Vision wird Wirklichkeit: Anraser Pfleghaus als Ort der Begegnung

Unter dem Dach „Kultur aus dem Pfleghaus“ sind heuer bereits über 20 Veranstaltungen fest geplant. Offiziell eröffnet wird das runderneuerte Haus am 29. Mai 2022.

Fast fünf Jahre ist es her, seit eine Handvoll engagierter Anraser GemeindebürgerInnen es sich zur Aufgabe gemacht hat, das damals leer stehende Anraser Pfleghaus zu neuem Leben zu erwecken. Der stattliche Ansitz im Dorfzentrum von Anras wurde mit Hilfe des Landes Tirol, der Landesgedächtnisstiftung und der Messerschmitt Stiftung aufwändig und umfassend renoviert. Die Arbeiten stehen kurz vor dem Abschluss, die Verträge kurz vor der Unterzeichnung.

Das Erdgeschoß wird der Eigentümer, die Messerschmitt Stiftung, selbst nutzen, die oberen Stockwerke hat die Gemeinde Anras für 50 Jahre gemietet. In die historischen Räume im 1. Stock wird die Gemeindeverwaltung einziehen. Für den 2. Stock und das Unterdach wurde mit dem Land Tirol und der Messerschmitt Stiftung vertraglich vereinbart, dass sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

v.l.n.r.: Obmann Bgm. Johann Waldauf, Obmann-Stv. Josef Mascher, Geschäftsführer Gottfried Unterweger

 

„Für 29. Mai 2022 haben wir die Eröffnungsfeier geplant. Spätestens dann wird es auch so weit sein, dass die Gemeindeverwaltung in die neuen Amtsräume im Pfleghaus einzieht“, so Bgm. Johann Waldauf bei einem Medientermin am Dienstag, 1. Feber. Er ist auch Obmann des Vereins Anraser Pfleghaus.

„Es ist erklärter Wille des Trägervereins Anraser Pfleghaus, das Haus zu einem Ort der Begegnung zu entwickeln, an dem die Menschen sich treffen, sich versammeln und sich austauschen – und zwar nicht nur Menschen aus Osttirol. In den Statuten wird als Vereinszweck ausdrücklich angeführt, die historischen kulturellen und gesellschaftlichen Beziehungen zum Pustertal, zur Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino und darüber hinaus sowie die Tradition als regionales Zentrum mit direktem Bezug zu Brixen zu pflegen“, so Gottfried Unterweger, Geschäftsführer des Vereins Anraser Pfleghaus.

 

Das Bischofszimmer

 

Vorgesehen sind zeitlich begrenzte museale Ausstellungen in den Sommermonaten, kuratiert von den Tiroler Landesmuseen. „Ziel ist dabei, die reichen musealen Bestände der Landesmuseen den OsttirolerInnen und BewohnerInnen der angrenzenden Regionen zugänglich zu machen, das kulturelle Angebot für Touristen zu erweitern und mit museumspädagogischen Begleitveranstaltungen Kindern Gelegenheit zu geben, sich mit dem jeweiligen Thema auseinanderzusetzen“, so Unterweger.

 

Die Prälatenstube

 

Der Verein hat bereits über 20 Veranstaltungen für dieses Jahr fixiert, weitere sollen organisiert werden. Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Filmtage und Kunstprojekte – Ziel ist es, mit einem abwechslungsreichen Angebot alle Alters- und Bevölkerungsgruppen anzusprechen und einzubinden. Gestartet wird am 5. März mit einem Regieworkshop, am Abend des gleichen Tages feiert der Kinofilm „Große Freiheit“, für den der gebürtige Osttiroler Thomas Reider das Drehbuch verfasst hat, Osttirol-Premiere. Auch ein Drohnenfestival und einen Kulturbrunch umfasst das Programm.

 

Das Pfleghaus ist in Zukunft das neue Gemeinde-, Kultur- und Veranstaltungszentrum von Anras. Foto: Toni Ausserlechner

 

„Im Pfleghaus sollen insbesondere auch Veranstaltungen stattfinden, die von öffentlichem Interesse sind. Unser Programm umfasst eine großen Bandbreite von Themen für ganz unterschiedliche Zielgruppen. Nahezu alle Anraser Vereine wirken mit. Finanziert wird das Programm von heimischen Sponsoren, die mit ihrem großzügigen Engagement nicht nur den Start von ,Kultur aus dem Pfleghaus‘ ermöglichen, sondern auch dokumentieren, wie viel private Initiativen bewegen können“, betonte der Geschäftsführer abschließend.

Alle Informationen und das gesamte Programm hier: www.anraserpfleghaus.at

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Anraser Pfleghaus, Toni Ausserlechner, Osttirol heute/Mühlburger

02. Februar 2022 um