BetriebsrätInnen kritisieren „Einkommensmisere“

Bei der ÖGB-Regionalvorstandssitzung am 18.12.2012 wurde die Einkommensschwäche Osttirols heftig kritisiert. Die Unternehmer forderte man zur Zahlung fairer Löhne auf. Osttirol ist unter 99 Bezirken Österreichs jener mit den sechstschwächsten Einkommen. Diese niedrigen Einkommen wurden von den 30 anwesenden BetriebsrätInnen und PersonalvertreterInnen bei der ÖGB-Regionalvorstandssitzung am Dienstag, 18. Dezember 2012, diskutiert. Die ArbeitnehmervertreterInnen und GewerkschafterInnen sehen neben dem ungesunden Branchenmix und der hohen Teilzeitquote auch in der fehlenden Bereitschaft zur Überzahlung der in Kollektivverträgen festgeschriebenen Mindestlöhne den Hauptgrund für diese „Einkommensmisere“ im Bezirk. „Wir befinden uns in einer Sackgasse und fordern die UnternehmerInnen auf, sozial faire Löhne im Hinblick auf die exorbitant hohen Lebenserhaltungskosten in Tirol zu bezahlen“, so Osttirols ÖGB-Vorsitzender Willi Lackner.

Osttirol liege mit einem Durchschnittseinkommen von 16.976 Euro auf Rang sechs der einkommensschwächsten Bezirke Österreichs. Im Vergleich zum durchschnittlichen Jahresnettoeinkommen von 19.760 Euro verdienen Osttiroler ArbeitnehmerInnen 2.784 Euro weniger.

Schlecht ist es auch um die Einkommen der Osttiroler Frauen bestellt. Sie stehen im bundesweiten Bezirksranking an drittletzter Stelle. „Mit 12.487 Euro verdienen Osttirols Frauen jährlich um 3.128 Euro weniger als der Durchschnitt aller Österreichischen Frauen. Das Hauptproblem liegt darin, dass 34,7% aller Frauen einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen“, so Osttirols ÖGB-Frauenvorsitzende Gabi Zambelli. In einer Arbeitsgruppe der Gewerkschaftsschule sollen nun die Problemfelder erörtert und Lösungsansätze gefunden werden.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: ÖGB Tirol

 

 

19. Dezember 2012 um