Raiffeisengenossenschaft Osttirol: Versteigerungsumsätze auf Rekordniveau
Rund 29.000 Stück Vieh wurden 2025 über die RGO vermarktet. Mit einem Einkaufswert von 13,3 Mio. Euro ist der Konzern der größte Einkäufer landwirtschaftlicher Produkte im Bezirk. Aufsichtsrat im Amt bestätigt.
Von einem herausfordernden Jahr berichtete Obmann Franz Klocker bei der Generalversammlung der RGO am Donnerstag, 7. Mai, in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Lienz. „Der Lagerhaus-Sektor in Österreich war im vergangenen Jahr erneut mit starken Umsatzeinbußen konfrontiert – Standorte mussten geschlossen werden. Der Agrarsektor befindet sich in einem Umbruch. Einer der Auslöser ist die wirtschaftliche Schieflage der BayWa – einer der größten Player in Europa“, so Klocker.
Der RGO-Konzern konnte den Umsatz 2025 trotz des schwierigen Umfeldes auf 71 Mio. Euro steigern. „Eine Hauptfrage bei den Versammlungen ist oft, wie es uns wirtschaftlich geht. Da antworte ich immer, dass wir solide aufgestellt und schuldenfrei sind“, so Klocker. Er informierte auch, dass der alte HG-Markt in der Josef-Schraffl-Straße von der OSG gekauft wurde. „Wir haben im letzten Jahr auch Grund und Gebäude der Firma Podesser in Ainet und den dazugehörigen Fuhrpark erworben – zahlreiche Mitarbeiter sind zur RGO übergewechselt“, erklärte der Obmann.
Der Umbau/Neubau des Lagerhaus-Standortes in Matrei soll in Kürze starten. „Die Suche nach einem neuen Standort in Sillian geht weiter. Hier arbeiten wir an einem gemeinsamen Projekt in Tassenbach mit Dr. Gernot Walder“, so Klocker.
Direktor Thomas Diemling: „Im stationären Handel sehen wir uns mit einem zunehmend schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Gründe sind unter anderem der Rückgang der Kaufkraft sowie die Konkurrenz durch den Online-Handel und andere Anbieter.“
Nachdem die Obmänner der Fachabteilungen Rinderzucht, Norikerzucht, Haflingerzucht, Schafzucht, Bienenzucht und Saatbau über die Aktivitäten im Jahr 2025 berichteten, legte Direktor Thomas Diemling den Geschäfts- und Lagebericht 2025 des RGO-Konzerns vor. „Die Umsatzerlöse konnten auf 71 Mio. Euro gesteigert werden. In der größten Sparten Vieh ist der Umsatz um 26,6 % gestiegen. Rund 29.000 Stück Vieh wurden eingekauft und verkauft. Die Versteigerungsumsätze befinden sich auf Rekordniveau – sowohl Stückzahlen als auch Preise sind gestiegen.“
Gesteigert konnte der Umsatz auch in den Sparten Agrar (+8,5 %) und HG-Markt (+4,1 %) werden. Zurückgegangen ist er hingegen in den Sparten Bau (-1,1 %), Technik (-2,5 %) und Energie (-4,9 %). „Wichtigster Ertragsbringer ist nach wie vor das Mischfutterwerk. Die Produktionsmenge konnte auf 50.600 Tonnen gesteigert werden. In der Sparte Energie ist der Treibstoffumsatz weiter sinkend. In den großen HG-Märkten in Lienz, Matrei und Sillian konnte der Umsatz gesteigert werden, in den kleineren Märkten in Prägraten und Kals ist er rückläufig“, so Diemling.
Der RGO-Konzern verfügt über ein Eigenkapital von 29,8 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote beträgt 67,8 %. Es konnte ein Jahresgewinn (Ergebnis nach Steuern) von 1,2 Mio. Euro erzielt werden. „Durch den ständigen Wandel des Marktumfeldes müssen wir uns darauf einstellen, dass Geschäftsbereiche wegfallen. Es können sich aber durchaus auch neue Chancen ergeben“, so der Direktor.
Bei der Neuwahl des Aufsichtsrates wurden die bisherigen Mitglieder im Amt bestätigt: Vorsitzender Bgm. Raimund Steiner, Stellvertreter Johann Lusser sowie die weiteren Mitglieder Josef Mair, Markus Putzhuber, Karl Unterweger und Thomas Zwischenberger.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger


