MCI-Studie: Nationalpark Hohe Tauern als Motiv wichtig bei Wahl der Urlaubsregion

Im Vorjahr wurde erneut eine Besuchenden-Befragung im Nationalpark Hohe Tauern durchgeführt. Die Ergebnisse, die Schwerpunkte des  Sommers 2025 sowie das Inklusions-Projekt „Nationalpark für alle“ wurden nun präsentiert.

„Mit dem Nationalpark Hohe Tauern verfügen wir in Tirol über einen Riesenschatz – nicht nur, was die Artenvielfalt betrifft. Bei einer Befragung aus dem Jahr 2019 unter der Tiroler Bevölkerung gaben 67 Prozent der Befragten an, dass sie die unberührte Natur im Nationalpark und den Schutz der Natur schätzen“, erklärte Umwelt- und Naturschutzlandesrat René Zumtobel bei einem Pressegespräch im Campus Lienz.

Seit dem Jahr 2003 führt das MCI regelmäßig Besuchenden-Befragungen im Nationalpark Hohe Tauern durch. Von Juli bis Mitte September 2024 wurden an fünf Standorten in Matrei in Osttirol (Gschlösstal), Prägraten am Großvenediger (Umbalfälle), Kals am Großglockner (Dorfertal und Lucknerhaus) und Nußdorf-Debant (Parkplatz Seichenbrunn/Lienzer Hütte) wieder Befragungen durchgeführt.

 

Landesrat René Zumtobel: „Die Akzeptanz des Nationalparks innerhalb der Osttiroler Bevölkerung ist groß. So ergab eine Befragung in den Nationalpark-Gemeinden, dass 88 Prozent dem Nationalpark sehr positiv oder positiv gegenüberstehen.“

 

„Die Befragung wurde mit 1.153 Fragebögen in allen Nationalparkanteilen in Kärnten, Salzburg und Tirol durchgeführt. In Tirol wurden 412 Fragebögen erhoben. Bei 68 Prozent der Befragten handelte es sich um Urlauber:innen, bei 32 Prozent um Tagesausflügler:innen. Deutschland dominiert mit 67,9 Prozent bei den Nächtigungsgästen. Innerhalb Deutschlands dominieren die geographischen Nahmärkte im Südosten“, so Studienleiter Jannes Bayer einleitend.

Abgefragt wurde unter anderem auch das Reiseverhalten. 90 % der Befragten reisen mit dem PKW an, 82,8 % gaben an, die Nationalpark-Region wieder besuchen zu wollen. „Besonders erfreulich ist, dass die Hälfte der Befragten ihren Urlaubsort deswegen gewählt haben, weil er in der Region des Nationalparks Hohe Tauern liegt. Erholung und Gesundheit in schöner Berglandschaft sind weiterhin das dominierende Motiv, den Urlaubsort in der Nationalpark-Region zu wählen. Dem Bildungsaspekt im Sinne von Erforschen sowie Erleben von Flora und Fauna kommt jedoch wachsende Bedeutung zu“, erklärte der Studienleiter.

Eine weitere Erkenntnis aus der Studie ist, dass die Befragten in Bezug auf die Erfüllung ihrer Motive äußerst zufrieden sind – 85 % bei „Erholung und Gesundheit in schöner Berglandschaft“, 66 % bei „Erforschen“ des Gebietes als Natur- und Kulturraum. Die Befragten waren überdurchschnittlich gebildet (44,1 % akademischer Abschluss) und blieben länger als der statistische Durchschnitt. Ein Drittel der Befragten nutzt für die Mobilität in der Urlaubsdestination die Gästekarte (ÖPNV).

 

v.l.n.r.: Studienleiter Jannes Bayer, Christine Brugger (Obfrau Verein Lebenshilfe Osttirol), Landesrat René Zumtobel, Nationalpark-Direktor Hermann Stotter

 

Nationalpark-Direktor Hermann Stotter stellte die Schwerpunkte der kommenden Sommersaison vor. „Wir widmen uns in diesem Sommer insbesondere auch der Isel und dem Gletscherschutz. Wir bieten zum Beispiel Wanderungen an der Isel bis zum Ursprung des Gletscherflusses am Umbalkees an, und im Nationalparkhaus stellt Hannelore Nenning Kunstwerke zum Thema Isel aus. Unsere jungen Gäste werden in diesem Sommer zu Nationalpark-Stiglitzen, und besonders freuen wir uns auch auf das Projekt in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe“, so Stotter.

Christine Brugger, Obfrau des Vereins Lebenshilfe Osttirol, stellte das Inklusions-Projekt „Nationalpark für alle“ vor. „Die Teilhabe aller Menschen sehe ich nicht nur für das Reisen, das Arbeiten oder den Besuch eines Restaurants, sondern auch für das Natur entdecken. Wir wollen in Zusammenarbeit mit den Nationalpark-Ranger:innen ausarbeiten, was unsere Klientinnen und Klienten im Nationalpark brauchen. So geht es beispielsweise um die Erreichbarkeit des Nationalparks oder die Barrierefreiheit von Wanderwegen“, so die Obfrau.

„Ich sehe dieses Projekt nicht nur als wichtigen Beitrag, die Naturschönheiten des Nationalparks für alle erlebbar zu machen, sondern auch als Möglichkeit, dass unsere Ranger:innen von den Lebenshilfe-Klient:innen lernen können und umgekehrt. Der Glocknerwinkel in Kals und Oberhaus in St. Jakob in Defereggen sind zwei Standorte im Nationalpark, die möglichst barrierefrei gestaltet wurden. Weitere Standorte werden folgen“, informierte der Nationalpark-Direktor.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: NPHT/Assil Kastl, Osttirol heute/Mühlburger

25. April 2025 um