Qualitätslabel verliehen: Osttirol ist zertifizierte MINT-Region

Der Bezirk Lienz hat sich der intensiven Nachwuchsförderung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik verschrieben.

Osttirol ist nun offiziell eine von 14 MINT-Regionen in Österreich. „Die Auszeichnung mit dem MINT-Regionen-Qualitätslabel unterstreicht unser gemeinsames Engagement für eine zukunftsorientierte MINT-Bildung. Durch diese Initiative stärken wir nicht nur lokale Gemeinschaften, sondern legen auch den Grundstein für Innovation und eine wettbewerbsfähige Gesellschaft“, hob Martin Polaschek, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung, im Zuge der Verleihung des Qualitätslabels im Haus der Industrie in Wien hervor.

Technik in der DNA

Es kommt nicht von ungefähr, dass der Bezirk Lienz von Beginn an in dieser Riege der MINT-Regionen dabei ist. Bereits 2005 hat die Wirtschaftskammer Lienz in einem Positionspapier Mechatronik, Holz und Tourismus in Verbindung mit Natur und Gesundheit als Osttiroler Stärkefelder definiert. Das spiegelt sich auch in den Leitbildern 2015, 2019 und 2022 wider.

„Wir arbeiten gemeinsam daran, Osttirol als inspirierte und inspirierende MINT-Region zu etablieren, in der jeder die Möglichkeit hat, seine Interessen im MINT-Bereich zu verfolgen, unabhängig von Geschlecht, Alter, sozialem Hintergrund und Herkunft“, gibt Projektleiterin Manuela Gritzer von der INNOS GmbH die maximal inklusive Marschrichtung vor.

„Der so vielfältige MINT-Bereich soll für alle erlebbar gemacht werden. In Osttirol wurde schon früher das Althergebrachte mit dem Modernen und Innovativen verwoben. Technisches Verständnis, Improvisationstalent und Erfindungsreichtum sind Teil unserer DNA. Diesen Geist wollen wir weitergeben und auf den MINT-Bereich übertragen“, sagt Anja Kofler, Leiterin der Stadtbücherei Lienz.

 

v.l.n.r.: Jakob Calice (Agentur für Bildung und Internationalisierung), Manuela Gritzer (Projektverantwortliche INNOS), Anja Kofler (Leiterin Stadtbücherei Lienz), Barbara Weitgruber (Sektionschefin BMBWF)

 

MINTeinander zusammenwachsen

Die MINT-Region Osttirol, deren Koordination der INNOS GmbH obliegt, wird von zahlreichen Schultern getragen – darunter Schulen sowie zahlreiche Unternehmen, Vereine und Institutionen. Insgesamt haben sich bis dato 37 Netzwerkpartner zusammengeschlossen, um eine aktive Rolle in der MINT-Region zu spielen und diese miteinander in enger werdender Abstimmung voranzubringen.

„Das Thema MINT begreifen wir als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die bereits in der Elementarpädagogik und in den Schulen bis hin zur Wissenschaft ansetzen soll und sich in die Osttiroler Wirtschaft hinein fortpflanzen soll“, sagt INNOS Geschäftsführer Reinhard Lobenwein.

„Osttirol ist sich des Wertes seiner talentierten jungen Menschen bewusst. Wir fördern Begabungen individuell und bieten Raum für bestmögliche Entwicklung“, heißt es im Zukunftsbild Osttirol 2025. Das ist kein Lippenbekenntnis, sondern ein Versprechen, das immer weiter mit Leben gefüllt werden soll. Davon zeugen exemplarisch MINT-Initativen, wie das MINT Festival, der Verein Industrie 4.0 Osttirol, der Verein Industrial Mechatronics, der Verein N’Cyan, die INNOS GmbH und der Nationalpark Hohe Tauern.

Mit dem von der Stadtbücherei Lienz bzw. dem Verein Biblios unter Federführung von Anja Kofler initiierten und mit dem Tiroler Bildungsinnovationspreis ausgezeichneten MINT Festival verfügt der Bezirk außerdem seit zwei Jahren über ein hochkarätiges Leuchtturmprojekt in der Wissensvermittlung rund um die vielseitige Welt der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Es soll allen Wissbegierigen unabhängig vom Alter ermöglichen, in neue Welten einzutauchen, Neues zu lernen und vermeintlich Altbekanntes aus neuen Perspektiven zu betrachten.

Ziele und Projekte

Die frisch zertifizierte MINT-Region wird sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Vielmehr sollen zukünftig regionale Netzwerke intensiviert und besser begleitet werden, damit weiterhin innovative MINT-Projekte in der Region umgesetzt werden können. Zudem sollen neue Bildungsangebote entstehen und eine Transferstelle zur Erschließung von F&E-Netzwerken in der Region eingerichtet werden, und nicht zuletzt soll das MINT-Angebot im Bezirk strukturiert und abgestimmt sichtbar gemacht werden.

In den kommenden drei Jahren sind mehrere konkrete Projekte in Planung, darunter MINT-Workshops mit SchülerInnen bei MICADO in Oberlienz, die Berufsakademie der Wirtschaftskammer mit Qualifizierungsmaßnahmen für junge FacharbeiterInnen sowie das Projekt Innovation und Karriere der INNOS, mit dem versteckte Arbeitskräftepotenziale in der Region gehoben werden sollen.

 

Text: Redaktion, Fotos: aws Wien

14. Dezember 2023 um