RGO-Konzern zieht trotz schwierigen Umfelds zufriedenstellende Jahresbilanz

Die Raiffeisengenossenschaft Osttirol ist der größte Ein- und Verkäufer landwirtschaftlicher Produkte im Bezirk. 2024 wurden rund 28.000 Stück Vieh im Wert von 10,4 Millionen Euro über die RGO vermarktet. Gesamtumsatz war leicht rückläufig.

Auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld ging RGO-Obmann Franz Klocker bei der Generalversammlung der Raiffeisengenossenschaft Osttirol am Donnerstag, 24. April, gleich nach der Begrüßung ein. „Der Wirtschaftsmotor stockt, und die Rezession dauert länger an als angenommen. Davon sind auch die Lagerhäuser und der Raiffeisensektor betroffen. Die BayWa ist ein Sanierungsfall, und auch die RWA ist finanziell nicht so aufgestellt, wie es wünschenswert wäre“, so der Obmann.

Die RGO konnte 2024 trotz dieses schwierigen Umfelds eine positive Jahresbilanz ziehen. „Als größter Ein- und Verkäufer landwirtschaftlicher Produkte wurden 8.087 Rinder und Kälber, 18.910 Schafe und Lämmer, 852 Ferkel sowie 15 Pferde und Fohlen vermarktet“, berichtete Klocker.

Im Rahmen von Versteigerungen wurden 790 Zuchtrinder und 282 Zuchtschafe vermarktet. Im Mischfutterwerk kaufte die RGO 192 to Futtergetreide, 15 to Stroh und 22 to Sojabohne an, in der Saatbauhalle wurden 1.748 to Kartoffeln übernommen, gelagert und abgefüllt. Dazu kamen der Bezug von 570 kg Honig und 360 kg Altwachs im HG-Markt und der Erwerb von 29 to Schafwolle.

„Der Umsatz im Konzern ist zwar leicht gesunken, aber wir konnten trotzdem ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen. Bedanken möchte ich mich für ihren Einsatz insbesondere bei Direktor Thomas Diemling, aber auch bei den rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, so Klocker.

Nach den Berichten der Obmänner der Fachabteilungen gab Direktor Thomas Diemling einen Überblick über die Jahresbilanz und die Situation in den einzelnen Sparten. „Die Umsatzerlöse sind um 4,3 % auf 67,2 Mio. Euro gesunken. In den Sparten Vieh und HG-Markt konnten wir Steigerungen erzielen, in den Sparten Agrar, Bau, Energie und Technik mussten wir Umsatzeinbußen hinnehmen“, so Diemling.

 

Direktor Thomas Diemling: „Die Zeiten sind wirtschaftlich sehr herausfordernd. Mit einem Ergebnis nach Steuern von 1,17 Mio. Euro konnten wir das Jahr 2024 trotzdem zufriedenstellend abschließend. Das Eigenkapital in Höhe von 28,7 Mio. Euro und die Eigenkapital-Quote von 77,4 % sind äußerst positiv. Das Fremdkapital konnte auf 8,3 Mio. Euro gesenkt werden.“

 

Die Produktionsmenge im Mischfutterwerk ist leicht gestiegen, die Düngemittelproduktion leicht gesunken. „In der Sparte Bau ist der Umsatz fast gleich geblieben, obwohl die Baukonjunktur ziemlich eingebrochen ist. Geringere Spannen bewirken, dass das Ergebnis schlechter wird. In der Sparte Energie ist der Treibstoffumsatz zurückgegangen. Der Umsatz in den Cafés stagniert, und in den Shops konnten Steigerungen erzielt werden“, so Diemling.

Die Umsätze in den HG-Märkten in Lienz, Sillian und Prägraten sind leicht gestiegen. In den Märkten in Kals und Matrei musste man Umsatzeinbußen hinnehmen. „Im stationären Bereich sind wir mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Kostensteigerungen können am Markt nicht untergebracht werden. In diesem Bereich müssen wir uns auf härtere Zeiten einstellen“, so Diemling.

In der Sparte Technik kam es zu deutlichen Umsatzrückgängen im Maschinenhandel. Die Betriebsleistung in der Werkstatt konnte gesteigert werden. „Der Ertragsbringer in dieser Sparte sind die LKW- und Landmaschinenreparaturen. Die Herausforderung in dieser Sparte ist es, gute Mitarbeiter zu halten und zu finden. In der Sparte Vieh sind die Vermarktungszahlen leicht rückläufig. Bei den Zuchtvieh-Versteigerungen konnten wir die höchsten Preise seit dem EU-Beitritt erzielen“, erklärte der RGO-Direktor.

Nach dem Revisionsbericht durch Edwin Grubert vom Raiffeisenverband und dem Bericht des Aufsichtsrats-Vorsitzenden Bgm. Raimund Steiner erfolgte die Beschlussfassung über die Genehmigung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Bilanzergebnisses der RGO sowie die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

25. April 2025 um