Pferdehof Karoline Jenkner: Mit Pferden „leben“ im Mölltal

Mit ihrem Mann Roland betreibt Karoline Jenkner in Mörtschach einen Pferdehof. Von den Ponys ist Tochter Annalena (7) begeistert – und Maria Bugelnig hilft als Trainerin mit.

Sechs Warmblut- und Vollblutpferde sowie zwei Ponys leben am Pferdehof von Familie Jenkner in der Oberkärntner Gemeinde Mörtschach. „Mit unserem Reitunterricht und den verschiedenen Angeboten wollen wir das Leben von Menschen und Pferden bereichern. Besonders wichtig ist uns, dass wir den Tieren auf Augenhöhe begegnen. Ein Pferd ist für uns nicht nur ein Sportgerät, Mensch und Pferd müssen gemeinsam an ihrer Entwicklung arbeiten, um ihren Weg zu finden“, betont Karoline, als sie mich durch den Stall, die im Vorjahr errichtete Reithalle und das weitläufige Gelände führt.

 

Am 10. August 2021 wurden die neue Reithalle und der gesamte Bauernhof mit allen seinen BewohnerInnen feierlich gesegnet.

 

Hier am Hof von Familie Jenkner „leben“ große und kleine Pferdeliebhaber ihre Leidenschaft. „Wir bieten Reitpädagogik für alle Altersgruppen an. Für Kinder ab drei Jahren starten wir mit dem richtigen Kennenlernen der Pferde, der Pflege und natürlich mit den ersten Reiterfahrungen am Pferd. Spielerisch und individuell für jedes Kind werden die ersten Schritte für das spätere Reiten bereits in diesen jungen Jahren gesetzt, um für den späteren Reitunterricht gut vorbereitet zu sein. Einen ‚ganzheitlichen‘ Reitunterricht bieten wir für Jugendliche ab ca. acht Jahren und für Erwachsene an. Weiters trainieren wir Dressuraufgaben, bereiten uns auf Reitprüfungen vor, unternehmen Ausritte und zeigen, wie man Sprünge ausführt“, erklärt Karoline, die den Hof im Jahr 2000 übernommen hat. Neben der Ausbildung zur landwirtschaftlichen Facharbeiterin hat sie auch jene zur Familien- und Pflegehelferin absolviert.

 

 

„Im pferdegestützten Training arbeiten unsere Schüler*innen gemeinsam mit den einfühlsamen Tieren und unseren Trainer*innen an ihren Stärken, aber auch an Problemfeldern wie Lernschwierigkeiten, Legasthenie oder Dyskalkulie. Bodenarbeit und Horsemanship sind dabei die Grundlagen. Nur wer sein Pferd im Alltag versteht, wird auch am Pferderücken Harmonie erleben.“

 

 

Den Trainer*innen vom Pferdehof Jenkner – Karoline, Roland und Maria – ist es im Reitunterricht besonders wichtig, auf die grundsätzliche Verantwortung von Menschen gegenüber ihrer Umwelt aufmerksam zu machen. „Unsere kleinen und großen Besucher*innen lernen viel zu den Themen Pferdehaltung und -pflege, Fütterung, Bewegung und Ausbildung. Wir möchten ihnen vermitteln, wie wichtig die Verantwortung gegenüber anderen ist, auch wenn wir außerhalb des Hofes mit den Pferden unterwegs sind. Ich denke da vor allem an Spaziergänger und andere Freizeitsportler.“

 

 

Eine Besonderheit des Reiterhofes in Mörtschach ist es, dass man sich speziell auf kleine Gruppen spezialisiert hat. Einzelstunden sind hier genauso möglich wie Ausritte zu zweit oder in der Gruppe. „Wir bieten auch Kräuterwanderungen und Familienstunden mit Pferden an. Bei den Kindern sind Geburtstagsfeiern auf unserem Reiterhof besonders beliebt.“ Das Gelände rund um den Hof ist weitläufig. „Wir haben hier auch einen kleinen Springplatz mit Naturhindernissen und ein Dressurviereck zur Verfügung. Im Vorjahr haben wir in eine Reithalle investiert, die uns jetzt für das Pferdetraining und den Unterricht zur Verfügung steht“, erzählt die vielseitige Pferdeliebhaberin.

 

 

Über die HIPS-Reittherapie nimmt sich Karoline Jenkner auf ihrem Reiterhof den sehr breit gefächerten Themen des Lebens an. HIPS steht für „heilsames, intuitives Pferdesetting nach Dell’Mour“. „In der lebensnahen Begleitung bei uns am Hof arbeiten wir mit Ärzt*innen und Therapeut*innen ebenso zusammen wie mit Eltern und Schulen. Wir wollen Menschen in verschiedenen Lebenssituationen und mit besonderen Herausforderungen begleiten. Unsere Pferde sind dabei unsere wichtigsten Stützen. Viele Menschen aus nah und fern kommen aber auch zu uns, um sich einfach eine Auszeit vom Alltag zu gönnen. Sich selbst etwas Gutes tun, kann man schließlich nirgendwo besser als in der freien Natur und mit den Pferden, diesen wundervollen Geschöpfen, denen wir Menschen vor allem mit dem Herzen begegnen sollten.“

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

09. März 2022 um