Matrei in Osttirol: Edles aus Milch vom Rieplerhof im Tauerntal

Gerhard Steiner kümmert sich auf dem Bergbauernhof im kleinen Weiler Berg mit großer Leidenschaft um das Vieh, Theresia stellt mit viel Kreativität köstliche Milchprodukte her.

Der Rieplerhof ist – idyllisch gelegen im Tauerntal und umgeben von einer traumhaften Berglandschaft – ein klassischer Milchbetrieb mit Fleckvieh-Zucht. Ab Mitte Juni weiden die Kühe auf einer Alm ein paar Kilometer taleinwärts – auf der „Riepleralm“, kurz vor dem Matreier Tauernhaus. Hier verbleiben die Tiere den ganzen Sommer über und werden hier auch von Familie Steiner versorgt. Gleichzeitig gibt es, wie Gerhard Steiner betont, natürlich auch zuhause auf dem Hof viel zu tun. „Unsere steilen Felder müssen beispielsweise mit Spezialmaschinen bearbeitet werden. Meine Frau und ich sind deshalb sehr froh, dass auch meine Eltern Paula und Franz noch kräftig mitanpacken“, erzählt er.

 

Im kleinen Matreier Weiler Berg liegt auf 1.275 Metern Seehöhe der Rieplerhof.

 

Zur Familie gehören auch Tochter Helene und die Söhne Leonhard, Hannes und Tobias. Auch sie helfen, vor allem im Sommer bei der Heuarbeit, fleißig mit. Theresia, die selbst von einem Bauernhof in der Matreier Fraktion Seblas abstammt, zeigt sich glücklich darüber, dass auch schon die Nachfolge am Rieplerhof geregelt ist. „Unser Sohn Hannes wird einmal übernehmen“, freut sie sich. Die engagierte Bäuerin auch die treibende Kraft, als sich die Steiners vor fünf Jahren dazu entschlossen, in die Direktvermarktung einzusteigen. Heute kommen aus dem bäuerlichen Betrieb im Tauerntal nicht nur Vollmilch und Molke, die Milch wird auch zu allerlei Köstlichkeiten verarbeitet.

 

 

Theresia stellt u.a. das „Bergbauern-Joghurt“ her, das es in verschiedenen Geschmacksvariationen (u.a. mit Haselnuss-, Erdbeer-, Vanille-, oder Kaffee-Geschmack) zu kaufen gibt. Bei den Kunden sehr beliebt sind auch das Joghurt „Ingwer-Zitrone“ oder in der kalten Jahreszeit das „Bratapfel-Zimt-Joghurt“. Viel Leidenschaft und Arbeit steckt die Matreierin auch in ihre Topfen-Aufstriche, die in immer neuen Variationen (u.a. mit Kräutern, Kren oder Knoblauch) angeboten werden. Besonders stolz ist sie auf den „Blumino“-Aufstrich, eine ihrer zahlreichen „Erfindungen“. „In den Blumino arbeite ich Ringelblumen und Kornblumen aus dem Defereggental sowie Rosenblätter aus Prägraten ein. Die Topfenkugeln gibt es beispielsweise auch mit Kürbiskernen, Schnittlauch und Knoblauch.“

 

 

Theresia macht es sichtlich Spaß, immer wieder Neues auszuprobieren. „Ich freue mich sehr, wenn meine Kreationen unseren Kunden schmecken“, sagt sie. Seit einigen Jahren beliefert Familie Steiner alle Osttiroler Wohn- und Pflegeheime mit Milch, Topfen und Naturjoghurt aus eigener Erzeugung. Die Köstlichkeiten aus dem Tauerntal bereichern auch die Frühstücksbuffets und die Küchen zahlreicher Hotels und Gasthöfe in der Region. Außerdem finden die Produkte vom Rieplerhof über öffentlich zugängliche Kühlschränke, Bauernläden und zahlreiche lokale Lebensmittelgeschäfte ihren Weg zu den Kunden. „Wir beobachten schon seit Jahren den Trend, dass vor allem auch junge Leute großen Wert auf Herkunft und Qualität der Lebensmittel legen. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung meiner Meinung nach noch einmal verstärkt“, hält Gerhard diesbezüglich fest.

 

Am Rieplerhof leben heute drei Generationen. Auch Gerhards Eltern Paula und Franz helfen noch immer fleißig mit.

 

Am Rieplerhof – übrigens ein Nationalpark-Partnerbetrieb – wird aber nicht nur fleißig gearbeitet. Hier, inmitten einer traumhaften Berglandschaft, können sich Urlaubssuchende auch eine Auszeit gönnen. „Die frische Bergluft hält gesund und lässt jeden sprichwörtlich aufatmen. Das schätzen unsere Gäste, die ihren Urlaub bei uns am Hof oder auf der Alm verbringen. So mancher möchte dabei auch die Arbeit eines Bergbauern live und hautnah miterleben, weshalb wir die Möglichkeit bieten, Traktor zu fahren und bei der Heuarbeit oder beim Melken mitzuhelfen. Die Urlauberkinder zeigen sich vor allem von unseren Kleintieren begeistert“, erzählt Theresia. Natürlichkeit und ein sorgsamer und ehrlicher Umgang mit den Tieren, den Lebensmitteln und den Ressourcen – das ist am Bergbauernhof und auf der Alm von Familie Steiner jeden Moment zu spüren.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger

29. Juli 2021 um