Osttirol Innovation Award 2021: „Wald und Mensch“ von Brigitte Amort
Seit Anfang des Jahres läuft der „Wettbewerb für MacherInnen“. Die bei der ARGE „Vordenken für Osttirol“ eingelangten Projekte stellen wir hier vor. Preisvergabe demnächst.
Die Osttiroler Waldbäuerinnen und Waldbauern sind heuer abermals mit extremen Waldschäden konfrontiert. Brigitte Amort und ihr Ehemann versuchen, so vieles wie möglich selbst zu verwerten, vom Nutzholz über Bretter bis zum Scheitholz. Doch die Mengen, die anfielen, sprengten ihren Verbrauch bei Weitem, und bereits letzten Frühling waren sie damit konfrontiert, dass das Holz aufgrund riesiger Schadholzmengen nicht mehr aufgekauft wurde, es zu enormen Preisabfällen kam und sie auf einem wertvollen Rohstoff sitzen blieben. Gleichzeitig werden mit der Schnee-schmelze nach und nach unzählige andere Schäden sichtbar. Insbesondere die Leitpflöcke aus Kunststoff am Straßenrand sind zahlreich kaputt gegangen und verschmutzen in kleinen Plastikteilchen nun die Felder.
So kam Brigitte Amort auf die Idee, diese Leitpflöcke wieder aus Holz zu produzieren. Mit dem Projekt „Wald und Mensch – ein Projekt mit Hausverstand“ möchte sie dies nun in die Tat umsetzen. Der Rohstoff würden aus dem Nasslager in Ainet kommen, wo Unmengen an Holz vor der Verrottung gerettet wurden. Eine lokale Holzverarbeitungsfirma würde geeignete Stempel entwickeln und anschließend produzieren. Dabei sollen beispielsweise ältere Arbeitssuchende im Sinne eines sozialökonomischen Betriebs integriert werden. Die fertigen Leitpflöcke könnten dann vom Bezirksbauamt abgeholt und am Straßenrand montiert werden. In weiterer Folge kann das Gebiet auch auf ganz Österreich ausgeweitet werden.
Brigitte sieht das Projekt als Kreislauf: Straßenleitpflöcke aus Osttiroler Rohstoffen von Osttiroler Bäuerinnen und Bauern sowie Osttiroler Verarbeitungsfirmen produziert für das Land Tirol – Sicherheit für Mensch und Tier direkt aus dem Wald.
Der Osttirol Innovation Award 2021 wird zum ersten Mal von der Arbeitsgemeinschaft „Vordenken für Osttirol“ ins Leben gerufen. Der Ideenwettbewerb „Leben und Wirtschaften in Osttirol“ sucht soziale und wirtschaftliche Projektideen zur Belebung der Region.
VORAUSSETZUNGEN
Die Wirkung des Projekts muss in Osttirol sein und die Idee vom Einreicher selbst umgesetzt werden. Das Projekt kann sich auch schon in Bearbeitung befinden (Projektstart muss nach dem 16. März 2020 sein), sollte aber noch nicht fertiggestellt sein.
WER KANN MITMACHEN
Einzelpersonen, Unternehmen, Vereine, Gemeinden, Organisationen und dergleichen, inner- und außerhalb Osttirols
EINREICHUNGEN
Die Ideen konnten bis 16. April 2021 eingereicht werden. Alle eingereichten Projekte werden während und nach Abschluss des Wettbewerbs der Öffentlichkeit präsentiert.
DIE PREISVERLEIHUNG
findet im Rahmen einer Abschlussveranstaltung statt.
Text: Redaktion, Foto: ARGE Vordenken für Osttirol/Profer & Partner