Raiffeisenbanken: Aus der Region – für die Region

Insgesamt sind in den 22 Raiffeisen-Bankstellen in Osttirol 155 MitarbeiterInnen beschäftigt. Die Bankengruppe versteht sich als finanzieller „Nahversorger“ in der Region.

„Aus der Region – für die Region“ – dieser Grundsatz drückt das nachhaltige Denk- und Wirtschaftsmodell des Prinzips Raiffeisen aus und inkludiert auf Basis der genossenschaftlichen Organisation – die Mitglieder sind gleichzeitig auch Miteigentümer – die unmittelbare Nähe zu den Menschen vor Ort. Ein verlässlicher und kompetenter Partner, ein finanzieller Nahversorger und attraktiver Arbeitgeber zu sein – so definieren Direktor Bernhard Inwinkl von der Raiffeisenbank Sillian und Karl Brunner, Leiter der RLB Tirol-Bankstelle in Lienz, die Aufgaben der Raiffeisenbanken im Bezirk. „Wir sind der aktive soziale und wirtschaftliche Förderer der Region sowie ihrer Menschen und gestalten die Entwicklung des Bezirkes schon weit mehr als ein Jahrhundert lang mit“, halten die beiden Banker fest. Wir führten mit Dir. Bernhard Inwinkl und Karl Brunner folgendes Interview.

Wie heben sich die Raiffeisenbanken in Osttirol von ihren Mitbewerbern ab?

Karl Brunner: An den drei Grundsäulen des Raiffeisengedankens – Sicherheit, Regionalität und Nachhaltigkeit – hat sich bis heute nichts geändert. Durch unsere starke regionale Verwurzelung grenzen wir uns deutlich von den Mitbewerbern am Markt ab.

Was ist das Kerngeschäft der Raiffeisenbanken in der Region?

Bernhard Inwinkl: „Wir agieren als Universalbank, unser Fokus liegt aber nach wie vor v. a. auf betrieblichen Finanzierungen. Sehr wichtig sind für uns auch Privatkundenkredite und der Bereich der Wohnbaufinanzierung. Unsere Klientel stammt aus ganz Osttirol und dem angrenzenden Raum. Aufgrund der Nähe zu Italien kann v.a. die Raiffeisenbank in Sillian zudem auch auf einen relativ hohen Anteil an ausländischen Kunden verweisen.

Warum braucht es gerade in der heutigen Zeit gute Banker?

Karl Brunner: Das Bankgeschäft hat sich stark gewandelt. Heute ist es ,normal‘, das Geld am Automaten abzuheben, im Supermarkt mit der Karte zu bezahlen, via Internet Überweisungen durchzuführen und per Handy auf das eigene Konto zuzugreifen. Für viele tägliche Geldgeschäfte, die schnell gehen sollen und die man rund um die Uhr abwickeln will, stehen technisch ausgereifte, digitale Lösungen bereit. Diese nützen auch unsere Kunden. Bei komplexeren Themen hingegen sind nach wie vor eine kompetente Beratung und verlässliche Partner gefragt, die dem Einzelnen mit Fachwissen und Erfahrung zur Seite stehen. Und gerade dies ist in den Osttiroler Raiffeisenbanken gewährleistet!

Welchen Vorteil bietet die Organisationsform der Genossenschaft den Raiffeisenbanken heute, in Zeiten eines massiven Umbruches?

Bernhard Inwinkl: Die Raiffeisenbanken sind dem bereits seit einigen Jahren stark zunehmenden Kostendruck nicht in dem Maße ausgesetzt, wie dies für viele unserer Mitbewerber gilt. Wir sind dem genossenschaftlichen Gedanken verpflichtet und nicht auf eine ausschließliche Gewinnmaximierung ausgerichtet. Im Mittelpunkt steht bei uns der Kunde, das Mitglied, und nicht die Höhe des
Gewinns!

Text: Wirtschaftsredaktion, Foto: Osttirol heute/Hotzler

27. März 2016 um