Osttiroler Vorzeigeprojekt: PHTL-Schüler an industriellem Messgerät maßgeblich beteiligt

Ein PHTL-Abschlussprojekt setzt eine Forschung der Division für Mechatronik Lienz für Liebherr-Hausgeräte um und kommen in der Praxis zur Anwendung.

Die Liebherr-Hausgeräte Lienz GmbH hat gemeinsam mit der Division für Mechatronik Lienz (UMIT TIROL) Verfahren entwickelt, die auch kleinste Kühlgutschwingungen identifzieren können. Auch SchülerInnen der PHTL Lienz waren in einen Teilbereich eingebunden. Sie entwickelten aus einem Prototyp mit Mess-Algorithmus ein industrietaugliches, nicht-invasives Drehzahlmessgerät.

 

Wolfgang Hörtnagel misst Schwingungen am Kühlgerät.

Schwingungsmessung an einer Weinflasche im Kühlgerät

 

Elchtest bestanden: Einsatz in der Praxis
Dipl.-Ing Stefan Plagg, Entwicklungsingenieur Acoustics bei Liebherr-Hausgeräte, lobt die hohe Entwicklungskompetenz der SchülerInnen und bestätigt, dass die erarbeiteten Lösungen bei Liebherr-Hausgeräte nun in der Praxis zur Anwendung kommen. Für die beteiligten Stakeholder ist damit ein Best-Practise-Beispiel gelungen, was das Zusammenspiel von unternehmerischer Entwicklung, universitärer (Grundlagen)Forschung und praxisorientierter schulischer Projektarbeit betrifft.

„Es zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Entwicklung sowie dem technischen Schulwesen möglich ist und herausragende Ergebnisse bringen kann”, zieht PHTL-Direktor HR Mag. Peter Girstmair zufrieden Bilanz. Dass daraus gleich ein industriell eingesetztes Messgerät entsteht, stehe freilich noch einmal eine Stufe darüber: „Dank der engen Vernetzung von Unternehmen und Bildungseinrichtungen hat Osttirol hier sicher eine Stärke“, so Girstmair.

Auch der Leiter der Division für Mechatronik, a.o. Univ.-Prof. Dr. Fadi Dohnal, ist voll des Lobes für seine Partner: „Aus universitärer, anwendungsorientierter Forschung wurde ein PHTL-Abschlussprojekt zur industriellen Finalisierung gebracht. So konnte in den Bereichen Forschung und Entwicklung jeder seine Stärken zum Wohle der regionalen Wirtschaft ausspielen.“

 

Finales nicht-invasives Drehzahlmessgerät

 

Bei Liebherr-Hausgeräte sieht man einen „strategischen Vorteil“ und eine Win-Win-Situation: „Für uns ergibt sich aus der mittlerweile vierjährigen Zusammenarbeit mit der Division für Mechatronik Lienz ein strategischer Vorteil, weil diese als regionale Forschungsstätte hochkarätige Lösungen entwickelt”, so Dipl.-Ing. Stefan Plagg.

 

Im Bild der Gummipufferprüfstand

 

Abgerundet wird die erfolgreiche Osttiroler Vernetzung von Unternehmen und Bildungseinrichtungen durch die Entwicklung eines Gummipuffer-Prüfstandes. Der entscheidende Input kam hier von einem Bachelor-Studenten, der sich im Rahmen seiner Abschlussarbeit damit befasste und durch das forschungsnahe Ingenieurbüro Engineered Vibration Dynamics begleitet wurde. Ähnlich wie beim Drehzahlmessgerät ist auch hier unmittelbare Verwertbarkeit gegeben: „Dieser Prüfstand kommt jetzt im Fachbereich Acoustics bei den Kollegen am Liebherr-Standort in Ochsenhausen zum Einsatz. Die sind schwer beeindruckt und freuen sich darauf”, so Plagg.

 

Text: Redaktion, Fotos: © Martin Lugger, UMIT Lienz

24. Januar 2022 um