Osttiroler Direktvermarkter: Große Herausforderungen, Motivation ungebrochen
Bei der zweiten Osttiroler Bezirksversammlung der Tiroler Direktvermarkter am Donnerstag, 3. April, wurde deutlich, dass die Herausforderungen in der Landwirtschaft groß sind. Die Motivation weiterzumachen, ist jedoch ungebrochen.
Ein zentrales Thema des Abends war die Frage, wie bäuerliche Arbeit und die produzierten Lebensmittel in Zukunft authentisch vermittelt werden können. Das Impulsreferat von DI Bianca Blasl zeigte eindrucksvoll auf, wie eine ehrliche und direkte Kommunikation neue Brücken zwischen Bäuerinnen und Bauern sowie Konsument:innen schlagen kann. „Wir brauchen echte Geschichten, echte Bilder – und Menschen, die sich trauen, Landwirtschaft so zu zeigen, wie sie wirklich ist“, so Blasl. Ihre Botschaft: „Nicht Perfektion, sondern Authentizität schafft Vertrauen.”

Die Teilnehmer:innen zeigten sich beeindruckt und diskutierten engagiert über neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit. Besonders in der Direktvermarktung, wo der persönliche Kontakt zur Kundschaft zählt, sei es entscheidend, nachvollziehbar und glaubwürdig zu kommunizieren.
Bezirksobmann Philipp Jans brachte es auf den Punkt: „Ich bin überrascht, aber vor allem stolz, wie groß die Wertschätzung für unsere Arbeit im Bezirk ist. Das zeigt uns: Wir sind auf dem richtigen Weg.“
Auch die Grußworte von Bezirksbäuerin Karin Huber waren geprägt von Hochachtung für den Einsatz in herausfordernden Zeiten. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen – von steigenden Kosten bis zu gesellschaftlichem Wandel – betonte sie den starken Zusammenhalt im Verband und hielt fest, dass die Arbeit in der Lebensmittelproduktion von unschätzbaren Wert ist. „Viele Kinder wissen kaum mehr, wie ein Apfel wächst oder woher Milch kommt.”

Ein zentrales Anliegen bleibt für die Direktvermarkter die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Der Kauf regionaler und saisonaler Produkte ist weit mehr als ein Trend, er ist ein aktiver Beitrag zur Stärkung der Region, zur Sicherung bäuerlicher Existenzen und zum Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft – ein Gewinn für alle Seiten.
Trotz der oft beschwerlichen Lage sind die Mitglieder – die Bäuerinnen und Bauern – weiterhin motiviert. Was sie sich wünschen: mehr Verständnis, mehr Dialog, mehr Miteinander. Denn Landwirtschaft betrifft uns alle.
Text: Redaktion, Fotos: LK Tirol/N. Kollnig