Nationalpark: Steinböcke lieferten wichtige Daten
Das Projekt „Steinwildelemetrie“ dokumentiert Daten der Steinwildpopulation rund um den Großglockner – die Ergebnisse wurden am 31.10.2012 präsentiert.
Im Jahre 2005 wurde das Projekt „Steinwildelemetrie“ gestartet und sollte die Zusammenhänge der Steinwildpopulationen rund um den Großglockner dokumentieren. Am Mittwoch, 31. Oktober 2012, wurden im Kärntner Anteil des Nationalparks Hohe Tauern die Ergebnisse präsentiert. „Insgesamt wurden zehn Steinböcke und eine Geiß mit GPS-GSM-Sendern ausgestattet. Diese lieferten die notwendigen Daten bezüglich Position und Aktivität der Tiere“, erklärte Nationalparkreferent LHStv. Ing. Kurt Scheuch. Das Projekt lieferte wichtige Daten über das Steinwild – etwa, wie die Raumnutzung der Steinböcke mit bis zu 13 600 ha großen Streifgebieten ist oder, dass es einen Zusammenhang der Populationen rund um den Großglockner gibt und, dass die Steinböcke lieber über den Gletscher wandern als durch ein Tal. Der Nationalpark und die Kärntner Jägerschaft wollen das Projekt nun weiter evaluieren, um den „König der Alpen“ den Menschen noch näher zu bringen.
Präsentierten interessante Daten rund um die Steinwildpopulationen im Glocknergebiet: DI Dr. Ferdinand Gorton, Mag. Peter Rupitsch, Ing. Kurt Scheuch, Ing. Klaus Eisank
Auch der Kärntner Landesjägermeister DI Dr. Ferdinand Gorton freute sich über die erfolgreiche Besenderung der Steinböcke und die neuen Erkenntnisse. „Wir werden die Studie und deren Ergebnisse für alle Interessierten zugänglich machen. Es freut mich sehr, dass sich der Steinbock in Kärnten wieder angesiedelt hat“, so Gorton. Aktuell leben in den Hohen Tauern rund tausend Stück Steinwild. Durch die Steinwildtelemetrie ist es gelungen, die Zusammenhänge der Teilpopulationen zu erkennen und Positionsdaten zu gewinnen. Ein Vergleich mit den Steinböcken aus dem Schweizerischen Nationalpark zeigt hinsichtlich der mittleren Tagesaktivitätskurven eine wesentlich höhere Aktivität der Steinböcke in den Hohen Tauern. Hier sind die Steinböcke schon am Morgen eine Stunde vor den Schweizer Böcken aktiv, und auch die Aktivitätsspitzen während des Tages sind deutlich höher. „Sogar nachts bewegt sich das Steinwild in den Tauern mehr als in Graubünden“, beschreibt Nationalparkdirektor Mag. Peter Rupitsch einige Ergebnisse.
Die Nationalparkverwaltungen Kärnten, Salzburg und Tirol haben sich entschlossen, ein neues Forschungsprogramm zum Thema „Steinwild“ für die nächsten fünf Jahre auf die Beine zu stellen. „Diesmal soll die Populationsdynamik und -entwicklung – vom Zeitpunkt der Wiedereinbürgerung bis heute – im Vordergrund stehen“, erklärte Wildtiermanager Ing. Klaus Eisank.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Greßmann, Büro Scheuch