Neuer Turnsaal: Zukunftsweisendes Großprojekt für ganz Oberlienz

Knapp 18 Monate nach dem Spatenstich konnten die Arbeiten am neuen Oberlienzer Turnsaal großteils abgeschlossen werden. Einweihung ist für den Frühsommer 2020 geplant.

Am 16. Juli 2018 erfolgte in Oberlienz der offizielle Spatenstich für das Bauvorhaben „Turnsaal Neu“. Knapp 18 Monate später konnten die Arbeiten am größten kommunalen Projekt seit dem Neubau des Gemeindezentrums großteils abgeschlossen werden. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 2,6 Millionen Euro. „Mehr als drei Jahrzehnte wurde in unserer Gemeinde über die Neuerrichtung einer Sporthalle diskutiert, bis wir schließlich im Dezember 2017 im Gemeinderat den Beschluss für die Umsetzung des neuen Turnsaales fassen konnten“, blickt Bürgermeister Martin Huber auf die lange Vorgeschichte des nun realisierten Bauvorhabens zurück. „Der bestehende kleine Turnsaal, der aus der Bauzeit der Volksschule Ende der 60er-Jahre stammt, war schon längst nicht mehr zeitgemäß. Außerdem hat sich auch unsere Bevölkerung in einer Umfrage klar für dieses Projekt ausgesprochen.“

 

 

Den von der Gemeinde ausgelobten Architekturwettbewerb entschied Architekt Mag. Veit Pedit für sich. „Er ist in seinen Planungen“, wie der Oberlienzer Ortschef betont, „am besten auf unsere Wünsche eingegangen und hat zusätzlich auch ein Nutzungs- und Zugangskonzept für die Adaptierung des bestehenden Untergeschosses geliefert. Auch während der Bauphase hat Architekt Pedit, ebenso wie Ing. Martin Mandler von modul2 als Verantwortlicher für die örtliche Bauaufsicht, eine ausgezeichnete Arbeit geleistet.“

 

 

Der Baustart für das Großprojekt fiel rechtzeitig zu Beginn der Sommerferien 2018, die Spatenstichfeier fand am 16. Juli statt. An die notwendigen Abbrucharbeiten im Untergeschoss des bestehenden Schul- und Kindergartengebäudes schlossen die Aushubarbeiten für den Neubau an. „Am 8. August fuhren bereits die Betonwägen auf, um die Bodenplatte zu betonieren“, so Bürgermeister Huber, der davon berichtet, dass die Bauarbeiten auch in den nachfolgenden Monaten exakt und termingerecht über die Bühne gingen. „Im Wintersemester 2019 konnte der neue Turnsaal dann erstmals von Volksschule und Kindergarten genutzt werden.“

 

 

Der neue Turnsaal, der über eine so genannte „Bauteilfuge“ direkt mit dem Hauptgebäude verbunden ist, wurde, entsprechend den Planvorgaben, am südöstlichen Ende des Bestandsobjektes situiert. Mit Errichtung des Erschließungsbauteiles bzw. des neuen Stiegenhauses inklusive komplett verglastem Lift konnte die bestehende Zugangssituation entflochten sowie ein externer Eingang bzw. ein direkter Zugang für die Volksschule zu Turnsaal und Kletterbereich geschaffen werden. Außerdem findet sich in dieser „Nahtstelle“ auch der neue Hauptzugang für den Kindergarten. Durch die Klettereinrichtung mit den beiden Kletterwänden „Schlossberg“ und „Hochstein“ (mit Routen bis zu Schwierigkeitsgrad 7) sowie durch den zusätzlichen Boulderbereich entstand ein attraktiver, in seinen Funktionen durchmischter Erlebnisraum.

 

 

Für die Vereine wurde an der Südwestseite des Bestandsgebäudes eine Zugangsrampe installiert. Der Erschließungsbaukörper bindet alle Bestandsgeschosse an und bietet in seiner Höhe ideale Voraussetzungen für die nach Süden orientierte Kletterhalle mit einer Grundfläche von 5,5 mal 6,5 Metern und der beachtlichen Höhe von neun Metern. Der neue Turnsaal, der auf dem Niveau des Untergeschosses liegt, wurde so umgesetzt, dass ein harmonischer Übergang von der neuen Bausubstanz zum vorhandenen Naturraum, zu Spielplatz und ländlicher Umgebung gewährleistet ist. Im Untergeschoss des Bestandsgebäudes wurden die neuen Sanitär- und Garderobenräume untergebracht. Der Turnsaal entspricht mit seinen Innenmaßen von 21 mal 13 Metern und einer Höhe von sechs Metern den Anforderungen der heutigen Zeit und wurde hochwertig mit Parkettboden, holzverkleideten Wänden und modernen Gerätschaften ausgestattet.

 

 

Belichtet wird der Saal durch umlaufende Fenster an der Nord-, Ost- und Südseite sowie über ein großes Fenster an der Westseite, das den Blick auf die Oberlienzer Kirche und die umgebende Bergwelt eröffnet. Das Dach des Turnsaales ist dem Kindergarten im Obergeschoss vorgelagert und soll künftig den Kindergartenkindern als beschatteter Freibereich zum Spielen und Gärtnern dienen. Im Zuge der Realisierung des Großprojektes „Turnsaal Oberlienz Neu“ konnten außerdem auch noch weitere Arbeiten vorgenommen werden.

 

 

„Die Farbgebung des Bestandsgebäudes wurde neu gestaltet, um ein harmonisches Ganzes zu schaffen. Außerdem haben wir uns dazu entschlossen, den Kindergarten neu zu möblieren und mit einer modernen Garderobe auszustatten. Nicht zu vergessen ist, dass wir auch die komplette Schließanlage des Gebäudes ausgetauscht haben“, fasst Martin Huber die wichtigsten Maßnahmen zusammen. Gemeinsam mit allen Verantwortlichen aus Gemeinde, Schule und Kindergarten freut er sich über das gelungene Projekt. Die offizielle Einweihung ist für den Frühsommer 2020 geplant.

 

 

Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: Osttirol heute

07. Februar 2020 um