Matrei in Osttirol: Greifvögel, Eulen und Malkunst im Nationalparkhaus

Die diesjährigen Sommerausstellungen haben „Greifvögel und Eulen“ zum Thema und zeigen die neuesten Werke in Aquarell und Acryl des Oberlienzer Künstlers Herbert Gaschnig.

Eröffnet wurden die diesjährigen Sommerausstellungen des Nationalparks Hohe Tauern Tirol am Donnerstag, 15. Juni. Nach der Begrüßung durch Nationalparkdirektor Hermann Stotter stellte Christine Brugger den Künstler Herbert Gaschnig vor, der 18 seiner neuesten Werke ausstellt.

„Was ihn an der Landschaft fasziniert, ist der Blick in die Weite, im Bild ist es die Tiefe – wie von Thurn aus Richtung Kärntner Tor oder vom Cimaross zum Glockner oder vom Außergschlöss zur Venedigergruppe“, so Brugger. Und wenn es nicht mehr weitergeht, dann ist die Zeit für den Austausch mit Kollegen und für Fortbildungen gekommen. „So ist Gaschnig zu Alvaro Castagnet gekommen. Dieser Meister seines Fachs hat ihn gelehrt, Menschen zu malen, wie auf dem Bild der Lienzer Innenstadt.“

 

Herbert Gaschnig: „Mein Lieblingsberg ist der Großglockner und zu meinen Lieblingsmotiven gehört auch die Isel. Zwei Glockner-Bilder sind in der Ausstellung im Nationalparkhaus zu sehen.“

 

Ob die Toskana oder die Bergwelt des Nationalparks Hohe Tauern – Landschaften sind die Hauptmotive von Herbert Gaschnig. „Die wurden ihm quasi in die Wiege gelegt – auf dem Bauernhof im Mölltal, wo er aufgewachsen ist. Malen sei für ihn etwas Meditatives und Kontemplatives“, so Brugger.

Herbert Gaschnig widmet sich künstlerisch nicht nur der heimischen Landschaft, zahlreiche Malreisen führten ihn von Spanien bis Italien und Kroatien. Der Oberlienzer wurde 2019 auch von einer internationalen Jury als einer von sieben österreichischen Teilnehmern bei der „Aquarell OlympArt“ im indischen Neu-Delhi ausgewählt.

 

Wildbiologe Dr. Gunther Gressmann: „Der Turmfalke kommt im Nationalpark Hohe Tauern relativ häufig vor. Seltener sind schon Baumfalken und Wanderfalken. Bei den Eulen trifft man im Nationalpark am ehesten den Waldkauz an, vor allem weil man seine Rufe hört. Weitere Arten sind der Uhu als größte Eulen-Art, der Sperlingskauz und der Raufusskauz.“

 

Von den beiden Nationalpark-Mitarbeitern Gunther Gressmann und Martin Kurzthaler wurde die zweite Sommerausstellung inhaltlich gestaltet. Sie beschäftigt sich mit Greifvögeln und Eulen. In der Ausstellung ist ein Querschnitt über die in der Nationalpark-Region vorrangig vorkommenden Arten zu sehen.

„Rund 40 Steinadler-Brutpaare gibt es im gesamten Nationalpark Hohe Tauern – in der der Nationalparkregion Tirol sind es zwölf bis vierzehn. Das unter der Schirmherrschaft des Nationalparks Hohe Tauern gestartete Wiederansiedlungsprojekt für den Bartgeier ist sehr erfolgreich. Besonders freuen wir uns, dass heuer erstmals zwei Paare im Tiroler Anteil des Nationalparks Hohe Tauern erfolgreich gebrütet haben – so befindet sich derzeit ein Jungvogel im Horst im Gemeindegebiet von Prägraten und einer im Gschlösstal in Matrei“, so der Wildbiologe Gunther Gressmann.

Neben den für den Nationalpark bekannten Greifvögeln sind auch die weniger bekannten Artgenossen wie Gänsegeier, Mönchgeier, Habicht und zahlreiche andere im Fokus der Sonderausstellung. Die Schau bietet auch vertiefende Einblicke in die Artenschutzarbeit des Nationalparks Hohe Tauern und die Fähigkeiten der Greifvögel.

 

Öffnungszeiten der Sommer-Sonderausstellungen im Nationalparkhaus Matrei

Juni:
Montag bis Freitag: 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr

Juli bis August:
Montag bis Samstag: 10.00 bis 18.00 Uhr
Sonntag: 14.00 bis 18.00 Uhr

September:
Montag bis Freitag: 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr

Oktober:
Montag bis Freitag: 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

16. Juni 2023 um