Nationalpark Hohe Tauern: Starke Impulse für die traditionelle Kulturlandschaft
Seit mehr 30 Jahren ist der Nationalpark Hohe Tauern Tirol ein Paradebeispiel für erfolgreichen Naturschutz durch partnerschaftliche Zusammenarbeit auf privatem Grundbesitz. 3,2 Mio. Euro wurden in den letzten zehn Jahren investiert.
Ein wesentlicher Grundstein für die Gründung und Weiterentwicklung des Nationalparks war und ist die enge Kooperation mit den bäuerlichen Grundbesitzern – ohne sie wäre die Umsetzung des Schutzgebiets in der bestehenden Form nicht möglich gewesen.
Landesrat René Zumtobel war vor Kurzem erstmals Gast bei der Versammlung der bäuerlichen Grundbesitzer in Osttirol. „Die gute Zusammenarbeit zeigt sich insbesondere bei zentralen Aufgaben wie der Ausarbeitung des aktuellen Managementplans, den Naturschutzplänen für Almen (Almzertifikate) sowie der Festlegung der Naturzone für die internationale Anerkennung durch die Weltnaturschutzorganisation IUCN“, erklärte der Landesrat.
Zentrale rechtliche Basis bildet das Tiroler Nationalparkgesetz, das die gleichwertige Bedeutung von Naturlandschaft und traditioneller Kulturlandschaft unterstreicht. Über das Instrument des Vertragsnaturschutzes stehen Fördermittel zur Verfügung, mit denen Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft unterstützt und damit auch wesentliche ökologisch relevante Landschaftselemente erhalten werden und den Wert der Außenzone des Nationalparks für den Naturschutz definieren.
v.l.n.r.: Nationalpark-Direktor Hermann Stotter, Landesrat René Zumtobel, Philipp Jans (Obmann Grundbesitzer im Nationalpark Hohe Tauern Tirol), LA Bgm. Martin Mayerl
10 Jahre – 3,2 Millionen Euro Investitionen in die traditionelle Kulturlandschaft
Um die Kulturlandschaft in der Nationalparkregion sowie auf den Almen der Außenzone des Nationalparks Hohe Tauern zu erhalten und die nachhaltige Bewirtschaftung im Sinne des Naturschutzes zu fördern, wurden in den Jahren 2015 bis 2024 rund 3,2 Mio. Euro in die bäuerliche Kulturlandschaft investiert, davon rund 2,2 Mio. Euro in Maßnahmen zur nationalparkgerechten Almwirtschaft und rund eine Million Euro in den Erhalt des traditionellen Landschaftsbildes.
Mit dieser Förderung werden beispielsweise Natursteinmauern, traditionelle Dachverschindelungen und Holzzäune gefördert. In zehn Jahren wurden rund 20 Kilometer Holzzäune errichtet, 940 Quadratmeter Natursteinmauern gesetzt und 1,6 Hektar Dachflächen mit Holzschindeln gedeckt.
Seit 2007 läuft das Programm „Almzertifikate“ (Naturschutzpläne auf der Alm). Es unterstützt Almbewirtschafter bei der ökologisch ausgerichteten Nutzung ihrer Flächen. Bis 2024 wurden auf 24 Almen rund 380 Hektar Lebensräume verbessert.
Text: Redaktion, Fotos: Ingemar Wibmer, Martin Diemling
