Radweg Lienzer Talboden: Natur, Kulinarik und Kultur erradeln
Seit rund einem Monat ist der Radweg durchgängig beschildert. Wichtig war dem Radwegverein und dem Tourismusverband v.a. auch die Einbindung von Sehenswürdigkeiten und Gastronomie.
Der Radweg Lienzer Talboden Nr. 35 – auf einer Gesamtlänge von rund 40 Kilometern verbindet er die Gemeinden und schönsten Plätze des Lienzer Talbodens. Wer den gesamten Radweg befährt, braucht dafür rund drei Stunden und muss lediglich 220 Höhenmeter bewältigen. Die Tour startet und endet beim Dolomitenbad Lienz oder an der Talstation der Hochsteinbahn. An beiden Start- bzw. Endpunkten findet man genügend Parkplätze vor. Der Radweg ist durchgehend asphaltiert.
Foto: Erwin Haiden nyx.at
„Wichtig war uns vor allem auch die Einbindung von Sehenswürdigkeiten sowie der Gastronomie und Hotellerie. Vor über 20 Jahren waren wir die einzige Destination in Tirol, die auf den Radtourismus gesetzt hat. 2004 haben wir über die Forsttagssatzung rund 450 km Radwege allein in Lienz ausgewiesen. Das Tiroler Mountainbike-Modell 2.0 hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Die Wegerhalter sind von der Haftung befreit und erhalten eine kleine Entschädigung“, erklärte Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes Osttirol, bei einer Medienvorstellung gemeinsam mit DI Harald Haider, Obmann des Radwegvereins Osttirol.
An 108 Standorten wurden jeweils mindestens zwei Schilder montiert. Foto: Studio Superfast
Wie der Drauradweg wurde auch der neue Radweg durchgehend nach dem Tiroler Leitsystem beschildert. „Die Route wurde teilweise geändert und verbessert – auch um die Sehenswürdigkeiten und Gastronomiebetriebe besser erreichen zu können. So wurde etwa Oberlienz voll eingebunden. In der Marktgemeinde Nußdorf-Debant haben wir die Streckenführung verbessert. Im nächsten Jahr wollen wir auch Nikolsdorf voll einbinden, um den Anschluss an den Drauradweg R4 Richtung Kärnten und weiter nach Slowenien zu gewährleisten“, informierte Harald Haider.

Auf die Tour am Radweg Nr. 35 vorbereiten kann man sich über eine interaktive Karte. Investiert wurden in die Beschilderung und in die Prospekterstellung für den neuen Radweg 50.000 Euro. „70 Prozent der Kosten wurden vom Land Tirol über die Radwegeförderung aufgebracht. Mit diesem Radweg haben wir ein weiteres Angebot für unsere Rad-affinen Urlauber geschaffen. Rund 30 Prozent der Sommergäste nennen das Radfahren als Motiv für ihren Urlaub in Osttirol. Dazu gehören auch jene, die sich während ihres Aufenthaltes ein Rad ausleihen wollen. Möglichkeiten gibt es inzwischen im Bezirk genug – genauso wie Ladestationen für E-Bikes“, betonte Franz Theurl.
Auch wunderschöne Rastplätze am Wasser gibt es entlang des Radweges Nr. 35 zur Genüge. Foto: Harald Haiden/nyx.at
Der 2016 gegründete Radwegverein Osttirol setzt sich aus den 33 Gemeinden und dem Tourismusverband zusammen. Das größte Projekt ist der Drauradweg, der nach den Natur- und Katastrophenereignissen der letzten Jahre um rund 2 Millionen Euro wiederhergestellt wurde. „Der Verein ist für die Instandhaltung der Radwege verantwortlich. Die Kontrolle, kleine Instandsetzungsarbeiten oder auch die Müllentsorgung sind unser tägliches Geschäft“, erklärte Obmann Harald Haider. Als größte Herausforderungen in nächster Zeit nannte er den Lückenschluss Drauradweg/Iseltalradweg sowie die Anbindung der Radwege an das Lienzer Stadtzentrum.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Erwin Haiden/nyx.at, Studio Superfast, Visualisierung: TVBO/Studio Superfast