Mobilitätszentrum Lienz: Helle Unterführung und Vorplatz mit MPreis als Highlights

Hunderte Interessierte informierten sich am Montag, 6. Mai, bei der öffentlichen Präsentation des integrierten Mobilitätszentrums Bahnhof Lienz im Campus Technik Lienz.

Zwei Säle im Campus Technik Lienz waren bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Stadt Lienz gemeinsam mit der der ÖBB-Infrastruktur AG, Architekten und Planern über Details des neuen Mobilitätszentrums informierten. „2011 wurde bereits mit den Vorarbeiten und Planungen begonnen. Dank der intensiven Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern Stadt Lienz, ÖBB, Land Tirol und VVT ist es gelungen, ein modernes integriertes Mobilitätszentrum für die Stadt Lienz und die Region zu entwickeln. Ende 2021 soll es fertig sein. Die Präsentationstafeln werden wir von 15. bis 24. Mai im Stadtlabor im Stöcklgebäude neben der Liebburg zeigen, zeitweise werde ich selbst dort anwesend sein, um Fragen zu beantworten”, so die Lienzer Bgm. Elisabeth Blanik einleitend.

 

Eine direkte Verbindung zwischen dem südlichen Teil des Bahnhofs und der Innenstadt wird mit der neuen Rad- und Geh-Unterführung zwischen dem Bozener Platz und der Tristacher Straße geschaffen. Die Unterführung ist durch die offene Decke mit viel Licht durchflutet.

 

Siegfried Moser und Projektleiter Torsten Wastian von den ÖBB sowie Architekt Markus Ostertag informierten über Projektdetails. „Highlights sind der neue Vorplatz mit dem Nahversorger MPreis und einem Restaurant, die neue Geh- und Radunterführung, der Zugang über die neue Draubrücke und große Park&Ride-Flächen sowie Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Mopeds. Die Baukosten belaufen sich auf rund 29 Mio. Euro, 16% davon trägt die Stadt Lienz, 25% das Land Tirol”, erklärte Siegfried Moser. Der neue Durchgang unter dem Bahnhof bildet eine perfekte Verbindung zwischen Innenstadt und Bahnhof und dient auch dem komfortablen Erreichen der Bahnsteige. Die Unterführung ist bis zu 14 Meter breit, und durch die offene Decke wird sie mit viel Licht durchflutet. Es gibt eine eigene Fahrradspur.

 

Der Inselbahnsteig

 

Das Bahnhofsgebäude wird modernisiert und mit einem großzügigen Vordach – wie auf allen großen Bahnhöfen Österreichs – aufgewertet. „Völlig neu gegliedert wird auch der Vorplatz. Es entstehen acht  Busbuchten, eine überdachte Bike&Ride-Anlage mit 120 Plätzen für Räder und 20 für Mopeds und Motorräder. Außerdem werden zusätzliche Plätze für Taxis und Kurzparken zum Ein- und Aussteigen geschaffen”, erklärte Architekt Markus Ostertag. Östlich des Bahnhofs wird die Tiroler Firma MPreis ein Lebensmittelgeschäft und ein Restaurant einrichten.

 

 

Durch das Projekt wird der Zugang zum öffentlichen Verkehr deutlich verbessert und viel komfortabler gemacht. Bahnkunden können dann ganz einfach mit dem Rad, Moped, PKW oder zu Fuß zum Bahnhof kommen und mit Zügen und Bussen in alle Richtungen weiterfahren. „Der Bahnhof Lienz wird zu einer Drehscheibe, die jeder Form der Mobilität Platz gibt und somit auch den Umstieg auf umweltfreundliche Fortbewegung deutlich einfacher macht. Ich freue mich, dass im gesamten Bezirk in die Bahn-Infrastruktur rund 60 Mio. Euro investiert werden”, betonte Bgm. Elisabeth Blanik.

 

v.l.n.r.: Siegfried Moser (ÖBB), Bgm. Elisabeth Blanik, Architekt Markus Ostertag, Torsten Wastian (ÖBB)

 

Projektleiter Torsten Wastian gab einen Überblick über die einzelnen Bauphasen. „Derzeit wird die neue Draubrücke gebaut. Im kommenden Sommer beginnen wir mit dem Bau der Unterführung. Von Frühjahr bis Herbst 2020 wird die Unterführung fertig gestellt, und es beginnt die Hauptphase der Erneuerung der Bahnsteige. Im Herbst 2020 beginnen wir mit der Neugestaltung des Vorplatzes und mit dem Bau des Busbahnhofes. Im Jahr 2021 wird der Schwerpunkt der Arbeiten auf dem Bahnhofsgebäude liegen, und im Dezember 2021 soll das neue Mobilitätszentrum fertig gestellt sein”, so Wastian.

 

 

Im Zuge des Umbaus errichtet die Firma Papin Sport am Bahnhof Lienz ein Radzentrum als Service- und Radverleihstelle für Gäste und Pendler. Im Süden des Bahnhofes schaffen die ÖBB zur bestmöglichen Abwicklung und Betreuung der Radgäste einen 180 Meter langen Bahnsteig speziell für die Radverladung. „Mit dieser erstmals an einem Bahnhof in Österreich realisierten Schwerpunktsetzung für den Radtourismus gehen die ÖBB und die Stadt Lienz neue innovative Wege und verknüpfen damit sanfte und umweltfreundliche Mobilitätsformen”, erklärte Siegfried Moser.

 

 

Die anschließenden Fragen betrafen insbesondere den Verkehr auf der B100 und in der Innenstadt während der Bauphase. „Eine Umlegung der B100 ist notwendig. Hier befinden wir uns in der Abschlussphase der Planungen. Im Bereich der Rampe wird die B100 in den Bahnhofs-Vorplatz eingeschwenkt und bis zum Europaplatz umgeleitet. Es wird zu Einschränkungen kommen, die Straße wird aber immer zweispurig befahrbar sein. Die Zufahrt für Busse und LKW zur Innenstadt ist ebenfalls gewährleistet”, so Blanik. Das Altstoffsammelzentrum im Bereich des Bahnhofs wird bestehen bleiben. „Für das Heizhaus wird es am Ende einen separaten Zugang über die Unterführung geben”, erklärte die Bürgermeisterin.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Visualisierungen: Ostertag Architects, Fotos: ÖBB/Brunner Images

07. Mai 2019 um