Tiroler Landesregierung bekräftigt Sicherung und Ausbau des Campus Lienz
Mittelfristig soll sich der Standort weiter öffnen. Angestrebt werden universitäre Angebote in den Bereichen Krisen- und Katastrophenmanagement, Gesundheit und Sport.
„Entsprechend der regionalen Erfordernisse wird sich der Campus Lienz in den kommenden zwei Jahren breiter aufstellen und neue Disziplinen unter einem Dach vereinen“, berichteten Mitglieder der Tiroler Landesregierung am Dienstag, 28. September, im Anschluss an die Regierungssitzung. Während das Bachelorstudium Mechatronik ausläuft, wobei alle derzeit Studierenden ihren Abschluss bis zum Jahr 2023 absolvieren können, wird gemeinsam mit der Universität Innsbruck und der UMIT Hall ein neues Masterstudium „Elektrotechnik“ angeboten. Für die Weiterführung des Mechatronik-Bachelors bis zum Abschluss der derzeit in Ausbildung befindlichen Studierenden, für die Stärkung des Standortes Campus Lienz sowie für das neue Masterstudium „Elektrotechnik“ in Hall und Innsbruck werden vonseiten des Landes rund 5 Mio. Euro an Förderungen zur Verfügung gestellt. Das beschloss die Tiroler Landesregierung in ihrer heutigen Sitzung.
Weiterentwicklung Campus Lienz 2021 bis 2023
„Die Erfahrungen mit dem Bachelorstudium Mechatronik werden nun für die Weiterentwicklung des Campus Lienz unter der Prämisse der Nachhaltigkeit genutzt“, so Landeshauptmann Günther Platter. Auf Basis der Steuerungsgruppenergebnisse sollen weiterhin Aktivitäten im Bereich Mechatronik-Forschung, Digitalisierung oder Case & Care Management stattfinden. Gleichzeitig wird sich der Standort mittelfristig weiter öffnen: Universitäre Angebote im Bereich Krisen- und Katastrophenmanagement, Risikomanagement und Gesundheit oder Prävention sowie Sport werden angestrebt. Auch der Kurs „Digital Transformation Expert“, der sich an MitarbeiterInnen von Unternehmen mit Interesse an digitalen Chancen und Transformationsprojekten richtet, soll sich bedarfsorientiert in Zusammenarbeit mit örtlichen Unternehmen zu einem universitär vollwertigen Weiterbildungsformat entwickeln. Die UMIT soll künftig die Leitung der universitären Standortentwicklung in Lienz übernehmen.
Elektrotechnik-Master im Zeichen der Nachhaltigkeit
Wie in anderen Zukunftsfeldern ist auch im Bereich „Elektrotechnik” ein Fachkräftemangel in Österreich und damit auch in Tirol zu beobachten. Studien zeigen, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren noch deutlicher ausprägen und der Bedarf an (elektro)technisch ausgebildeten Fachkräften steigen wird. Mit dem Masterstudium „Elektrotechnik“ soll eine bestehende Lücke im Bereich der Technischen Wissenschaften in Tirol geschlossen werden.
Unter Federführung der Universität Innsbruck soll eine Spezialisierung in den Bereichen „Energietechnik und Automatisierung“ oder „Biomedizinische Technik“ angeboten werden. Die UMIT bringt sich in unterschiedliche Module entsprechend ihrer Stärkenfelder ein. Zentrales Element des Masterstudiums wird die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit sein. „Neben der Vermittlung von neuesten Erkenntnissen von IT- oder Managementmethoden erhalten die AbsolventInnen ein umfassendes Verständnis für ingenieurwissenschaftliche Zusammenhänge und Problemstellungen unter der Prämisse der Nachhaltigkeit. Sie alle sind damit wesentliche Arbeitskräfte von morgen – erst mit der Einführung eines solchen Masterstudiums können wir gewährleisten, dass sie in Tirol bleiben und nicht an andere Unis abwandern“, so der Landeshauptmann.
Text: Redaktion, Foto: Martin Lugger