Bestehens begründete der sozialökonomische Betrieb Schindel & Holz mit Sitz in Lienz-Peggetz rund 600 Beschäftigungsverhältnisse.
Gemeinsam mit dem AMS Tirol und dem Land Tirol hilft Schindel & Holz Langzeitarbeitssuchenden und schwer vermittelbaren Menschen, sich am freien Arbeitsmarkt wieder einzugliedern. Mit der Produktion von Lärchenschindeln hat man 1992 begonnen. „Die Anforderungen an Ausbildung und Qualifikation waren für dieses Geschäftsfeld sehr gering, es handelte sich aber um ein Produkt, das stark nachgefragt wurde und das für die Beschäftigten ein abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld bot“, blickte Geschäftsführer Heribert Pichler bei der Jubiläumsfeier zurück. Gefeiert wurde am Freitag, 22. Juni 2012, beim Tag der offenen Tür nicht nur 20 Jahre Schindel & Holz, sondern auch 15 Jahre Schindel & Holz Mobil und drei Jahre Umweltwerkstatt.
Im Laufe der Zeit wurden ein Tischlermeister, Lehrlinge und Werkstättenleiter eingestellt und man erschloss neue Geschäftsfelder. Von der Lärchenschindel-Produktion hat man sich inzwischen verabschiedet. Geschenkkisteln, Innentüren und Möbel werden jetzt erzeugt, im Rahmen von Schindel & Holz Mobil Dienstleistungen angeboten, die sonst am Markt nicht erhältlich sind, und in der Umweltwerkstatt in Zusammenarbeit mit der Firma Roßbacher Kunst- und Altstoffe wieder verwertet und Computer zerlegt. 60 Personen finden derzeit im sozialökonomischen Betrieb Arbeit, davon 18 einen dauerhaften Arbeitsplatz. „Qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen, faire Preisgestaltung und verbindliche Terminzusagen sind die drei Säulen unseres Erfolgs“, so Pichler.
„Schindel & Holz ist ein zeitloses Angebot am Arbeitsmarkt, weil es immer Menschen geben wird, die beschäftigungslos werden und nicht selbst in der Lage sind, auf den freien Arbeitsmarkt zurückzufinden“, betonte der Lienzer Vize-Bgm. Meinhard Pargger die Bedeutung des Betriebes. Die Stadt Lienz sei von Beginn an hinter der Idee gestanden. Pargger versprach, dass die Gemeinde auch weiterhin ein verlässlicher Partner sein werde. „Die Erfolgsgeschichte von Schindel & Holz fand in der Produktion und Lieferung von Möbeln für die Olympischen Jugendwinterspiele in Innsbruck die Krönung. Wo wären diese gesellschaftlich benachteiligten Menschen, wenn es diesen Betrieb nicht gäbe?“, so LA Mag. Verena Remler. „Mein Dank gilt den Mutigen, die damals diesen Betrieb gegründet haben. Es ist nämlich gerade in diesem Bereich nicht so einfach, Verantwortung zu tragen und Geld in die Hand zu nehmen“, so Uwe Ladstätter, neuer Obmann des Trägervereins OSPA (Osttiroler Sozialprojekte für Arbeitssuchende). Seit Beginn dabei ist Brigitte Tegischer. Geschäftsführer Heribert Pichler überreichte ihr für 20 Jahre Betriebszugehörigkeit ein Geschenk – passend Produkte aus einem sozialökonomischen Betrieb in Imst.
Text und Fotos: Raimund Mühlburger