Osttiroler Großküchen setzen auf regionale Lebensmittel
Immer mehr mit Lebensmitteln von heimischen Produzenten wird in den Küchen des Bezirkskrankenhauses und der Osttiroler Wohn- und Pflegeheime gekocht.
In den Küchen des Bezirkskrankenhauses und des Wohn- und Pflegeheimes Lienz werden täglich jeweils bis zu 900 Essen produziert. Dabei setzen die für den Einkauf der Nahrungsmittel Verantwortlichen immer mehr auf Produkte heimischer Bauern und Lebensmittel-Produzenten. „Gebäck, Fleisch, Wurst und Milch beziehen wir bereits zu 100% aus der Region“, berichtet BKH-Verwaltungsdirektorin Mag. Helene Brunner. Das Wohn- und Pflegeheim Lienz hat im Vorjahr beispielsweise 35.000 Liter frische Vollmilch von Fam. Duregger in Oberdrum oder 10.500 kg Kartoffel von Fam. Trutschnig in Nikolsdorf bezogen. Eier liefert Alois Lugger aus Nußdorf-Debant, Putenfleisch die Fam. Girstmair aus Lienz und Bio-Lamm die Fam. Berger aus Prägraten.
Heimische Lebensmittel, die den Heimbewohnern schmecken und gesund sind, hätten sich in den Osttiroler Wohn- und Pflegeheimen schon seit Jahren etabliert, erklärt Wirtschaftsleiter Werner Greil. „Erfreulich ist, dass ich noch nie Verhandlungen mit einem Bauern abbrechen musste, weil die Kosten den Rahmen der Vergaberichtlinien gesprengt hätten. Im Bereich Gemüse und Getreide könnten wir noch mehr regionale Produkte abnehmen“, so Greil.
Alois Lugger vom Bödenlerhof in Nußdorf-Debant liefert wöchentlich ca. tausend Eier an das Wohn- und Pflegeheim Lienz.
„Luft nach oben“ sieht Bezirksbauernbundobmann LA Martin Mayerl, wenn es um die Abstimmung von Angebot und Nachfrage im Bereich bäuerlicher Produkte geht. „Viele Landwirte haben schon interessante Produktionszweige für sich entdeckt. Wenn es darum geht, Nischen zu finden, bräuchten unsere Bauern jedoch noch intensivere Beratung und Unterstützung“, so Mayerl. Konkret nannte er in diesem Zusammenhang den Anbau von Getreide und Gemüse: „Während im Bereich Milch und Milchprodukte die Selbstversorgungsrate sehr gut ist, liegt diese bei Getreide lediglich bei 0,5%.“
Dass die Aufklärungsarbeit der letzten Jahre fruchtet und die Bevölkerung immer mehr darauf achtet, woher die Lebensmittel kommen, bestätigt Bezirksbäuerin Michaela Pitterl. „Die Wichtigkeit und Wertigkeit der Landwirtschaft und heimischer Produkte muss nicht nur dem Handel und den Konsumenten immer mehr bewusst gemacht werden, auch unsere Bauern, Bäuerinnen und Jungbauern müssen lernen, Botschafter der von ihnen produzierten Nahrungsmittel zu sein“, meint die Bezirksbäuerin. Es gehe darum, Geschichte und Herkunft sowie den Mehrwert heimischer Produkte begreifbar zu machen. „Eine der größten Herausforderungen für die Bauern ist es, unser ,Superfood‘ mit all seinen Vorteilen beim Namen zu nennen“, so Michaela Pitterl abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Bauernbund, Peter Leiter