Rangersdorf: Gemeinschaftskraftwerk Lamnitz in Betrieb genommen

Das Wasserkraftwerk am Lamnitzbach in der Mölltaler Gemeinde Rangersdorf verfügt über eine Leistung von 1.187 kW und erzeugt pro Jahr etwa 2,8 Millionen Kilowattstunden Strom. Die drei Projektpartner investierten rund 4,8 Millionen Euro.

Der Spatenstich für das Gemeinschaftskraftwerk Lamnitz erfolgte am 6. Oktober 2023. Nach einem knappen Jahr Bauzeit wurde am Freitag, 4. Oktober 2024, die Inbetriebnahme des Kraftwerkes gefeiert. Bereits im Jahr 2007 erfolgte die Gründung der Kraftwerksgesellschaft Rangersdorf GmbH, an der die Gemeinde Rangersdorf mit 51 Prozent, die Kelag mit 39 Prozent und die Reiter Bioholz GmbH mit 10 Prozent beteiligt ist.

„Wir konnten trotz einiger zusätzlicher Aufwendungen – wie z.B. dem Bau einer Fußgängerbrücke über den Lamnitzbach – sowohl den Zeitplan als auch den Kostenplan einhalten. Das Projekt ist eine perfekte Symbiose aus Nutzung der Wasserkraft, Wasserlehrpfad, Rodelbahn und Erholungsort mit Grillplatz im Bereich der Mündung des Lamnitzbaches in die Möll“, erklärte Sepp Zraunig, Geschäftsführer der Kraftwerksgesellschaft und Vize-Bgm. von Rangersdorf.

Das Gemeinschaftskraftwerk Lamnitz verfügt über eine Leistung von 1.187 kW und erzeugt pro Jahr rund 2,8 Millionen Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Strombedarf von zirka 800 Kärntner Haushalten. „Die Bauarbeiten konnten wir vorwiegend an Unternehmen aus der Region vergeben, sodass die regionale Wertschöpfung bei diesem Projekt hoch ist. Die geplanten Investitionskosten von 4,8 Mio. Euro konnten wir sogar geringfügig unterschreiten“, freute sich der Geschäftsführer.

 

 

Energie aus der Region für die Region

„Bereits vor hundert Jahren wurde am Lamnitzbach Strom erzeugt. Das erste Kraftwerk wurde zunächst von einer Lichtgenossenschaft betrieben und später von der TIWAG übernommen. Nun machen wir mit der Eröffnung des Gemeinschaftskraftwerkes Lamnitz einen großen Schritt in eine grüne, gerechte und nachhaltige Zukunft. Durch die Bereitstellung von nachhaltiger Energie werden wir dazu beitragen, den Wohlstand und die Lebensqualität in unserer Region zu erhöhen. Mit der Erzeugung erneuerbarer Energie leisten wir außerdem einen wichtigen Beitrag in Sachen Klimawandel“, betonte der Rangersdorfer Bürgermeister Josef Kerschbaumer.

Energiewende im Mölltal

Die Kelag ist nicht nur einer von drei Investoren, sondern bringt auch ihr Know-how für den Bau und den Betrieb von Wasserkraftwerken ein. „Das Gemeinschaftskraftwerk Lamnitz wird von unserer Energieleitzentrale in Klagenfurt fernüberwacht und ferngesteuert. Unsere Betriebsmannschaft in der Fragant übernimmt die Betriebsführung, die Instandhaltung und den Störungsdienst für dieses Kraftwerk rund um die Uhr. Dieses Projekt zeigt einmal mehr unser Bestreben, die Energiewende mit regionalen Partnern gemeinsam voranzutreiben“, informierte Kelag-Vorstand Reinhard Draxler.

„Landesweites Vorzeigeprojekt“

Michael Maier, Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Radenthein, vertrat bei der Eröffnungsfeier Landesrat Sebastian Schuschnig. „Die nachhaltige Versorgung mit regionaler Energie ist ein wichtiger Standortfaktor. Mit dem neuen Kraftwerk ist ein landesweites Vorzeigeprojekt entstanden, das die Chancen der sauberen Wasserkraft größtmöglich nutzt. Ziel ist es, Kärnten ganzjährig so regional unabhängig und nachhaltig wie möglich mit Energie zu versorgen. Vor allem in den ländlichen Regionen ist das ein wichtiger Wettbewerbsfaktor“, erklärte der Landtagsabgeordnete.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Kelag

07. Oktober 2024 um