Potenzial zu gering: Windpark-Projekt in Assling wird nicht weiterverfolgt
Windmessungen mittels eines mobilen SODAR-Messgeräts haben ergeben, dass auf der Compedal Hochalm in Assling kein ausreichendes Windpotenzial vorhanden ist, um einen wirtschaftlich tragfähigen Windpark zu betreiben.
Das E-Werk Assling (EWA) und der Projektentwickler ECOwind hatten geplant, auf der Hochalm Compedal einen Windpark zu errichten. Um die Eignung des Standorts zu prüfen, führten sie mehrere Monate lang professionelle Windmessungen durch. Die Auswertung der erhobenen Daten zeige, dass am untersuchten Standort kein ausreichendes Windpotenzial vorhanden ist, um einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb eines Windparks zu ermöglichen, teilen die Projektbetreiber in einer Aussendung mit.
„Die SODAR-Messung liefert eine zuverlässige Datengrundlage zur Bewertung der Windverhältnisse in unterschiedlichen Höhen. Die Ergebnisse zeigen klar, dass die notwendigen Windgeschwindigkeiten am konkreten Standort nicht erreicht werden“, so Thomas Wölfler, Geschäftsführer der Energiewerkstatt und Experte für Windmessungen.
Die Aussagen würden sich ausschließlich auf den untersuchten Standort beziehen und ließen keine generellen Rückschlüsse auf die Windverhältnisse in der Region zu. „Windverhältnisse sind standortspezifisch, gerade im komplexen alpinen Gelände. Ob ein Standort geeignet ist, lässt sich nur durch direkte Messungen vor Ort zuverlässig beurteilen. Genau diese Datengrundlage ist entscheidend, um Projektrisiken frühzeitig zu erkennen“, so Benedikt Kammerstätter, Projektentwickler bei ECOwind.
Auf Basis dieser Ergebnisse wurde entschieden, das Projekt an diesem Standort nicht weiterzuverfolgen.
„Für uns vor Ort war es wichtig, eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen. Auch wenn das Ergebnis bedeutet, das Projekt nicht weiterzuführen, ist es ein wichtiger Schritt, um verantwortungsvoll und wirtschaftlich zu handeln“, betont Markus Stocker, Obmann des Elektrowerks Assling.
„Die Windmessung ist ein wesentlicher Bestandteil bei Windparkprojekten. Sie ermöglicht es, Standorte objektiv zu bewerten und Projekte nur dort weiterzuverfolgen, wo die Rahmenbedingungen passen“, ergänzt Matthäus Witek, technischer Geschäftsleiter von ECOwind.
„Unabhängig vom konkreten Projektvorhaben bleibt die Nutzung erneuerbarer Energien, insbesondere der Windenergie, ein zentraler Baustein der Energiewende auch in Tirol. Die Winterstromlücke bleibt und benötigt den weiteren Ausbau der Windkraft in ganz Österreich. Das Projektteam sieht die Entwicklung der Windenergie in Tirol weiterhin positiv und ist überzeugt, dass gut geeignete Standorte einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung leisten werden“, heißt es in der Aussendung des Elektrowerks Assling und der ECOwind abschließend.
Text: Redaktion, Foto: Energiewerkstattverein