„Radland“ Osttirol: Neue Infrastruktur und Lückenschluss am Drauradweg geschaffen
Am Drauradweg wurde die Brücke in Thal-Wilfern feierlich eröffnet. Auf der Dolomitenhütte wurden eine neue Mountainbike-Strecke und ein neuer Single-Trail vorgestellt.
Die Rad-Infrastruktur in Osttirol stand am Freitag, 4. September, im Mittelpunkt eines Besuches von LH-Stv. Josef Geisler. Am Vormittag wurde in Thal-Wilfern die nach den Unwettern vom Juni 2018 neu errichtete Brücke und damit ein Lüchenschluss am Drauradweg feierlich eröffnet. Der Streckenabschnitt des Radweges in Assling und Anras zwischen der Ascherbrücke und dem Sturzelbach war nach den Unwettern nicht mehr befahrbar. Im Rahmen der Sanierung des Radweges wurden in 17-monatiger Bauzeit vier neue Radbrücken errichtet – jene in Thal-Wilfern ist mit einer Stützweite von 32 Metern das Herzstück.
Baubezirksamts-Leiter Harald Haider: „Die orographisch rechte Seite des Drauradweges war nach den massiven Unwetterschäden im Juni 2018 nicht mehr befahrbar. Auf der linken Seite wurde ein Ufererhaltungweg errichtet, der jetzt als Radweg weitergenutzt wird. Das Highlight der Baumaßnahmen ist diese Brücke in Thal-Wilfern. Diese Brücke und die Margarethenbachbrücke bestehen aus einem blockverleimten Holzträger und einer Fahrbahnplatte aus Beton. Die zwei kleineren Brücken über den Mairwiesenbach und den Orgelbach wurden aus einfachen Stahlträgerkonstruktionen gefertigt.“
Mit der Verlegung des Radweges auf die linke Seite der Drau hält die neue Streckenführung einem hundertjährlichen Hochwasser stand. Für die Sanierungsmaßnahmen hat das Land Tirol 1,7 Mio. Euro aus dem Katastrophenfonds und der Radwegförderung zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen Beiträge der Gemeinden, des Tourismusverbandes Osttirol und von Privaten. Insgesamt wurden für die Sanierung des Drauradweges 2,1 Mio. Euro verbaut.
LH-Stv. Josef Geisler: „Im Zuge der Radwegoffensive wird laufend in den Ausbau und in die Qualität der Radwege investiert. Den Drauradweg sehe ich in diesem Zusammenhang als Highlight. Das Radfahren – insbesondere auch mit E-Bikes – erlebt einen Boom, und so werden die Radwege für den Tourismus und auch für die Einheimischen immer bedeutender.“
Das Tiroler Radwanderwegenetz umfasst mittlerweile 1.100 Kilometer und soll weiter ausgebaut werden. In Osttirol stehen derzeit rund 115 Kilometer zur Verfügung. Dazu gehören neben dem 50 Kilometer langen Drauradweg der 30 km lang Iselradweg zwischen Lienz und Matrei i.O. sowie der Radweg Lienzer Talboden mit über 30 Kilometern.
Auf dem Weg zur Karlsbaderhütte wurde eine neue Mountainbike-Strecke offiziell ausgewiesen. Foto: Erwin Haiden/nyx.at
Auf der Dolomitenhütte stellte der Tourismusverband Osttirol gemeinsam mit Agrargemeinschafts-Obmann Franz Klocker, Florian Phleps (Geschäftsführer der Tirol Werbung) und Günther Zimmermann (Leiter des Tiroler Landschaftsdienstes und Koordinator Mountainbikemodell Tirol 2.0) die nun offiziell ausgewiesene Mountainbike-Strecke zur Karlsbaderhütte und den Flow Family Trail am Hochstein vor.
TVBO-Obmann Franz Theurl: „In Zukunft geht es uns vor allem um die Komplettierung des Iselradweges. Unser Naturraum wird immer mehr auch von E-Bikern genutzt. Durch die ausgewiesenen Bike-Strecken soll es gelingen, die Radfahrer von den Wanderwegen möglichst fernzuhalten. In Zukunft geht es auch um eine bessere Verteilung der Radfahrer. Am Drauradweg ist die Belastung schon ziemlich hoch. Immer mehr nutzen unseren Naturraum, was grundsätzlich sehr erfreulich ist. Gleichzeitig müssen wir aber mit dem immer knapper werdenden Naturraum auch haushalten.“
„Rund 30 Prozent der touristischen Wertschöpfung kommen inzwischen in Osttirol vom Radtourismus. Er hat das größte Potenzial für Weiterentwicklung im Tiroler und auch im Osttiroler Tourismus“, so TVBO-Obmann Franz Theurl einleitend. Er lobte das „tolle Einvernehmen mit den Bauern, den Agrargemeinschaften und den Wegerhaltern“ bei der Ausweisung des Weges zur Karlsbaderhütte im Rahmen des Mountainbikemodells Tirol 2.0.
Eröffnung der neuen Mountainbike-Strecke zur Karlsbaderhütte. v.l.n.r.: Franz Klocker (Obmann Agrargemeinschaft Tristach), LH-Stv. Josef Geisler, Günther Zimmermann (Leiter des Tiroler Landschaftsdienstes und Koordinator Mountainbikemodell Tirol 2.0), TVBO-Obmann Franz Theurl, Florian Phleps (Geschäftsführer Tirol Werbung)
„Seit zwei Jahren beschäftigt uns das Projekt Mountainbike-Strecke zur Karlsbaderhütte. Weil einige Mitglieder den mehrheitlichen Beschluss der Agrargemeinschaft auch gerichtlich bekämpft haben, wurde das Projekt ganz genau durchleuchtet. Nun sind wir aber froh, dass wir die Strecke der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen können und hoffen, dass sich alle an die Spielregeln halten“, erklärte Franz Klocker, Obmann der Agrargemeinschaft Tristach.

„Immer beliebter werden auch die Single-Trails. In Kals am Großglockner haben wir drei Trails eingerichtet, und im Bikepark am Lienzer Hochstein verfügen wir mit dem neuen Flow Family Trail nun über 4 Trails. Das Opening des neuen Trails muss leider auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, weil die Starkregenfälle des letzten Wochenendes den Weg großflächig ausgespült haben“, erklärte Franz Theurl.
Unterwegs im Bikepark Großglockner Resort. Foto: world of mtb/Andreas Meyer
Der neue Trail ist eine Kombination aus Flow- und Jumpline. Der Start liegt im Bereich der Moosalm – direkt anschließend zum Peter Sagan Trail. Rund 4 Kilometer zieht sich die neue Line durch den Wald bis zum Schloss Bruck. Durch den Einbau von „Chicken Lines“ ist der Trail ideal für Anfänger wie auch eingefleischte Trailenthusiasten.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger, Erwin Haiden/nyx.at, world of mtb/Andreas Meyer
