Nationalpark: Touren mit den Rangern und Wildtierbeobachtungen boomen
Almen, Gletscher, Wildtiere – besonders viele Österreicher und Einheimische begeben sich in diesem Sommer auf Entdeckungsreise im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol.
Eine Wanderung zu den Neualplseen in der Schobergruppe, eine Tour über den Gletscherlehrweg Innergschlöß zum Schlatenkees oder mit einem Ranger Wildtiere im Kalser Ködnitztal beobachten – das Sommerprogramm des Nationalparks Hohe Tauern in Osttirol wird äußerst gut angenommen. „Durch den Wegfall der Schulprogramme gab es ab März natürlich einen Einbruch. Die Ranger haben in dieser Zeit geholfen, die Nationalpark-Infrastruktur für den Sommer instand zu setzen. Mit Juni haben die Führungen wieder begonnen“, erzählt Ruth Bstieler. Sie leitet das Besucherservice im Nationalparkhaus in Matrei und ist für die Sommer- und Winterprogramme sowie für die Bildungsprogramme und die RangerInnen verantwortlich.
Beim Wandern entlang der Umbalfälle kann man die junge Isel hautnah erleben. Foto: NPHT/Martin Lugger
Seit Juni sind Ranger-Führungen mit 12 bis 15 Personen wieder möglich. „Von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik wurden wir in Sachen Hygiene- und Abstandsvorschriften sowie kontaktloses Führen geschult. Das hat uns sehr geholfen, mit der geänderten Situation aufgrund der Corona-Pandemie gut umzugehen“, berichtet Ruth.
Wildtierbeobachtungs-Touren im Ködnitztal sind besonders beliebt. Foto: NPHT/Martin Lugger
Die geführten Ranger-Touren sind in diesem Sommer besonders gefragt. Ob die „3 Almen Wanderung“ im Tauerntal, die Wanderung zu den Neualplseen in der Schobergruppe, die Tour über den Gletscherlehrweg Innergschlöß „Kalte Riesen in heißen Zeiten“ oder die Wanderung „Über die alten Pfade“ vom Speikboden im Defereggental über den Kamm ins Virgental – alle diese Touren seien äußerst gut gebucht. „Das Info-Center und die Ausstellung ,Big Five‘ im Glocknerwinkel in Kals sind sieben Tage in der Woche von einem Ranger betreut. Mit Ferngläsern und einem stationären Spektiv kann man hier direkt in die Natur schauen und die Wildtiere beobachten. Immer ausgebucht sind die Wildtierbeobachtungs-Touren ins Ködnitztal“, berichtet die Nationalpark-Mitarbeiterin.
Der neue Wildtierbeobachtungsturm am Rande des Oberhauser Zirbenwaldes bietet einen eindrucksvollen Blick in den Nationalpark Hohe Tauern. Foto: NP Hohe Tauern/Ramona Waldner
Auch der neue Wildtierbeobachtungsturm in St. Jakob im Defereggental wird sehr gut angenommen. „Von diesem 22 Meter hohen Turm kann man die Wildtier- und Vogelwelt beobachten. Wir bieten dazu eine leichte Wanderung an, die besonders auch für Familien mit Kindern sehr gut geeignet ist. Ein Highlight in diesem Sommer ist „Rent a Ranger“. „Dabei kann man sich einen Ranger für eine individuelle Führung mieten. Familien und Gruppen nehmen dieses Angebot sehr gut an. Aber auch Spezialisten – wie z.B. Vogelkundler oder Botaniker – nutzen dieses Angebot, um von unseren Rangern fachkundig durch den Nationalpark begleitet zu werden.
Foto: NPHT/Martin Lugger
Ruth Bstieler berichtet, dass die Programme und Ranger-Führungen im heurigen Sommer vor allem von Inländern sehr gut angenommen werden: „Nicht nur die Ostösterreicher möchten heuer die Naturschätze des Nationalparks entdecken, sondern auch die Einheimischen nehmen sich die Zeit, vielleicht das erste Mal eine Tour mit einem Nationalpark-Ranger zu erleben.“
Nationalparkhaus in Matrei in Osttirol, Kirchplatz 2
Die Dauerausstellung „Tauernblicke“ ist derzeit aufgrund der Covid 19-Vorschriften geschlossen.
Angeboten werden die Sonderausstellungen „Ewiges Eis“ und die Bilderschau von Naturfotograf und Senior-Ranger Hermann Muigg
Öffnungszeiten:
bis 5. September: Montag bis Samstag, 10.00 bis 18.00 Uhr, Sonntag, 14.00 bis 18.00 Uhr
ab 6. September: Montag bis Freitag, 10.00 bis 18.00 Uhr
Informationen:
www.hohetauern.at
Tel.-Nr. 04875/5161-10
nationalparkservice.tirol@hohetauern.at
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: NPHT/Martin Lugger, Ramona Waldner

