Obertilliach/Untertilliach: Von der Abfalltrennung zur Rohstoffgewinnung

Die Erwachsenenschule Ober-/Untertilliach lud vor Kurzem interessierte BürgerInnen zu einem Vortrag des Abfallwirtschaftsverbandes Osttirol auf den Recyclinghof.

Neben dem „vor Ort-Erlebnis“ wurden die Motivationen der Vergangenheit und Gegenwart zur Wertstofftrennung dargestellt. Einige BürgerInnen konnten sich beim Anblick der Bilder von den alten Deponien noch gut daran erinnern und jeder ist froh, dass sich die Abfallwirtschaft seither grundlegend verändert hat. Nur wenige Stoffgruppen stellen heute noch Abfall dar, der nicht mehr verwertet werden kann. Bei einem Großteil handelt es sich vielmehr um Wertstoffe. Werden diese in den richtigen Containern gesammelt, können sie als Rohstoff zur Herstellung neuer Produkte dienen.

Nur zwei der insgesamt 31 Fraktionen, die am neuen Recyclinghof angenommen werden, können zumindest keiner stofflichen Verwertung (Recycling) mehr zugeführt werden. Es handelt sich dabei um den Restmüll und Sperrmüll, der in der Abfallaufbereitungsanlage in Lavant in eine Ersatzbrennstofffraktion für die Industrie und in Deponiegut gesplittet wird. Wöchentlich werden 14 LKW-Fuhren Ersatzbrennstoff aus Osttirol an die Industrie geliefert. Laut den Vortragenden des Abfallwirtschaftsverbands Osttirol könnte durch eine bessere Trennung seitens der BürgerInnen die Hälfte dieser LKW-Fahrten eingespart werden.

Dass nicht jeder durch richtiges Trennen zum Klimaschutz beitragen will, zeigte ein Blick in den Sperrmüllcontainer, in dem eine Reihe an Altmetallen zu sehen waren. Neben dem Verlust des Metalls als Wertstoff verursacht dieser Umstand zudem Kosten für die Gemeinde und in weiterer Folge für die Allgemeinheit, denn die Abholung des Sperrmülls kostet Geld, dem keine Einnahmen gegenüberstehen. Der unmittelbar neben dem Sperrmüllcontainer aufgestellte Schrott-Container ist somit sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht die bessere Wahl.

Nichtsdestotrotz konnte aufgezeigt werden, dass durch die in Osttirol bereits erzielten Sammelleistungen ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird. Im Jahr 2019 wurden beispielsweise rund 4.400 Tonnen an Altpapier und Karton im gesamten Bezirk getrennt gesammelt und der Papierindustrie als Recyclingmaterial zur Verfügung gestellt. Durch die Sammlung der Glasverpackungen im Jahr 2019 konnten die OsttirolerInnen über 40.000 LKW-Ladungen an Primärrohstoffen aus der Natur, die für die Herstellung von Glas benötigt werden, einsparen.

Jeder richtig gesammelte Wertstoff ist ein Rohstoff für die Industrie. Restmüllanalysen haben gezeigt, dass auch in Osttirol noch viel Potential nach oben besteht und über 50 % der im Restmüll entsorgten Stoffe nach wie vor Wertstoffe sind.

 

 

Text: Redaktion, Foto: AWVO

05. November 2021 um