Rossbacher investiert 41 Mio. Euro in den Wiederaufbau des AWZ

Mit modernen Recyclinganlagen, umfassenden Investitionen in den Brandschutz und dem Ausbau der regionalen Kreislaufwirtschaft soll bis 2027 ein leistungsfähiger Standort für die Abfallwirtschaft in Osttirol entstehen.

Rund ein Jahr nach dem verheerenden Großbrand startet die Rossbacher GmbH mit dem Wiederaufbau ihres AbfallWirtschaftsZentrums (AWZ) in Nußdorf-Debant. Das seit rund 70 Jahren bestehende Familienunternehmen investiert 41 Millionen Euro in neue Recyclinganlagen, moderne Infrastruktur und höhere Sicherheitsstandards.

Zukunftsprojekt mit klarer Standortentscheidung pro Osttirol

Der Großbrand am 28. Juni 2025 hatte nahezu die gesamte betriebliche Infrastruktur zerstört. Nach intensiven Planungsarbeiten, behördlichen Verfahren und dem Vorliegen der ersten Genehmigungen beginnt nun der Wiederaufbau. Rossbacher nutzt diese Investition, um den Standort technisch zu modernisieren und den Brandschutz grundlegend auszubauen, anstatt die bisherigen Anlagen lediglich zu ersetzen. Mit dem Bauprojekt bekennt sich der Familienbetrieb klar zum Standort Osttirol und sichert die rund 130 Arbeitsplätze im Unternehmen.

 

 

„Wir bauen den Standort nicht einfach wieder auf. Wir nutzen diese Investition, um den Standort technisch weiterzuentwickeln und für die kommenden Jahrzehnte gut aufzustellen. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, Wertstoffe noch besser zurückzugewinnen und die Entsorgungssicherheit für unsere Kunden langfristig zu sichern“, betont Franz Rossbacher von der Geschäftsführung.

 

 

Moderne Recyclinganlagen für die Kreislaufwirtschaft

Zu den wichtigsten Investitionen zählen eine vollautomatische Kunststoffsortieranlage, eine Ressourcenrückgewinnungsanlage für Sperrmüll sowie Gewerbe- und Baustellenabfälle, ein digitalisiertes Abfall- und Altstoffsammelzentrum für 160 Abfallfraktionen sowie eine Metallaufbereitungsanlage. Ergänzend investiert Rossbacher in den Brandschutz, die Digitalisierung und die Bahninfrastruktur. Die neue Kunststoffsortieranlage ist die einzige ihrer Art in Südösterreich. Sie verarbeitet künftig Verpackungskunststoffe für rund 500.000 Einwohnerinnen und Einwohner und verdoppelt ihre Sortierleistung gegenüber der bisherigen Anlage. Mit der neuen Ressourcenrückgewinnungsanlage sollen bis zu 60 Prozent der in Sperrmüll sowie Gewerbe- und Baustellenabfällen enthaltenen Wertstoffe zurückgewonnen und wiederverwertet werden. Dadurch werden Rohstoffe geschont und der Anteil thermisch verwerteter Abfälle reduziert. Rund 30 Millionen Euro des gesamten Investitionsvolumens entfallen auf diese beiden Anlagen, die im Rahmen der ersten Bauetappe errichtet werden. Weitere vier Millionen Euro investiert Rossbacher in ein umfassendes Brandschutzkonzept, das den hohen Sicherheitsanforderungen der Entsorgungsbranche gerecht wird.

Bahnlogistik als wichtiger Baustein nachhaltiger Abfallwirtschaft

Zusätzlich erweitert Rossbacher die innerbetriebliche Bahninfrastruktur und digitalisiert den gesamten Standort. Ziel ist es, künftig nahezu sämtliche geeigneten Abfallfraktionen per Bahn abzutransportieren. Bereits vor dem Brand nutzte das Unternehmen den betriebseigenen Bahnanschluss intensiv. Die Rossbacher Kunststoffsortieranlage war die erste Anlage Österreichs, die sortierte und sortenreine Kunststoffe per Bahn zur Wiederverwertung transportierte.

 

 

Informationsveranstaltung zum offiziellen Wiederaufbaustart

Im Rahmen der Informationsveranstaltung am 10.07.2026 beleuchteten Fachreferenten unterschiedliche Aspekte des Projekts – von moderner Anlagenplanung über Brandschutz bis hin zu nachhaltiger Logistik und den Anforderungen der Kreislaufwirtschaft. Im Anschluss nutzten Gäste, darunter LA Elisabeth Blanik und Andreas Pfurner als Bürgermeister der Standortgemeinden des Unternehmens, Bundesrat Markus Stotter als Vertreter des Landeshauptmannes, Ambros Jost (Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsverbandes Westkärnten), Stefan Brandstätter (Obmann des Abfallwirtschaftsverbandes Westkärnten und Bürgermeister von Oberdrauburg), Tina Oberleitner vom Land Kärnten (Abteilung 8 Umwelt, Naturschutz und Klimaschutzkoordination), sowie viele weitere die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.

 

 

Rossbacher zählt zu den bedeutendsten Entsorgungsunternehmen im Südwesten Österreichs. Vor dem Brand beschäftigte das Unternehmen rund 175 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Osttiroler Familienbetrieb übernimmt Sammel-, Sortier- und Recyclingleistungen für acht Bezirke in Tirol, Kärnten und Salzburg für Gemeinden, Abfallverbände, Gewerbe- und Privatkunden. Mit dem Wiederaufbau verbindet das Unternehmen wirtschaftliche Investitionen mit einem klaren Bekenntnis zur regionalen Wertschöpfung, zur Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz.

 

Das Projekt auf einen Blick
• Investitionsvolumen: rund 41 Millionen Euro
• Baustart: 2026
• Geplante Fertigstellung: 2027
• Kunststoffsortieranlage für rund 500.000 Einwohneräquivalente
• Einzige Kunststoffsortieranlage dieser Art in Südösterreich
• Ressourcenrückgewinnungsanlage mit bis zu 60 % Wertstoffrückgewinnung
• Digitalisiertes Abfall- und Altstoffsammelzentrum für 160 Abfallfraktionen
• Rund 4 Millionen Euro Investition in den Brandschutz
• Ausbau der Bahninfrastruktur und Digitalisierung
• Rund 130 Mitarbeitende
• Versorgungsgebiet: acht Bezirke in Tirol, Kärnten und Salzburg

 

Text: Redaktion, Projektvisualisierungen: Bodner & Unterluggauer, Fotos: Armin Zlöbl

10. Juli 2026 um