Privatvermieter unterstützen ihre Gäste bei Mülltrennung und -vermeidung

Unter dem Motto „Der beste Rest – für ein Abschiedsfest” arbeiten die Privatvermieter mit dem Abfallwirtschaftsverband Osttirol eng zusammen.

„Wir wollen unsere Gäste motivieren, vor allem Lebensmittelabfälle zu vermeiden und gezielt regional, unverpackt und auf die Bedürfnisse abgestimmt einzukaufen. Bereits bei der Begrüßung wollen wir unsere Gäste freundlich und überzeugend auf Mülltrennung und Müllvermeidung hinweisen. Auch Vorschläge für Informationsschreiben, die man beispielsweise in die Gästemappe geben kann, werden von uns zur Verfügung gestellt”, so Theresia Rainer, Obfrau des Tiroler Privatvermieterverbandes, bei der Projektvorstellung im Webhoferstadel in Gaimberg einleitend.

 

Theresia Rainer: „Viele noch genießbare Lebensmittel landen einfach im Müll. Wir wollen unsere Gäste motivieren, diese zu verbrauchen oder nach Hause mitzunehmen.”

 

„Lassen Sie bitte nichts in der Natur liegen! Bitte trennen Sie Ihren Müll! Achten Sie bereits beim Einkauf auf das Verpackungsaufkommen! Gehen Sie sorgsam mit Lebensmitteln um und vermeiden Sie, dass diese in der Mülltonne landen!” Solche und ähnliche Hinweise erhalten die Gäste der Ferienwohnungen und Apartments künftig von ihren Vermietern. „Ratatouille à la Osttirol” heißt das Gericht, für das die Gäste ein Rezept in der Gästemappe finden. „Die Gäste werden dadurch motiviert, am Ende ihres Urlaubs aus den Speisen, die sie noch im Kühlschrank vorfinden, ein köstliches Essen zu kochen”, so Theresia Rainer, die für ihre Ferienwohnungen ein Edelstahl-System zur Mülltrennung und dekorative Kompost-Kübelchen angeschafft hat.

 

Umweltberater Gerhard Lusser: „Zusätzlich zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen soll den Gästen auch die Möglichkeit geboten werden, sich an einem Einkaufskorb mit Obst und Gemüse zu bedienen und somit Verpackungen zu vermeiden. Dieser Korb kann mit Abfallvermeidungstipps auf einem laminierten Kärtchen versehen werden.”

 

Gerhard Lusser, Umweltberater beim Abfallwirtschaftsverband Osttirol, steht dem Privatvermieterverband bei diesem Projekt beratend zur Seite. „Laut einer aktuellen Erhebung landen in Tirol 14% essbare Lebensmittel im Restmüll. Der Anteil an Abfall im Restmüll, der nicht dort hingehört, beträgt rund 43%. In Ortschaften mit starkem Tourismus sind diese Anteile besonders hoch. Allein in Osttirol landen alljährlich rund 800.000 Kilogramm noch essbare Lebensmittel im Müll”, berichtete Lusser. Die Gäste bereits bei ihrer Ankunft zu bitten, bei der Mülltrennung und -vermeidung behilflich zu sein, wirke, wie er es selbst auf einem Campingplatz erlebt habe. „Aus den verbliebenen Lebensmitteln am Ende des Urlaubs ein Gericht zu kochen oder ein Gewinnspiel sind weitere Möglichkeiten, um die Gäste auf Mülltrennung und Abfallvermeidung aufmerksam zu machen”, schlug der Umweltberater den Vermieterinnen und Vermietern vor.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

03. Juni 2019 um