Matrei i.O.: TIWAG-Kraftwerk am Tauernbach feierlich eröffnet
Drei Jahre nach Baubeginn wurde das Wasserkraftwerk Tauernbach-Gruben am Dienstag, 8. September, offiziell in Betrieb genommen. 184 Millionen Euro hat die TIWAG in das Kraftwerk in Matrei in Osttirol investiert.
Die neue Anlage am Tauernbach ist künftig das zweitstärkste Kraftwerk im Bezirk und kann mit einer jährlichen Erzeugung von rund 85 Mio. Kilowattstunden den Strombedarf von rund 20.000 Haushalten abdecken. Es wurde als Ausleitungskraftwerk konzipiert: Das Wasser wird von der Fassung bei den Schildalmen über einen 8,5 Kilometer langen, unterirdischen Triebwasserweg zum Krafthaus in Gruben geleitet. Seit Anfang Juli läuft die Nassinbetriebsetzung – mittlerweile konnten auch schon die ersten Kilowattstunden Strom erzeugt werden.
„Das Kraftwerk erzeugt jährlich rund 85 Millionen Kilowattstunden Strom und deckt damit etwa ein Viertel des Stromverbrauchs in Osttirol. In allen Kraftwerken des Bezirks wird etwa 1,6 Mal so viel Strom erzeugt wie durchschnittlich jährlich in Osttirol verbraucht wird“, erklärte TIWAG-Vorstandsdirektor Alexander Speckle.

In die Anlage im Tauerntal hat die TIWAG insgesamt 184 Mio. Euro investiert. „Kosten- und Zeitplan wurden eingehalten. Das ist bei einem Projekt in dieser Größenordnung nicht selbstverständlich“, so der Vorstandsdirektor. „Zahlreiche Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen wurden im Zuge der Bauarbeiten umgesetzt. Mit der Herstellung der Fischdurchgängigkeit bei der sogenannten Winterbrücke konnte eine letzte, große Maßnahme abgeschlossen werden. Damit ist dieses neue Kraftwerk auch ökologisch ein Vorzeigeprojekt.“
„Mit einer jährlichen Stromerzeugung von rund 560 Gigawattstunden leisten die Osttiroler Kraftwerke einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Tirol. Die Unabhängigkeit war und ist die große Stärke Tirols. Dies möchten wir auch mit einer eigenständigen Energieversorgung erreichen und damit den Lebensraum und Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken und absichern“, erklärte Landeshauptmann Anton Mattle in seiner Festansprache. „Unser Landesenergieversorger TIWAG leistet mit einem Investitionsprogramm von 2,5 Mrd. Euro bis 2030 einen zentralen Beitrag für weniger Abhängigkeit von ausländischem Öl und Gas. Unterm Strich profitieren wir in Tirol von den günstigen Energiepreisen.“
Die Segnung der Anlage nahm der Matreier Dekan Ferdinand Pittl vor.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: TIWAG/Silvia Steiner, Osttirol heute/Mühlburger



