Oberlienz: Über 300 Interessierte bei Sommergespräch des Bauernbundes

Das Sommergespräch des Tiroler Bauernbundes fand am Montag, 26. August, am Biobauernhof von Philipp Gstinig und Gertraud Kurzthaler in Oberlienz statt. Hauptreferent war Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig.

Osttirols Bezirksbauernobmann LA Bgm. Martin Mayerl meinte in seiner Eröffnung: „Wir leben in einer gesättigten Gesellschaft, in der manche von Sorgen und Unzufriedenheit geplagt sind. Dennoch wissen wir Bauern, dass man zuerst säen muss, bevor wir ernten können. Auch wenn uns politisch einiges gelungen ist – wie z. B. bei der Wolfsproblematik, der Ausgestaltung der GAP und der Bewältigung von Waldschäden – so verspüre ich dennoch bei manchen Bäuerinnen und Bauern Zukunftsängste und Sorgen. Viele fragen sich, ob die zukünftigen Generationen auf unseren Höfen noch Chancen in einer Gesellschaft haben, die immer mehr von Bürokratismus und Egoismus getrieben wird.“

LH-Stv. Josef Geisler gab einen Einblick in aktuelle landespolitische Entwicklungen: „Während im Jahr 1954 noch 45 Prozent der monatlichen Ausgaben auf Ernährung und alkoholfreie Getränke entfielen, so waren das im Jahr 2020 gerade einmal noch 12 Prozent. Natürlich hat sich seit 1954 einiges geändert, aber dennoch zeigt dieser Vergleich schon sehr gut auf, dass wir nicht müde werden dürfen, Bewusstsein für den Stellenwert gesunder und regionaler Ernährung zu schaffen. Nicht nur zur Stärkung der heimischen Landwirtschaft, sondern vor allem auch für das Wohlergehen der Bevölkerung.“

 

Hauptreferent des Abends war Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig.

 

Zum Thema Wolf betonte Josef Geisler, dass er am Tiroler Weg der raschen Entnahmemöglichkeit per Verordnung weiterhin festhalten werde. „Von Anzeigen diverser selbsternannter Tierschutzorganisationen werde ich mich nicht beirren lassen. Diesen sehe ich sehr gelassen entgegen. Höchst problematisch wird es jedoch, wenn jetzt eine NGO aus der weit entfernten Großstadt Wien einen betroffenen Almbauern in Osttirol klagen. Sie haben keine Ahnung von der harten Arbeit unserer Almbauern und verfolgen nun einen Menschen, der noch dazu gerade einen Teil seiner Herde verloren hat. Eine Vorgehensweise, die für mich letztklassig und aufs schärfste zu verurteilen ist“, fand Geisler klare Wort. Er sicherte dem betroffenen Bauern die volle Unterstützung der bäuerlichen Interessensvertretung zu.

„Mein Ziel ist es, dass wir auch in 20 Jahren noch eine wettbewerbsfähige, nachhaltige und aktive Land- und Forstwirtschaft in einem vitalen, ländlichen Raum haben. Dazu brauchen die Bäuerinnen und Bauern verlässliche Unterstützung und müssen auch in der kommenden Bundesregierung vertreten sein. Die Volkspartei ist die Partei der Mitte und die einzige Partei, die sich konsequent für die Bevölkerung im Land einsetzt. Wir setzen auf Anreize statt auf Verbote, wir stehen für Leistung und ein klares Bekenntnis zur heimischen Land- und Forstwirtschaft“, so Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig zu den anwesenden Bäuerinnen und Bauern.

 

 

Text: Redaktion, Fotos: Tiroler Bauernbund

28. August 2024 um