Prägraten: Ein neues Mitarbeiterhaus für die Eisseehütte
Die Eisseehütte liegt hoch über dem Virgental im Gemeindegebiet von Prägraten am Großvenediger und ist ein Geheimtipp für alle, die alpine Ruhe, eine beeindruckende Panoramaaussicht und sportliche Herausforderungen suchen.
Seit 2013 wird die Hütte von Markus und Bianca Islitzer bewirtschaftet. Die Iseltaler haben viel in die Infrastruktur investiert und zuletzt auch ein eigenes Holzhaus für Mitarbeiter umgesetzt bzw. Wohnraum für die eigene Familie geschaffen. Errichtet wurde das hochalpine Schutzhaus 1983 von einem einheimischen Bergführer. Seitdem hat sich auf 2.521 Metern Seehöhe einiges verändert: So wurden im vergangenen Jahrzehnt unter anderem das Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung und die Materialseilbahn renoviert, die Trinkwasserleitung und der Ausgleichsbehälter erneuert, eine Abwasser-Kläranlage installiert und das Blechdach saniert. Zusätzlich floss viel Arbeit, Zeit und auch Geld in den Innenausbau, u.a. in die Modernisierung der Lager und Zimmer, der Sanitärräume, der Speisekammer, der Gaststube sowie der angrenzenden Sonnenterrasse. „Insgesamt verfügen wir auf der Eisseehütte heute, inklusive des Kellers, über eine Nutzfläche von rund 300 m² “, informiert Markus Islitzer. Die Frage nach den Gründen für die Errichtung des neuen Holzgebäudes direkt neben der Schutzhütte beantwortet er damit, dass die bestehenden Mitarbeiterzimmer in die Jahre gekommen waren und auch nicht mehr den gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien entsprachen. „Der Erholungswert der Mitarbeiter ist uns sehr wichtig. Zudem fehlte eine Rückzugsmöglichkeit für meine Familie, die wir nun im Obergeschoss des neuen Holzhauses realisieren konnten.“ Die Bauarbeiten für die neue Infrastruktur starteten im Frühjahr 2024, nachdem die Planungsarbeiten abgeschlossen waren und die behördlichen Genehmigungen vorlagen. Als Planer fungierte Franz Ruggenthaler und als bauausführende Zimmerei die Firma Unterrainer Holzbau aus Ainet. Nach den Vorbereitungen im Tal wurde der Materialtransport per Hubschrauber ausgeführt. Darüber hinaus waren weitere heimische Betriebe in das Projekt involviert.

„Das Bauen im Hochgebirge ist immer eine Herausforderung“, betont Markus. Er erzählt, dass einiges auch in Eigenleistung erledigt werden konnte und dass er sich jetzt über den erfolgreichen Bauabschluss sehr freue. „Das neue Gebäude wurde als doppelstöckiger Holzbau errichtet. Im Parterre liegen vier Personalzimmer, ein Bad sowie ein Technikraum. Das Obergeschoss steht für die private Nutzung durch meine Familie zur Verfügung.“

Die Zahl der Mitarbeiter, die während der Saison auf der Eisseehütte beschäftigt sind, beziffert er mit vier bis fünf Personen. „Darüber hinaus würde es ohne die Unterstützung meiner Familie nicht funktionieren. Meine Frau Bianca bearbeitet die Reservierungen und wickelt die Buchhaltung ab. Außerdem ist sie vorwiegend am Wochenende sowie im Urlaub auf der Hütte und hilft mit, dass alles reibungslos läuft. Auch unsere drei Kinder arbeiten fleißig mit.“ Markus selbst ist Hüttenwirt, Koch, Hausmeister und Kellner in einer Person und organisiert den Einkauf. Die Sommersaison 2026 wird, wie er berichtet, am 19. Juni beginnen. „Wir haben dann, wie jedes Jahr, bis Ende September geöffnet und freuen uns darauf, viele Wanderer, Bergsteiger und Naturliebhaber bei uns begrüßen zu dürfen. Die Wasserversorgung auf der Hütte ist durch eine eigene Quelle und die Energieerzeugung durch ein kleines Wasserkraftwerk gewährleistet. Für Übernachtungen stehen ein Doppel-, ein Dreibett- und ein Stockbettzimmer sowie drei Lager mit zweimal acht und einmal 11 Betten bereit. Kulinarisch bieten wir eine abwechslungsreiche Küche mit vorwiegend regionalen Gerichten und bemühen uns sehr um eine freundliche und persönliche Betreuung unserer Gäste“, so der Hüttenwirt abschließend.

Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: © Eisseehütte