Marktplatz Osttirol: Wie Digitalisierung lokale HändlerInnen stärkt
Osttiroler HändlerInnen teilten erstmals ihre Erfahrungen mit einem breiten Publikum, und IT-ExpertInnen gewährten einen Einblick in neueste Entwicklungen und Möglichkeiten.
Die ARGE Vordenken für Osttirol lud am Donnerstag, 23. November, zu einem Informationsabend in die Wirtschaftskammer. ,,Wir müssen in Bewegung bleiben und offen sein für Neues“, betonte Mario Eckmaier, Digitalexperte und Digitalisierungsbeauftragter der Wirtschaftskammer Tirol, in seinem inspirierenden Vortrag.
„Wenn wir historisch zurückblicken, dann erscheint uns die Entwicklung logisch und selbstverständlich, jede zukünftige Veränderung nehmen wir jedoch als bedrohlich und gefährlich wahr“, so der Experte. Laut Eckmaier dürfen sich UnternehmerInnen nicht vor dem digitalen Wandel verschließen, das belegen auch Statistiken des Deutschen Onlinehandels, der sich in den letzten zwanzig Jahren verhundertfacht hat.
Auch Osttirols Unternehmen haben in Bezug auf den Online Marktplatz in den vergangenen Jahren stark nachgezogen, weiß Michael Schneeberger, Geschäftsführer von EBS Smart Solutions Software GmbH in Lienz: ,,Heute gibt es schätzungsweise 100 bis 150 Online Shops im Bezirk Lienz.“ Er hält es für wichtig, online vertreten zu sein: Im Jahre 2022 waren die 16- bis 35-Jährigen bereits bis zu 75 % online shoppen, von den 35- bis 50-Jährigen 50 %, und bei den 50- bis 75-Jährigen waren es 35 %.“
Der Handel entwickelt sich im Web ständig weiter: ,,Künftig werden digitale Technologien, wie Augmented Reality und Virtual Reality, noch sichtbarer sein. Auch Künstliche Intelligenz findet bereits ihre Verwendung beim digitalen Handel. Sogenannte Kaufbots helfen den UserInnen beim Einkauf und Durchforschen des Netzes nach dem Wunschprodukt. Hier gilt es an bestehende Systeme und Schnittstellen früh genug anzuknüpfen“, so Schneeberger.
Osttiroler HändlerInnen berichteten von ihren Erfahrungen mit digitalen Systemen
Smarte HändlerInnen
Diese HändlerInnen teilten beim Informationsabend ihre Erfahrungen mit der Öffentlichkeit: Brigitte Joast (Geschäftsführerin Meisterbäckerei Joast), Philipp Steiner (Geschäftsführer Juwelier Steiner), Klaus Steinringer (Geschäftsführer Ofenbau Steinringer und Alexander Michael (Geschäftsführer Wurzelstock). Ihr Tenor war einstimmig positiv. Deshalb setzen sie auch in Zukunft auf digitale Technologien und bauen weiter aus.
„Prozesse weiter zu optimieren und zu automatisieren sowie mit Eigenprodukten noch unverwechselbarer am Markt aufzutreten, das sind meine Ziele“, erklärt Steiner. Die Meisterbäckerei Joast widmet sich unter anderem der Verbesserung von interner Kommunikation im Verkauf und in der Produktion.
Klaus Steinringer wünscht sich mehr Erleichterung in der Abwicklung: ,,Die Webseite soll noch weitere Schritte selbstständig erledigen können, wie beispielsweise Angebote schreiben und an die Kundschaft versenden. Auch eine Anbindung an ein Speditionsunternehmen sollte es geben.“ Alexander Michael legt seine Schwerpunkte auf die Suchmaschinenoptimierung und die Gewinnung von Neukunden über Onlineplattformen.
Digital-Lotsen Programm
Das Digital-Lotsen Programm wurde von der Standortagentur Tirol ins Leben gerufen und unterstützt Kleinst- und Kleinbetriebe mit stationären Geschäftslokalen bei digitalem Vertrieb und E-Commerce. Wer dieses Angebot in Anspruch nehmen möchte, wird über die INNOS GmbH zu einem Digital-Lotsen vermittelt. Diese IT-ExpertInnen kommen bei Bedarf in die Betriebe, um erste Maßnahmen zu besprechen.
Nach Erfüllung von bestimmten Kriterien kann jedes Partnerunternehmen 15 Beratungsstunden von Digital Lotsen im Gegenwert von 1.000 Euro zuzüglich allfälliger gesetzlicher Umsatzsteuer in Anspruch nehmen. Weitere Informationen dazu gibt es bei der INNOS GmbH oder auf www.standort-tirol.at/untemehmen/digitaltirol1/digital-lotsen
Text: Redaktion, Fotos: ARGE Vordenken für Osttirol/Markus Mayr